Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 24 (12.6.1896)
- Date
- 1896-06-12
- Page
- Seite 415 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 415 verstanden sic et gleite. Es waren 7 —v8v die >edoch gegenüber der Minorität waren, »ander Einigkeit inihren und sich desto umgeben, wenn sie a und wenn ihre ömung nicht ver Ahasveros: „Ta t und verbreitet .„ , :ä : iller Volker; noch ichl des Königs;t Philostratus, ndern von der Mg; sie wollen Äbatiouen und X Bactria und als sie." das heidnische jen konnte, als stliche Leben ugen — war lte sich unter n, Banketten, ilungen jeder ') was sein I essen, noch hen Lebens ilches sogar el gewesen icr aus einer iderer Ge und jeute dem Zirkungs und si-h oar der Krieche» :att gevir. 24. wir die Keime von fast all den beleidigenden Anschuldigungen, welche die jüdische Rasse zu ertragen hat. Schmähschriften jeder Art, Verleumdungen in allen Variationen, von einzelnen Personen, der ganzen Rasse, ihrer Institute, ihrer Sitten und Gebräuche und ihrer Ethik, fMdynid. Graecia mendax audet in historia all dies fand hier gewandte Erdichtet und eifrige Verbreiter. Ter Platz hätte zu diesem Zwecke nicht besser gewählt werden können. Alexandrien lag in Egypten und die mit den Griechen leicht fraternisierenden Egypter hatten nichts als Haß für den ihren Aberglauben verachtenden Juden, der stolz war auf die Zeit, in welcher seine Vorfahren unter Moses mit mächtiger Hand aus Egypten herausgezogen waren. Auch der erste systematische Angriff der griechischen Litteratnr gegen die Juden war das Werk des Manetho, eines egyptischen Priesters, der hellenische Zivilisation angenommen hatte. Es ist wahr, daß wir in Hecatäus die älteste der egyptischen Versionen über den Exodus finden, aber diese ist auch die unparteiischeste von allen. Das Gerücht, als ob sie wegen Aussatz aus Egypten vertrieben worden wären, finden ivir bei Hecatäus nicht (im Gegenteil, die Egypter selbst leiden an Seuchen und die Juden wurden vertrieben, weil sie an die egyptischen Gottheiten nicht glauben wollten). Hecatäus hegt keinerlei Feindseligkeit gegen die Juden, sondern preist ihre Gesetzgeber und ihre Institutionen, mit Ausnahme ihrer Aenelasia und Misorenia. Die ältere Version scheint vorsätzlich zur Seite gelegt worden und nie wirklich in Verlust gerate» zu sein, denn sie taucht bei Trogus Pompeius im Zeitalter des Augustus wieder auf. Aber mit Manetho im dritten Jahrhunderte vor d. ü. Z. beginnt die lange Reihe der Professions- Verleumder, welche alle möglichen Sagen ausnahmen und ausdehnten, bis sie roh genug waren, um selbst den größten Judenfresser, der je lebte, zu befriedigen. Solche summarische Angriffe und einander derart widersprechende Anschuldigungen wurden wahrscheinlich nie gegen irgend ein anderes Volk erhoben. Wir haben in diesem Berichte nur versucht, die Schlüffe und Folgerungen zu summieren, die Reinach aus seinem Studium zieht. Er hat eine These zu verteidigen, die Ehre des Judentums, und insofern müssen wir ans unserer Hut sein. Aber der kühle Beobachter muß zugestehen, daß hinter all diesem unmäßigen Gifte des Angriffes und der anmaßenden Verachtung der Replik individuelle und nationale Eifersucht und absichtliches Mißverständnis lag, zu egoistischen Zwecken großgezogen. Es war Zeit, daß ein Gelehrter von dem Range eines Reinach die Gründe sammelte, auf denen das Vorurteil der Alten gegen die Juden beruhte und dadurch, daß er deren sinnlosen und widersprechenden Charakter klarlegte, den Ruhm des Judentums iu den heidnischen Zeiten rechtfertigte. Wir sehen mit Interesse den versprochenen weiteren Bänden entgegen, welche die Texte der Inschriften und Gesetze enthalten sollen, die auf unser Thema Bezug haben. („The Nation“.) Der L'chutzdilkateil. Von R. E. Sch. (Fortsetzung.) Es war das Hekdesch. Die Männer, die aus dem Schlosse gekommen, gingen in dasselbe, dessen Thüre sie sorgfältig verschlossen. Eine alte Frau mit einem Lämpchen in der Hand, das den dunklen rußigen Hausflur nur wenig erhellte, empfing die Eintretenden. „Seid Ihr es, Reb Chaim?" frug die Alte. „Ich bin es, Frummet, ist oben alles in Ordnung, ist meine Tochter noch hier?" „Alles ist in Ordnung, Reb Chaim, Euer Gitele, gebenscht soll sie sein, hat alles so schmuck gemacht, daß ein Prinz oben wohnen könnte." „Ganz gut, Frummet, aber seid mauchel, gebt mir die Lampe und geht schlafen, wir brauchen Euch jetzt nicht mehr." Nicht ohne Widerstreben gab die Alte ihre Lampe dem Bal Towah und zog sich in ihr Zinimer zurück, einen Blick voll Neugierde auf die anderen Männer werfend, die in der dunkelsten Ecke des Hausflurs sich aufhielten. „Nichts für ungut, Herr Graf, aber lassen Sie uns jetzt nach oben gehen, wo Sie ganz ungestört schlafen können. Jtzig, führe Du den Sroreh (Edelmann), denn die Treppe ist sehr finster," mit diesen Worten schritt Cohn den beiden anderen voran. Der obere Teil des Hauses war entschieden reinlicher gehalten. Ein schmaler niedriger Gang führte nach einem Anbau, der iu dem kleinen Garten des Hekdesch stand. Am Ende dieses Ganges befand sich eine Thür, an die Reb Chaim in ganz eigentümlicher Weise klopfte, sie wurde geöffnet und heller Lichtschein strahlte den Eintretenden entgegen. „Hier sucht Sie kein Franzos, Herr Graf," sagte Reb Chaim, „denn jeder Soldat weiß wohl, daß in einem Hekdesch keine Beute zu machen ist, und nichts für ungut, die Württemberger und Baiern haben bei ihren Verbündeten, den Franzosen, wohl noch nicht ganz ihr Deutsch verlernt und wenn sie morgen kommen, können sie am Hause lesen: „Hier sind die Pocken." „Die Idee ist gut," sagte Graf M. über den genialen Einfall ves Juden lächelnd. „Aber wie kommt es, Ihr Männer, daß Ihr mir, dem Christen, so viele Aufmerksamkeit schenkt, so viel für meine Rettung thut?" „Nichts für ungut Herr Graf," erwiderte Cohn, demselben näher tretend, „wir Juden beten jeden Schabbes für unsere Obrigkeit und außerdem lehrt uns unser heiliger Glaube, daß wir unfern Nächsten lieben sollen wie uns selbst und darum wollen wir Sie retten. Sind Sie doch unser Schutzherr, unsere Obrigkeit und unser Nächster sind Sie auch, denn jeder Mensch ist unser Nächster." „Bei Gott! Ihr seid edle Menschen, von dieser Seite habe ich Euch Juden gar nicht gekannt," rief Graf M. ans und drückte dem Bal Tebah herzlich die Hand. „Das kommt daher, weil die Christen sich keine Mühe geben, uns Juden kennen zu lernen," erwiderte dieser nicht ohne Ironie, während ein gutmütiges Lächeln um seine Lippen spielte, „doch jetzt müssen wir fort, müssen heim zu unseren