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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-05-22 · 21 (22.5.1896) · p. Seite 371

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
21 (22.5.1896)
Date
1896-05-22
Page
Seite 371 (sequence 15)
Language
German
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Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 371. : l,fal «d s,ch t», "nk SS« ffitin, •»Mente, „„ JlUuittntrt . n , tn Wohlfeilheit übertreffen t dann der Besucher die des aufgestellt, verschiedene m Cocons und im Faden, ^ele, sogar dort fabriziertes die Erzeugnisse jüdischer jereien in Olivenholz und gestellt, und eine Menge!ande zeigen uns die denklangenheit, wie die Plätze, er den Boden ihrer Väter Mg für jedermann, ganz chinteressant, und wer zur rd nicht verfehlen, sie aus- Merkwürdige Spezialisten riger Zeit in unserer Proi sich darauf verlegt, in die ehlen, was irgendwie wert!o wird aus Schweh geliontag auch in die dortige ft und daß die Spitzbuben ier etwa 6 Mark betragen ies binnen wenigen Wochen tahl in der Provinz Westeines Vereins , Geisenberg- - Danzig an- ,inz zm 2t. g ein, in der [t selben Tag stehende Be- >mmern um- Nr. 21. währte. Hochinteressant müßte es sein, wenn Herr Sp. sich veranlaßt sehen wollte, einiges aus seinem Leben und seinen Erinnerungen mitzuteilen. Diese enthalten, wie Ihr Korrespondent aus verschiedenen Unterredungen weiß, ein Stück jüdischer Kulturgeschichte, denn der Jubilar ist noch einer von der „alten Schule", der erst „Bocher" gewesen und dann später sich neben theologischen Studien dem Studium der Pädagogik widmete. — Am 1. Juni feiert ein Bruder des Herrn Sp., Herr Lehrer Spiewkowski in Wongrowitz, sein 25 jähriges Amtsjubiläum. Von diesen 25 Jahren hat der Jubilar 23 Vs Jahr mit viel Hingabe und Geschick an der israelitischen Volksschule der genannten Gemeinde gewirkt. Um den Tag würdig zu feiern, hat sich ein Festkomitee unter Leitung des Herrn Fürder gebildet. X Posen, 15. Mai. Die Bureaus der Synagogengemeinde und die Räume für die Religionsschule derselben sind bisher in gemieteten Räumlichkeiten untergebracht. Nunmehr läßt die Gemeinde für die bezeichneten Zwecke auf dem ihr gehörigen, an der Ecke der Teich- und Schuhmacherstraße belegenen Platze ein Gebäude aufführen, welches außerdem auch die Wohnung für den Rabbiner enthalten wird. Die Fundamentierungsarbeiten zu diesem Neubau sind bereits im vorigen Herbst fertiggestellt worden. Die Arbeiten des Oberbaues, welche Ende vorigen Monats wieder ausgenommen worden sind, nehmen einen guten Fortgang. D. Frankfurt a. M., 11. Mai. Zum gestrigen Festmahl Sr. Majestät des Kaisers aus Anlaß des 25. Jahrestages des Frankfurter Friedens wurde Herr Rabbiner Dr. Plaut mit einer Einladung beehrt. Bei dieser Feier wurde Herr Prof. Dr. Weigert zum Geheimen Sanitätsrat ernannt. Herr Georg Speyer wurde mit dem Kronenorden und Herr Theodor Stern mit dem Roten Adlerorden 4. Klasse ausgezeichnet. Karlsruhe, 16. Mai. Wie bereits früher hervorgehoben, streben die Israeliten unseres Landes die Errichtung eines Altersasyls für alleinstehende, kranke und arme Glaubensgenossen an, und wurde deshalb zur Schaffung eines Fonds eine Sammlung freiwilliger Spenden in den israelitischen Gemeinden Badens veranstaltet. Diese Sammlung hat bis jetzt ganz überraschende Erfolge, indem von Gemeinden, Vereinen und Einzelnen bereits eine Summe von 30—35,000 Mark zusammengebracht wurde, wobei die Ergebnisse von verschiedenen Seiten noch ausstehen. Auch einer hochherzigen Stiftung soll hier gedacht werden, indem Frau Hofrat Moos Witwe, von hier, kiirzlich 20,000 Mark zur Verwendung für das Asyl spendete. S* Dresden, 6. Mai. Dem Verwaltungsbericht der hiesigen Gemeinde entnehmen wir folgende Daten: Die Gemeinde hatte Ende v. I. 500 stimmberechtigte Mitglieder. Die aus 6 Knaben- und 6 Mädchenklassen bestehende Religionsschule wurde von 259 Schülern besucht. Lehrreich sind die hier unternommenen ernsten Versuche, eine größere Teilnahme an dem Gottesdienste anzubahnen. Es wurde die Einführung eines deutschsprachigen Sonntags-Gottesdienstes beantragt, allein der Antrag ist mit einer Stimme Majorität abgelehnt worden. Dagegen wurde beschlossen, versuchsweise den Freitag-Abendgottesdienst in der Zelt vom Mai bis zum August um 7a8 Uhr zu beginnen und durch deutsches Lied und Ansprache des Rabbiners feierlicher zu gestalten. Der erwartete Erfolg, d. h. der stärkere Besuch des Gottesdienstes, ist aber ausgeblieben. Die Anträge aus Nutzbarmachung der klassischen Kompositionen biblischer Texte Bach, Händel, Mendelssohn u. s. w. beim Gottesdienste, sowie auf Abhaltung eines Familienabends für Angehörige der hiesigen Religionsgemeinde fanden Ablehnung. Der Haushaltplan für 1896 ergiebt 46 030 Mark Ausgaben 19 250 Mark Einnahmen. Durch Steuern sind 29 000 Mark aufzubringen. Die sämtlichen Wohlthätigkeits - Vereine besaßen 1895 an Vermögen Mark 29 786,39. Der Abschluß des Budgets ergiebt ein Plus von Mark 27 926,27. An Grundstücken besitzt die Gemeinde: die Synagoge, das Haus Zeughausstraße 2 und die beiden Friedhöfe. Der Synagogen-Renovations-Fonds besitzt zur Zeit Mark 2000, der Lehrer-Pensions-Fonds Mark 16 000. S* Wien, 14. Mai. Die Statthalterei verfügte die Auflösung von 19 akademischen Vereinigungen (Burschenschaften, Verbindungen und Vereine), darunter 10 Verbindungen des Waithofener Verbandes, welche sich dem am 1. März gefaßten Beschlüsse gegen die Satisfaktionsfähigkeit der Juden angeschlossen hatten. Der Polizeipräsident hebt in einer Verfügung hervor, daß eine ganze Kategorie Studenten in ihrer Ehre empfindlich verletzt worden sei. Heute wurden verschiedene Vereinslokale behördlich geschlossen. — Die Deutsch- Nationalen lehnten den Wiedereintritt in den deutschen Schulverein ab, weil der Ausschuß sich weigerte, den Ortsgruppen die Selbstbestimmungen über die Ausnahme jüdischer Mitglieder sreizugeben. O Wien, 17. Mai. Die Sammlungen der Gesellschaft für Sammlung und Konservierung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums haben in den letzten Wochen zahlreiche wertvolle Bereicherungen erhalten. So hat die Gesellschaft zwei große Lederschüsseln aus italienischer Majolika erworben, von welchen eine mit 700 Millimeter Durchmesser von Jakob Azulai in Padua 1532, mit prachtvollen figuralen und ornamentalen Darstellungen in Hochrelief versehen, die zweite in Pezaro im Jahre 1730 angefertigt wurde; ferner einen Fayenceteller, von Isaak Azulai aus Faenza 1575 angefertigt. Unter den zahlreichen Geschenken, welche der genannten Gesellschaft in der letzten Zeit zugegangen sind, nimmt den ersten Platz ein hebräisches Gebetbuch (Amsterdam 1714) mit reich verziertem, in Silberfiligran gearbeitetem Einband ein. Dieser, in künstlerisch vollendeter Weise durchgeführt, ist mit zahlreichen Figuren, Mittelschildern und Ornamenten in vergoldetem Silber geziert. Dieses sehr wertvolle Geschenk verdankt die Gesellschaft der Munifizenz des Industriellen Herrn Leopold Wolf in Wien. Es wäre zu wünschen, daß dieses hochherzige Beispiel häufige Nachahmung finden möchte. — X Teplitz, 17. Mai. Das hiesige israelitische Badehospital feiert in diesem Monat das 75 jährige Jubiläum seiner Gründung und das 60 jährige seines Bestandes im eigenen Gebäude, Lindenstraße 14. Mehr als 8000 arme, kranke Israeliten fanden daselbst Heilung bei vollkommen freier Wohnung, Verpflegung und Gratisbädern, und weitere

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