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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-05-22 · 21 (22.5.1896) · p. Seite 372

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
21 (22.5.1896)
Date
1896-05-22
Page
Seite 372 (sequence 16)
Language
German
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Seite 372. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 21. 8000 Juden freie Bäder und Kost. Das Institut steht seit 27 Jahren unter der Leitung des Sanitätsrates Dr. Hirsch.? St. Petersburg, 7. Mai. Laut den unlängst veröffentlichten amtlichen Berichten einiger Gouverneure beläuft sich die jüdische Bevölkerung in den unter ihrer Leitung stehenden Distrikten: Wilna auf 208 200, Grodno auf 301 177, Koivno aus 300 005, Witebsk auf 152 099, Mohiler auf 174 911. X Petersburg, 15. Mai. Unabhängig von der Revision der Judengesetze soll in kurzem die Regelung der jüdischen Wohlthätigkeitsgesellschaften in Beratung gezogen werden. Das Projekt liegt dem Reichsrat bereits vor. Alle jüdischen Wohl- . thätigkeitsgesellschaften sollen denselben Regierungsinstitutionen unterstellt werden, denen die entsprechenden christlichen Institutionen unterstellt sind. Die Statuten werden von den betreffenden Wohlthätigkeits -Institutionen selbst ausgearbeitet und vom Minister des Innern bestätigt. .A Tunis, 2. Mai. In der hiesigen Ausstellung für Kunst und Industrie wurde eine große Anzahl von Glaubensgenossen ausgezeichnet, was umso bemerkenswerter ist, als es sich fast ausnahmslos um eingeborene Juden handelt, welche bis vor wenigen Jahren mit dem Weltverkehr in keinerlei Berührung standen. Es erhielten in der Industrie-Abteilung vier Juden Ehrendiplome, acht Medaillen 2. Klasse und drei die gleiche Auszeichnung in der Kunstausstellung. Bei der Preisverteilung dekorierte der Bey von Tunis zwei der Diplomierten mit dem Niham-Jftika-Orden. X Buenos-Aires, 25. April. Eine jüdische Gemeinde wurde in Germiston, einem kleinen Dorse in der Umgegend, gegründet. Obwohl der Ort erst seit einem Jahre besteht, ist er doch bereits im Aufblühen begriffen und es wurde sogar schon eine kleine, ganz aus Eisen gebaute Synagoge errichtet. — Vakanzen. Ostrowo (Posen). Zum 1. 9. I. K. u. Hilfssch. Fix. 1650 Mk. u. Nbk. — Krojanke. Zum 1. 8. Gepr. Rl. K. Sch. Kore, Tokea, Mohel. Fix. 1400, Nbk. 500 bis 600 Mk. Keine Reisek. — Weener (Hannov.). Zum 1. 8. El. K. (auch Pred.). Fix. 1500 Mk. u. sr. Wohnung. Meld. an A. Arons. — Bärwalde (Pomm.). Sof. interim. K. Sch., wenn mögl. auch Rl. Fix. monatl. 100 Mk. u. fr. Wohn. Meld. an A- Mayer. Aus dem Leserkreise. Sehr geehrter Herr Redakteur! Bitte folgender Entgegnung ein Plätzchen in Ihrem geschätzten Blatte einräumen zu wollen: Herr Galliner in Schwerin i. M. versucht den Hieb abzuwehren, den ich in einem Vortrage wider das Religionsbuch des Herrn Dr. Feilchenfeld geführt haben soll. Mir fällt es nicht ein, alle Widersprüche, in die er sich dabei verwickelt, auseinander zu wirren; ich begnüge mich, auf einige Ungereimtheiten hinzuweisen und erkläre von vornherein, daß mein Waffengang damit beendet ist. Verantwortlicher Redakteur: A. Levin, Berlin. — Verlag: Siegfried Tro Zunächst scheint mir die Dienstwilligkeit, mit der eine Ehrenrettung des genannten Buches vorgenommen wird, eine sehr überflüssige. Ich habe das Buch in seinem materiellen Inhalt ja gar nicht angegriffen, mein Vorwurf bezog sich eigentlich mehr, wenn ich so sagen darf, auf das, was es nicht enthält. Ich habe nur behauptet, es wird schwer halten, scharf umrissene Charaktere aus dem geringfügigen Material herauszumeißeln. Bei etwas weniger Dienstbeflissenheit würde sich der geehrte Herr das selber eingestehen müssen. Außerdem war mein Urteil umsomehr berechtigt, als ich das Feilchenfeldsche Buch gar nicht zum Thema hatte, sondern dasselbe nur mit umfassenden Werken vergleichend in die Besprechung hineinzog. Dann versucht der verehrte Schweriner Kollege meine Bemerkungen, wer das Lehrobjekt des Merkchens sei, mit allerlei gewundenen Silbenstechereien tot zu machen. Zu dem Ende werde ich von dem gütigen Herrn belehrt, daß „Haus" in „Schule und Haus" Eltern zu bedeuten habe — eine Belehrung, für die ihm manche mecklenburgische Schulkinder dankbar sein mögen, die aber in anderen Külturatmosphären nach bedenklich dumpfer Pedanterie riecht. Weniger gründlich wurde dabei das Wort „Schule" behandelt. Ich wäre ihm entschieden dankbarer gewesen, wenn er eine Definition für „Schule" im Gegensätze zu „Haus" gegeben hätte; namentlich, da der Herr mit diesem kleinen Wort einen kautschukartig gedehnten Begriff zu verbinden scheint. Ich war — und mit mir die ganze Welt — bisher der sehr naiven Auffassung, „Schule" heiße, umsomehr in Gegenüberstellung zu „Haus", Schüler, und „für Schule und Haus" bedeute ganz schlicht „für Eltern und Schüler"! Aber da kommt Herr Galliner aus Schwerin und sagt, die Welt bebefinde sich in einem verhängnisvollen Irrtum, Schule heiße alles andere eher als Schüler, und ich, der ich das Wort in diesem Sinne gebraucht habe, habe eine absichtliche Entstellung begangen. Sollte ich irren, nun, so irre ich mit der übrigen Welt auch ferner und halte an meiner Vorstellung, unter Schule verstehe man, persönlich genommen, Schüler, durchaus fest. Sodann halte ichs aber für ein Unrecht gegen die Lehrer, wenn man sie als Unterrichtsobjekt mit dem Schüler in einen Topf wirft. Das habe ich gerügt, und diese Rüge halte ich aufrecht. Bernhard Traubenberg. * „Altjüdische Armenpflege" in Berlin. Anknüpfend an den Artikel „Altjüdische Armenpflege" in Nr. 19 Ihres geschätzten Blattes, mache ich darauf aufmerksam, daß meines Wissens auch in hiesiger Gemeinde ein Institut für Leidtragende besteht, welches dieselben Tendenzen hat, wie das Glogauer. Wieweit es seine Ziele verwirklicht, ist mir allerdings nicht bekannt; soviel weiß ich aber, daß einem nahen Verwandten von mir, der erst vor kurzem Leidtragender war, die Büchsen nicht ins Haus geschickt wurden. O. L., Berlin. MT Für unsere Berliner Abonnenten liegt heute ein Prospekt der Heilanstalt „Tirrrariannm" (Große Hamburger Straße 20) bei, aus dessen Inhalt wir hiermit noch besonders aufmerksam machen. jach, Berlin W. 67. — Druck: Arthur Schalem, Berlin C., Roßstr. 8. 1 ■

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