Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-05-15 · 20 (15.5.1896) · p. Seite 354

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
20 (15.5.1896)
Date
1896-05-15
Page
Seite 354 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/4794838-9609712-9610080--1418-9610094
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

0 entity mentions (1 not found in this text)

Seite 354. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 20. „Wie muß ein Lesebuch für jüdische Schulen beschaffen sein?" (Res. Lomnitz-Eldagsen); „Auf welche Weise läßt sich am besten und schnellsten die Forderung in § 9 c der Satzungen des Verbandes, betr. die lebenslängliche Anstellung sämtlicher jüdischer Lehrer, ihre Pensionierung und die Versorgung ihrer Hinterbliebenen auf gesetzlichem Wege erfüllen, resp. welche Grundlagen sind zur Herbeiführung dieser Forderung notwendig". (Res. Wertheim - Hann. - Münden); Lehrprobe: „Davids Edelmut gegen Saul" (in der Mittelstufe) von Bach- Hildesheim, und endlich freie Besprechungen. 8. Essen, 4. Mai. Der Rheinische Rabbiner - Verband, gegründet 1895, hielt am Sonntag, den 19. April d. I. in Köln a. Rh. eine außerordentliche Generalversammlung ab.! Der Vorsitzende berichtet über die Schritte, die der Verwal- ' tungsvorstand in der s. R. vom D. I. G. B. angeregten und vom Verbände beschlossenen Abgrenzung von Schulinspektionsjj bezirken gethan hat. Die Versammlung billigt einstimmig den? vom Vorstände gefaßten Beschluß, diese Angelegenheit, die durch - das bekannte selbständige Vorgehen des Herrn Dr. Singer-Coblenz z in ein neues Stadium getreten ist, bis auf weiteres ruhen zu lassen. — Alsdann legt Dr. Samuel-Essen zwei Anträge betr. den Religionsunterricht an den höheren Schulen vor. Er ersucht die Versammlung, durch Eingabe den Rabbinern das Recht zu erwirken, den von ihnen in der Religion unterrichteten Schülern auch in den Abgangs- (zumal Reife-) Zeugnissen ein Prädikat über ihre Leistungen erteilen zu dürfen. Die Eingabe wird als aussichtslos unterlassen. Nach IVsstündiger Pause stellt der Vorsitzende den 2. Antrag Samuel: „Aufstellung eines Lehrplans für den Religionsunterricht an höheren Schulen" zur Debatte. Antragsteller wünscht der Regellosigkeit und Verschiedenheit entgegenzuwirken, die in Bezug auf Lehrpensen und Ansprüche unter den als Religionslehrer an den höheren Schulen fungierenden Rabbinern bestehe. In der Debatte wird jedoch darauf hingewiesen, daß die außerordentliche Verschiedenheit der Schulverhältnisse in den einzelnen Städten die genaue Durchführung eines allgemeinen Lehrplans illusorisch mache. Antragsteller will sich mit Aufstellung der Lehrziele in den in betracht kommenden religiösen Disziplinen begnügen, doch wird entgegengehalten, daß über diese im wesentlichen keine Ungewißheit bestehen könne. Zu der Angelegenheit der Unterstützung unvermögender Gemeinden (Antrag Dr. Frank-Köln vom 4. Juni 1895) macht H. Dr. Horowitz den Vorschlag, einen Verein nach dem Muster des in seinem Amtssitze seit 25 Jahren bestehenden „Vereins zur j Förderung und Unterstützung des Schulwesens (und des Handj werks) unter den Israeliten des Crefelder Rabbinatssprengels" i für die ganze Provinz zu begründen, ihn materiell gut zu fundieren, und alsdann an die Gemeindeunterstützung heranzugehen. Die Versammlung beschließt, vorab das einschlägige statistische Material zu sammeln, und den D. I. G. B. zu ersuchen, diejenigen Gemeinden angeben zu wollen, die von den 800, des geregelten Religionsunterichts ermangelnden Gemeinden (Aufruf des D. I. G. B. vom Okt. 1895) auf die Rheinprovinz entfallen. Zugleich wird folgender Antrag des! Herrn Dr.Jaulus angenommen: „Der Rabb.-Verb. wolle einen ' Aufruf an die vermögenden Gemeinden der Rheinprovinz betr. Unterstützung der leistungsunsähigen, behufs Einführung des Religionsunterrichts ergehen lassen." Endlich hat H. Dr. David Düsseldorf noch folgende Anträge eingebracht: 1. Beratungüber Maßnahmen zur Erlangung ritueller Beköstigung für jüdische Strafgefangene. 2. Stellungnahme der Rabbiner zum Verein jüd. Lehrer in Rheinland und Westfalen. Der vorgerückten Zeit wegen wird nur noch Nr. 2 in Verhandlung genommen, und von H. Dr. David damit begründet, daß er ein freundlicheres und engeres Verhältnis zwischen den Rabbinern und Lehrern des Rheinlands herbeigeführt sehen möchte, wozu die Rabbiner den ersten Schritt thun sollten. Die Versammlung möge etwa folgende Resolution annehmen und dem Vorsitzenden des betr. Lehrervereins übergeben: „Der Rh. Rabb.-Verb. hält zur gedeihlichen Förderung der religiösen Interessen das Zusammenwirken der Rabbiner und Lehrer für erforderlich, und erklärt sich seinerseits bereit, die Bestrebungen der Lehrer, die auf eine äußere und innere Hebung ihres Standes gerichtet sind, zu fördern, vorausgesetzt, daß den Rabbinern die Möglichkeit gegeben wird, in einer geeigneten Form an ihren Beratungen teilzunehmen." Die Versammlung glaubt, von dieser Resolution Abstand nehmen zu können, da das erstrebte Zusammenwirken bereits auf verschiedenen Gebieten vorhanden sei, und es die Rabbiner an weit reichendem Entgegenkommen gegenüber den Lehrern nie hätten fehlen lassen. — Der Rest der Tagesordnung wird vertagt. Die ordentliche Generalversammlung wird für den Hochsommer in Aussicht genommen. rr Frankfurt a. M. 11. Mai. Vor etwa 25 Jahren hatte sich ein Comite zur Gründung eines jüd. Hospitals in Jerusalem gebildet, ohne daß das angestrebte Ziel bisher erreicht worden wäre! Um das Werk zu einem guten Ende zu führen, hat das Comitc, das durch Todesfälle fast aufgelöst worden war, sich hier unter Vorsitz des Rabbiners der orthod. Gemeinde, Herrn Dr Breuer, rekonstruiert und wendet sich jetzt mit einem Aufruf an alle Israeliten, dem wir folgende Zeilen entnehmen: „Die Zahl oer jüdischen Bevölkerung in Jerusalem hat sich in diesen 25 Jahren verdreifacht, die englische Mission ist mit größeren Opfern als je bestrebt, durch den Bau reichlich ausgestatteter Spitäler die jüdischen Kranken an sich zu ziehen. Die Unzuträglichkeit alles dessen, was die jüdische Krankenpflege in Jerusalem zu leisten vermochte, ist aus den hier beigesügten Erklärungen der Herren Oberrabiner Jerusalems Elejaschar und Salant, der Vorstände der Spitäler Bikur Cholim und Misgab Ladoch und der Aerzte Jerusalems in ergreifender und überzeugender Weise ausgesprochen." -ck. Hamburg, 9. Mai. Im israelitischen Tempel feierte heute Herr Dr. D. Leimdörfer das Andenken des seligen Baron Hirsch. Ausgehend vom palästinischen Targum des aus dem Wochenabschnitte gelesenen Textes: „Auch wenn sie sein werden im Lande ihrer Feinde, so verachte und verwerfe ich sie nicht, um sie aufzureiben und meinen Bund mit ihnen zu brechen, denn ich bin euer Gott," gab der glanzvolle Redner dem Gedanken Ausdruck, daß während in unserer historisch-kritischen Zeit viele Weise „Geschichte" und besonders „Geschichte Israels" sich selbst konstruieren oder „machen", und das Bibelwort wie es ihnen gerade paßt verändern und willkürlich in der Hypothese Dienst stellen, hatten die alten Weisen nicht eine.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.