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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-04-24 · 17 (24.4.1896) · p. Seite 305

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
17 (24.4.1896)
Date
1896-04-24
Page
Seite 305 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 11. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 30;). lieber billig um zehn Neukreuzer Hingebell." Häiidlor: „Das Geschäft ist geschlosseu. Hier haben Sie zwei Kreuzer als Drangeld, uud Sie behalteu das Fieber, bis ich komm und es abhol." Hier und dort. A Berlin, I!>. April. Am l-1. d. M. verschied nach läugerem Leiden Herr Riar Jneobins, betrauert von allen denen, die ihn gekannt. Ter Entschlafene zeigte stets ein reges Jitteresse für alle Gemeiitdeaitgelegeitheiten, verfolgte mit warmer Teilnahme die Bewegungen initerhalb des Jlldentnms, und mit jüdischem Herzell das Streben aller Bealnten des Jndentlnns, ihre und der Ihrigen Zukunft sieherzltftellen nild die jede freie Entwickelung hemmende Abhängigkeit 311 brechen. So war er Mitbegrüllder und Bvrstandsntitglied des Zentralvereins für die Interessen der Füdischen Gemeinde zn Berlin itnd der Hilfst affe für deutsch-israelitische Knltnsbeamke, deren Witwen und Waisen, die ebenfalls hier ihren Sitz hat. Beide Bereiire widlnen dem Entschlafeneit in der Tagespresse warme und ehreltde 'Nachrllse. Er ruhe in Frieden! " Berlin, 2l. April. Am 16. d. M. hielt der Zentralverein für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeinde seine diesjährige Generalversamntlitng für alle Bezirke der Stadt im Saale des Vereins juilger Kanslente ab. Erster Gegenstand - der Tagesordnung für die Bezirksvereine waren Ergänznngsivahlen für die nach den Bestimmungen des Statuts ausscheidenden oder durch Tod erledigten Sitze im Vorstande der verschiedenen Bezirke. Die Ansscheidenden wurden znm größten Teil wiedergewählt; nur an Stelle verstorbener und solcher Mitglieder, die während der letzten Jahre an den Arbeiten des Vereins nur geringelt Allteil genommen, wurden nene Mitglieder gewählt. Erster Gegenstand der Tagesordnung für die Generalversamlitlnng war die Entgegennahme eines Berichtes des Herrn I. Weinberg über die Arbeitell des Bereilts im verflossenen Jahre. Wie der Referent, so glauben auch wir einer ansführlichen Darlegung dessen, was der Vereiit im verflossenelt Jahre geleistet, überhobeit zn seilt. Hätte er auch nichts weiter gethan, als die Propaganda für die Repräsentaittenwahlen im November 1895 geleitet, er wäre des Dankes aller Anhäilger feiner Bestrebungen sicher. Er hat die Oppositioll znm Kampfe nnb znm Siege geführt, darllm spendeten die Zuhörer selbst dem kurzen Berichte tätigen Beifall. Sie hatten die 'Arbeiten des Vereins mitgethan, miterlebt nnd bedurften eines laugen Berichtes nicht. — 'Ans dein Rechenschaftsberichte, vom Rendanten Herrn Moritz Fräilkel erteilt, ist zn ersehen, daß die Agitation für die Repräsentantenwahl 7600 Mk. gekostet hat. Der Verein verfügt über eine Jahreseinnahme von etwa 2500 Mk., lind das Rechllilngsjahr schloß, trotz der horre.nde>l, aber ttnerläßlichen Allsgaben für Wahlzwecke, mit einem Ueberschnß von -160 Mk. ab. Dem Rendanten wurde Techarge erteilt. — Punkt 3 betraf eine Statutenänderung , nach welcher dem Vorstand im Falle einer Vakanz das Recht der Kooptation zngesprochen werden soll. Ein dahin.zielender Antrag wltrde znm Beschlnß erhoben. — In der hieranf folgenden Disknssion nahm Herr Red. Klausner als erster Redner das Wort. In längerer Rede polemisierte er gegen den Vorstand des Vereins, der das Verdienst um den Wahlerfolg am 28. November für sich allein in Anspruch gellommen habe. Hierzu sei er nicht berechtigt. Ein höheres Verdienst hätten andere, die außerhalb des Vereins gestanden, das höchste die Wähler, die für die Kandidaten des Zentralvereins eingetreten seien. Dagegen sei der Vorstand ganz allein schuld, daß die Answahl der Kandidatelt in einigen Fällen nicht glücklich gewesen sei, nnd daß Männer, die hervorragend an der Wahlagitation nnd dem Wahlerfolge mitgeivirkt, durch mißliebige Aenßernngen eines Vorstandsmitgliedes verletzt ivorden seien. Sowohl vom Vorstandstisch als ailch alis den Reihen der Mitglieder wurde auf den scharfen Angriff scharf erividert: Es sei nicht richtig, daß der Vereillsvorstand das Verdienst um den Wahlersolg für sich in Aitspritch nehme. Er reklamiere ihn jedoch für beu Verein, der seit Jahren die Wähler anfznrütteln suche nnd sie auch am 28. November geführt habe. Für mißliebige Aenßernngen, die irgend jemand gethan haben soll, sei der Vorstand als solcher nicht verantwortlich. Fehlgriffe werden bei jeden Wahl zn verzeichnen sein, so lange Wahlen von Menschen geleitet werden, von Menschen, die eurem Kandidaten nicht ins Herz fcljauen können. — Die Diskussion zog sich bis gegen Mitternacht hin, so daß für die Besprechung von wichtigen Gemeindeangelegenheitell keine Zeit mehr übrig blieb. Diese Thatsache 'ist ebenso bedanerlieh, wie die Veranlaffnttg zn der endlosen Debatte. « Berlin, 21. April. Ein hiesiges Antisemitenblatt erzählt über „Jüdische Bettelbriefe" folgendes: „Von jübifrfteu Gemeinden Galiziens werden seit einiger Zeit Bettelbriefe in großer Menge versandt, in denen für angeblich hochbetagte, erblindete nnd vom Unglück betroffene Gemeindemitglieder um Gaben gebeten wird. Daß die Sache gewerbsmäßig betrieben wird, geht daraus hervor, daß uns schon von verschiedenen unserer Leser derartige Briefe, die ifjneu zngegangen waren, eingesandt worden sind. Jetzt haben anch wir ein solches Schreiben von dein „Vorstande der israelitischen Knltns- Verwaltung" eines Ortes in Ostgalizien erhalten, mit dem Ersuchen, einen Aufruf für eineil angeblich 109 jährigen, erbltnbeten Inden, der kürzlich abgebrannt sein soll, zn veröffentlichen. Gleiche Briese sind aber, wie gesagt, schon vor längerer Zeit von dort nevfanbt worden. Was das all iut§ gerichtete Schreiben aber besonders bemerkbar macht, ist der Umstaild, daß ihni ein deutscher Fünfmarkschein beigelegt war: das Geschäft milß also ganz einträglich sein. Wir haben beu Schein natürlich an den Absellder znrückgesaildt, hielten es aber für mifete Pflicht, unsere Erfahrungen zn 'Nutz nnd Frommen llilserer Leser hier mitzilteilen." — Zn Nutz lind Frommen linsrer Leser drucken wir diese Zeilen nach nnd wiederholeil den Rat, den wir einzelllen gegeben, hier im allgemeinen: Für Bettelbriefe ans Galizien giebt es nur einen angemessenen Platz — den Papierkorb. F. Berlin, 21. April. Am 18. d. Vits, fand eine anßerordentliche Generalversammlung der „Wissenschaftlichen Vereinigung jüdischer Schulmänner zil Berlin" statt. Der Vorsitzende erwähnte vor Eintritt in die Tagesordnung, daß Kollege Gntkilld ans Cassel de»l Verein brieflich seine Grüße zur Generalversammlung übermittelt habe. Nach Anfilahme

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