Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-03-27 · 13 (27.3.1896) · p. Seite 239

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
13 (27.3.1896)
Date
1896-03-27
Page
Seite 239 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4794838-9609712-9609957--1296-9609972
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

r'WF‘: m. Nr. 18. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 239. und Juden nicht gestatte, ließ sich von der Galerie eine Stimme vernehmen, welche belehrend dazwischen rief: „Kerem, most mar lebet". (Bitte, jetzt kann man schon!) — Rabbinerpromotiv n. Im Beisein eines ansehnlichen Publikums fand in der Synagoge der Landes-Rabbinerschule die Rabbiner-Promotion der an der Anstalt absolvierten Hörer DTr. Wilhelm Adler, Joseph Frank, Desider Herkovitsch, Herman Hoffer, Jakob Singer und Bernhard Heller unter den üblichen Festlichkeiten statt. Tie Ansprache an die Abiturienten hielt Dr. M. Klein, Präses der Prüfungskommission. Tie Abschiedsrede im Namen seiner Kollegen hielt Dr. Hoffer, worans der greise Direktor der Anstalt, Moses Bloch, die Pronlovierung mit einer hebräischen Rede vornahm und den jungen Rabbinern die Diplome überreichte. Tie solenne Feier schloß mit eiliem vom Tempelchore vorgetragen Psalm und dem Hymnus. Warschau, 28. März. An der Ecke der Beljanskajatmd Tlomatzkajastraße in Warschau befindet sich ein Geschäft mit der Firma: „Helena Ragozinskaja — Jüdin." Die Warschauer Polizei gestattete nicht, daß Frau R. eine Firmatafel, die einen „christlichen" Rainen trägt, angebracht habe. "Als sie jedoch bewies, daß Helena ihr einziger Name sei, auf den alle ihre Dokumente lauten, erlaubte die Polizei großmütig, daß er ans der Tafel bleiben dürfe, doch müsse sie das Wort „Jüdin" hinzufügen. Cöö London, 19. März. Das Testament Sir Julian Goldsmids enthält folgende interessante Bestimmung: „Ich erkläre hiermit, daß, wenn eine meiner Töchter einen Mann nichtjüdischen Glaubensbekenntnisses heiratet, dieselbe nur die Hälft? ihres Erbteiles erhält; die andere Hälfte ist zu gleichen Teilen^ an meine andern Töchter zu verteilen." ♦ London, 20. März. Der Vize-Kanzler veröffentlicht im „Cambridge Reporter" die Wahl des Herrn Israel Gollancz zum Lektor des Englischen an der dortigen Universität. Vor 5 Jahren erschien die erste litterarische Publikation des Herrn Gollancz, welche der Hospoet Lord Tennyson in einem Lobgedicht verherrlichte. London, 21. März. Zu dem Trauergottesdienste für den verstorbenen Kownoer Rabbiner hatte sich am 12. März abends eine imposante Menschenmenge in der großen Synagoge eingefnnden. Obschon die Nachricht vom Tode des hochverehrten Rabbiners R. Jizchak Elchanan Spector erst am vorhergehenden Tage nach London kam, war die Synagoge mit einer selten gesehenen Zahl Andächtiger, deren Trauer kein bloßer Schein war, gefüllt. Rev. Hast trug nach dem Abendgebete einen Psalm und einige passende Bibelstellen vor und seine Stimme zitterte vor Erregung als er die Worte sprach: „Wert in den Augen Gottes ist der Tod seiner Frommen". Hierauf hielt der Chief-Rabbi eine Rede in deutscher Sprache, die kein Auge thränenleer ließ. „Ach, gottgeweihte Seele," so schloß die eindruckvolle Rede, „wie du im Leben heldenmütig gearbeitet für deine niedergetretenen Brüder, so wirst du jetzt für sie das Wort führen am Throne der Barmherzigkeit. Möge dein begeisterndes Beispiel doch einen Funken deines nicht zu bezähmenden, nicht zu löschenden heiligen Eifers in uns entzünden!" 'Nach dieser Rede und einem Gebete für die Seelenruhe des Verstorbenen wurde der 16. Psalm rezitiert und das „Jigdal" nach der Melodie der heiligen Feste vorgetragen. Keiner rührte sich vom Platze, bis der Chief-Rabbi die Synagoge verlassen hatte; erst dann entfernten sich die Andächtigen in feierlicher Stille. X Jerusalem, 20. März. Ueber die Schulverhältnisse in unserem Lande teile ich Ihnen folgendes mit: Neben zahlreichen Handwerkerschulen bestehen hier 59 organisierte Knabenschulen der Alliance mit 5900 Schülern und 20 Mädchenschulen mit über 2000 Schülerinnen. Die Ackerbauschule der Alliance „Mikweh-Jsrael", die den ersten Anlaß gab zu einer wirklich rationellen Bauernkolonisation seitens der Juden hat dem heiligen Lande einen wirtschaftlichen Aufschwung gegeben, der seit Jahrhunderten nicht mehr zu sehen war. Sie har sich denn auch schon jetzt zu einer stattlichen jüdischen Banernkolonie entwickelt und den Anlaß zu einer gleichen Gründung in Tunis gegeben. Die große Handwerkerschule zu Jerusalem zählt gegenwärtig mehr als 140 Schüler und 120 Handwerkszöglinge. Man findet z. Z. an Juden in derselben beschäftigt: 29 Tischler und Kunstdrechsler, 28 Schmiede, 16 Mechaniker, 17 Kupferschmiede und 25 Bildhauer. Besonders wichtig ist auch die Entwickelung eines jüdischen Gymnasiums mit reinhebräischer Unterrichts- und Umgangssprache. Auch diese Schule hat viele muhammedanische Zöglinge. ß Capstadt, 14. März. Anr Errichtung eines Lehrstuhls für die hebräischen Disziplinen an der südafrikanischen Universität haben die Herren Lewis und Markus 20 000 Mk. gespendet. * Personalien. Versetzt: Herr I. Piski von Freienwalde nach Elbing. — Herr Lehrer M. Spanier in Magdeburg ist von der Universität in Bern ans grnnd einer Dissertation und nach bestandenem mündlichen und schriftlichen Examen zum IR. pbii. promoviert worden. — Zum Rabbiner in Bielitz ist Dr. Marcus Steiner, Zögling des Pester Rabbiner-Seminars, gewählt worden. — Zum Nachfolger seines verewigten Vaters, Rabbi Jizchak Elchanan in Kowno, ist Rabbi Hirsch Rabbinowitz, der Wilnaer „Stadt - Maggid" — nicht „Rabbiner", wie andere Blätter ihn nannten, da Wilna einen „Rabbiner" nicht anstellt! — gewählt worden. Litterarisches. N-'ipn mc Die Accente der heiligen Schrift (mit Ausschluß der Bücher n'c'N) von I. M. Japhet. Frankfurt a/M. Verlag von I. Kaufmann. 1896. 8». XI u. 184. Mk. 2.50. Tie Lehre von den Accenten der heiligen Schrift gehört zu denjenigen Gebieten, die bisher nur den Fachgelehrten zugänglich waren, und die wegen der Schwierigkeiten, die mit dem Studium derselben verbunden sind, auch stets nur von wenigen gepflegt wurde. Das vorliegende Werk bezweckt nun, durch eine auf wiffenschastlicher Grundlage beruhende Darstellung der Regeln, welchen die 'bvz folgen, die Kenntnis ihres kunstvollen Systenis in weiteren Kreisen zu verbreiten. — Nach einigen Bemerkungen über die Tonaccente überhaupt wird die Bedeutung der Accente für die Satzgliederung und für die Verbindung der einzelnen Wörter dargelegt. Es werden dann die einzelnen Accente nach ihren Eigentümlichkeiten und imch der Art ihrer Verwendung, betrachtet und die Veränderungen I

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.