Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 6 (7.2.1896)
- Date
- 1896-02-07
- Page
- Seite 105 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. (>. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 106. Hier und dort. — Berliner Veretne. Der Synagogen-Vereiu „ A h a - was Scholaum" hielt am 26. Januar seine diesjährige General-Versammlung ab. Ans dem erstatteten Jahresbericht ist zu entnehmen, daß die erweiterten Obliegenheiten des Vereins eine Erhöhung des Beitrages von 6 Mk. aus 8 Mk. jährlich erfordern. Dagegen ist das Eintrittsgeld von 3 Mk. fallen gelassen ivorden. Die Bilanz der Kasse ergiebt 9800 Mk. in Einnahme und Ausgabe. Das Resultat der Vorstandswahl ist folgendes: Herr I. Hirschberg, Vorsitzender; Herr Asmns, Beisitzer; Herr Ehrenwerth, Schriftführer; Herr I. Pick, Rendant; Herr M. Scheyer, Syuagogen-Vorsteher. Die vor einigen Monaten eröffnete Religionsschnle wird schon von 35 Kindern besucht. — An demselben Tage hielt auch der Synagogen- Verein „Beth Zion" seine ordentliche General-Versammlung ab. Alts dem vom Vorsitzendeil Herrn Heymannsohn erteilten Verwaltungsbericht geht hervor, daß die Mitgliederzahl des Vereins in stetigem Wachsen begriffen ist, und daß sowohl die Synagoge als ailch die Religionsschtlle sich des besten Zuspruchs erfreuen. Der Kassenbericht ergab ein recht be friedigendes Reslcktat. In den Vorstand des Vereins wurden gewählt die Herren I. Heymannsohn, 1. Vorsitzender; I. Hopp, 2. Vorsitzender; L. Holevy, 1. Schriftführer; I. Berju, 2. Schriftführer; M. Rogasinski, Rendant; A. Segall, Kontrolleur; Steppack ilnd Blumenthal, Schulvorsteher; Kleczewski, Beisitzer. —Ter Humanitätsverein „Gewul tow“ hielt seine diesjährige General-Versammlung am 28. Januar im Englischen Garten ab. Aus dem erstatteten Jahresberichte sind folgende Daten zu entnehmen: Der Verein zählt 708 Mitglieder und die Kassen verfügen über 37 000 Mark. Bei der Vorstandswahl wurden gewählt: Znm 1. Vorsitzenden Herr G. Michaelis; znm 2. Schriftführer Herr I. Bloch; zu Beisitzendeu die Herreu L. Krouer, G. Friedländer, Louis Cohu und Rechtsanwalt I. Cohn; zu Krankenvätern die Herren Epstein lmd Eh. Eisenberg. Die Gründung einer Sparimd Darlehnskasse wurde perfekt, sodaß eiue neue segensreiche Institution bald ins Leben treten wird. Zu Revisoren für 1896 wurden die Herren L. Jastrowitz und L. Stein gewählt. Das nächste Vergnügen zum besten der Vereinskasse findet am 12. d. Mts. in Kellers Festsälen, Köpenickerstr. statt. — Das jüdische Kurhospital in Kolb erg versendet soeben seinen 22. Jahresbericht, dem wir folgende Angaben entnehmen: Während der vorjährigen Knrzeit sind 171 arme Kranke nnentgeltlich verpflegt und ärztlich behandelt worden; unter den Aufgenommenen befanden sich 65 skrophulvse Kinder. Durchschnittlich verblieben die Pfleglinge 30 Tage im Hospital, deren überwiegende Mehrzahl in wesentlich gebessertem Zustande entlassen werden konnte. Einnahmen und Ausgaben hielten sich mit 22 413 Mark (rund) im Gleichgewicht. Das Grundvermögen des Knrhospitals beträgt 141050 Mark, das Grundkapital 85 400 Mark. Das Kurhospital wird zum allergrößten Teil aus freiwilligen Gaben erhalten; es wäre daher sehr zu wünschen, daß dieselben reichlicher flößen, denn weitaus die meisten Bittgesuche — es wurde» ihrer 659 gezählt — mußte» aus Mangel an Mitteln abgcwiesen werden. — Aus Westfalen wird uns geschrieben: Wie antisemitische Märchen oder Lügen entstehen und im Publikum verbreitet werden, davon hier ein Beispiel. — Irr letzter Zeit sind in Nordwestfalen, wo das Muckertum blüht und grünt, an verschiedenen Orten konservative Versammlungen abgehalten worden. In einer derselben zu Levern im Kreise Lübbecke uämlich hat eiu Reduer das Anekdötchen zum beste» gegeben, — ein jüdischer Stndentenverein zu Würzburg haben in seiner Kneipe einen Weihnachtsbaum aufgestellt und Schweinsblasen daran gehängt. — Daraufhin hat der Herr Lehrer I. Rosenbach zu Lever» diese Mitteilung nach ihrem Gehalte untersucht, indem er sich an die Redaktion der „Bairischen Landeszeitung", worin allerdings eine solche Mitteilung gestanden, gewendet. Er erhielt den Bescheid, — daß die Studentenverbindung „Salia" zu Würzburg, wo eiue jüdische Verbindung gar nicht besteht, die unschuldige Ursache besagter Anekdote sei. Die „Salia" habe einen Weihnachtsbaum aufgestellt, Leckerbissen daran gehängt, ein Student habe eine Blase mit Kerze «keine Schweinsblase) daran angebracht, um eine elektrische Bogenlampe daran zu demonstrieren. — Die Verbindung hat aber gleich gegen die im Publikum ausgestreute gehässige Deutung des Vorganges Verwahrung eingelegt, — die Zeitung hat ihr Bedauern über den ihr zugegangenen, falschen Bericht ausgesprochen, und die Sache klargestellt. — Auf eiue Zuschrift des Herrn Rosenbach an den betreffenden Redner (aus Bielefeld) in jener Versammlung — hat dieser in höflicher Form sich entschuldigend geantwortet, mit dem Hinweis darauf, daß jene (judenfeindliche) Anekdote in verschiedenen Zeitungen gestanden. — Tie älteste und größte jüdische Gemeinde in Boston und in den New-England-Staaten ist die Oheb Schalom-Gemeinde. Sie wurde vor einem halben Jahrhundert aus die Basis des polnischen Ritus gegründet und mit einigen Veränderungen so erhalten. Vor circa sechs Monaten erwählte die Gemeinde den jungen Rabbiner Samuel Hirschberg, einen Zögling des Hebrew Union Kollege und am 10. Januar faßte die Gemeinde den Beschluß, das neue von der Konferenz herausgegebene Gebetbuch einzuführen, vor der Hand für den Freitag Abend-Gottesdienst nnb mit Ausnahme des Neujahrs, die rabbinischen zweiten Feiertage abzuschaffen. Personalien. — Zu Ehren des Herrn Geheimrat Prof. l)r. Lazarus, der neulich im Litteraturverein in Hamburg einen wissenschaftlichen Vortrag hielt (cfr. den Aufsatz in der heutigen Stummer) fand im Hause des Predigers Herrn I)r. Leimdörfer ein Bankett statt, an dem alles, was zur Elite des Geistes in Hamburg zählt, teilgenommen hat. — Versetzt ist Herr B. Pessen von Stallupönen nach Insterburg. — Herr E. Goldberg von Filehne nach Landsberg (Ostpr.). — Herr H. Heimann von Eschweiler nach Dettensee (Hohenzollern.) — Das Schachtournier in St. Petersburg endete am 27. Januar mit einem vollständigen Siege I)r. Lasters über I)r. Steinitz, Pilsbury und Tchigorin. — Ter Schachmeister L. ist — wie unsere Leser wissen — ein Sohn des würdigen Kultusbeamten der jüdischen Gemeinde in Berlinchen — Die „New-Pork Times" vom 17. v. M. sagt in ihrem Berichte über die Aufführung der „Walküre" im städtischen Opern