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Jeschurun · 1895-01-11 · 2 (11.1.1895) · p. Seite 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1895)
Issue
2 (11.1.1895)
Date
1895-01-11
Page
Seite 30 (sequence 14)
Language
German
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Seite 30. JeflHurun. Nr. 2. Philologie zu gute gekommen ist, mar gleichsam die Einleitung zu e ncr Ausgabe des großen Pentateuchkommcntars des Raschbam, deren Erscheinen im Jahre 1881 ein Ereignis für die Pfleger des rabbinischen Schrifttums mar. Während der letzten Jahre beschäftigte sich Nosin mit der Schaffung einer kritischen Ausgabe der Gedichte des Abraham in Esra, der er eine Uebersetzung der Gedichte beigab. *h. Negiernngsversügung. Nachdem Landesrabbiner Dr. Freudenthal in Dessau die Herzog!. Regierung daraus hingewiesen, daß von Seiten der öffentlichen Schulen eine größere Berücksichtigung des jüdischen ReligionSunterichteS wünscheusmert sei, hat dieselbe (Abt. für das Schulmesen) die Vorsteher öffentlicher Schulen angewiesen, Zeugniffe über den Religionsunterricht, welche ihnen von den zuständigen Religionslehrern rechtzeitig zugestellt werden, für die Feststellung der Gesamturteile über das Verhalten der Schüler in Erwägung zu ziehen, bez. zu berücksichtigen und sodann mit dem Vermerk der geschehenen Kenntnisnahme zurückzugeben, auch falls besondere Beschwerden des Religionslehrers hierzu uach dem Urteil der Schule begründeten Anlaß bieten fällten, im Schulzeugnisse hierüber etwas zu bemerken. — Diese Verfügung dürfte die besten Erfolge haben. * w Die israelitische Lehrerbildungs-Anstalt in Würzburg versendet den Rechenschaftsbericht des dreißigsten Jahres ihres Bestehens. Aus ihm ist zu ersehen, daß bereits 256 Zöglinge der Anstalt segensreich wirken. Im letzten Jahre haben neun Zöglinge nach bestandener AustrittSprüsung in die Praxis entlassen werden können. 5 Schüler haben Unterricht, Wohnung, Beköstigung und ärztliche Behandlung, 4 die Beköstigung ganz und 21 teilweise erhalten. * n Herr David Rubin, Inhaber eines Musikinstitutes in Prag, feierte am 24. vor. Ri. fein 25 jähriges Jubiläum als Chordirektor im neuen israelitischen Tempel zu Prag. Der Jubilar, der im 57. Lebensjahre steht, aber noch in vollster Manneskraft wirkt und schafft, hat seine musikalischen Studien am Prager Konservatorium mit so glänzenden Fortschritten absolviert, daß er schon als 16 jähriger Jüngling in einer großen Konzertveranstaltung Mitwirken konnte. Am 22. Dezember 1869 wurde Rubin als Ehordirigent an den Prager israelitischen Tempel berufen und das ganze Vierteljahrhundert hindurch hat er den Chorgesang dortselbst durch ernste und künstlerische Bestrebungen zu stetig höherem Ansehen gebracht. Auch als Komponist hat sich der Jubilar vielfach und rühmlichst bethätigt, speziell durch seine „Tempelgesänge". * e Die Mitglieder der Großen Synagoge in London hielten kürzlich eine General-Versammlung ab. Aus der Tagesordnung stand u. a. ein Antrag des Schulvorstehers, die Scheidewand, die die männlichen Betenden von den weiblichen trennt, zu entfernen. Der Antrag wurde mit großer Majorität ab gelehnt. Wie „Jcw. Chronicle" meldet, fand sich unter den diesen Antrag befürworteten Stimmen auch die der Frau Ober-Rabbiner Dr. Adler. * Von der türkischen Regierung ist Befehl ergangen, in allen Schulen, gleichviel ob mohammedanischen, christlichen oder jüdischen, abweichend von dem bisherigen Verfahren, den Unterricht in der türkischen Sprache zu erteilen. Auch dem Chachani Baschi von Konstantinopel ging infolgedessen ein dahingehender Befehl zu. * Hier und dort. Am Sonnabend Abend gab nach vierjähriger Pause Frl. Rosa Olitzki wieder einen Liederabend in der Singakademie. Der Saal war dicht gefüllt und die Aufnahme der künstlerisch-hervorragenden Leistungen eine stürmische. Wir registrieren diese Nachricht hier, weil die Künstlerin ein Mittb unsrer Stadt Tochter des würdigen ersten Kantors der Adaß-Jißroel-Gemcinde und durch ihren Kunstgesang die rückhaltlose Anerkennung selbst der antisemitischen Presse erworben hat. — Am 18. d. M. feiern Hr. Rentier H. 2 t e i n b e r g (Elisabethstr. 20) nebst (Gattin ihre goldene Hochzeit. — Am 12. d. M. begeht Hr. Rabb. 'Tr. Kahn in Wiesbaden sein fünfuudzwanzigjähriges Jubiläum als Rabb. der hiesigen Israelitischen Rcligionsgesellschaft. „Dr. Kahn, — so wird uns aus Wiesbaden geschrieben, „der Gründer der hiesigen „altisrael. (ortodoxen) Gemeinde" ist, und im „Austrittsgesetze" von 76 bekanntlich eine hervorragende Rolle spielte, genießt durch sein tolerantes Vorgehen (im Gegensatz zu gewissen Andren) auch in unseren liberalen Streife» lebhafte Sympatien. -- Hr. Lehrer Silberstein ist von Brotdorf nach Mehring a. d. Mosel und Hr. Lehrer Plaut von Londorf nach Wehda versetzt. — Am 2. d. Mhaben die Brombergcr Antisemiten wieder eine Versammlung abgehalteu. Ten Anwesenden wurde aber nur bekannt gegeben, daß vom 11. d. M. ab allwöchentlich ein antisemitisches Wochenblatt als Organ des Vereins für die Provinz Posen erscheine» wird. — Am 24. Dezember starb in Stadtlengsfeld im Alter von nahezu 88 Jahren der einer. RcligionSlehrer Jacob Salzer, Vater des dortigen Landrabbincrs Dr. Salzer. Ter Verblichene hat 47 Jahre lang in Ermershausen (Baiern) gewirkt. Zu der Bestattung hatten sich viele Freunde und .Kollegen aus der Umgegend cingefunden, ferner der Pfarrer deS Ortes, der Rektor der Schule .'c. Tief ergriffen hielt Hr. Landrabbiner Tr. Salzer dem geliebten Vater die Gedächtnisrede. Hr. Dr. Roubinowitsch in Paris ist zum Direktor der Klinik für Geisteskranke an der medizinischen Fakultät der dortigen Universität ernannt worden. — Bei dem großen Brande in dem Stadtviertel Hasköi in Konstantinopel sind 200 von armen Juden bewohnte Häuser zerstört worden. vminsdiitc. * Die für den 26. d. M. nach Beuthen einberufene Versammlung der „freien Vereinigung jüdischer Lehrer Qber- Schlesiens" hat sich sehr eingehend mit der Frage der Neugründung von Central-Lehrervercinen beschäftigt. Entschiedene Mißbilligung fand das Vorgehen des „Reichsverbandes", welcher für den 27. Dezember, also aus den darauf folgenden Tag, eine Bezirksversammlung nach Kattowitz einberuscn hat. Dieses störende Eingreifen in die Thätigkeit eines seit Jahren bewährten Vereins war jedoch ohne Erfolg. Die Versammlung konnte am 27. Dezember in Kattowitz nicht stattsinden, da sich nur — zwei Lehrer als Teilnehmer gemeldet hatten. Dagegen war der Verlaus der am 26. in Beuthen abgehaltenen Versammlung ein durchaus befriedigender und schöner. Außer der Beratung über das Vereinswesen stand ein Vortrag des Herrn Lehrers Abraham-Königshütte: „Anregende Gedanken für den jüdischen Geschichtsunterricht in der Volksschule" aus der Tagesordnung, welcher ungeteilten Beifall fand. Ein ausführlicher Bericht folgt. * Konstituierende und Generalversammlung des Vereins der Rabbiner und jüdischen Lehrer in Rheinland und Westfalen. Auf Einladung eines provisorischen Komitees waren im Hotel Kaufmann, Köln, auf der Ruhr Nr. 9, nachmittags 3 Uhr, cirka 30 Lehrer aus Rheinland und West»

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