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Jeschurun · 1893-08-11 · 32 (11.8.1893) · p. Seite 512

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1893
Issue
32 (11.8.1893)
Date
1893-08-11
Page
Seite 512 (sequence 14)
Language
German
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Seite 512. Nr. 32. Ji t f dj u r n n. war, dazu eingeladen und dieser beobachtete den Vorgang von dem anstoßenden Zimmer aus, ohne von den übrigen gesehen zu werden. In den, Momente, als Maimuni leidenschaftlich erregt sprach, ging die Thür auf, und der gefeierte Abdellatif wurde den Anwesenden vorgestellt. „Laß uns deine Meinung hören, Abdellatif," sprach der Sultan; „dein Unteil soll entscheiden." „Großer Sulran, ich bin aus Neugierde getrieben worden, deine Residenz aufznsuchen. Unter anderem sehnte ich mich, Mnsa, Sohn Maimuns, dessen Name bis zu uns gedrungen, kennen zu lernen. Ich bin durchaus nicht von vorn herein für ihn eingenommen, vielmehr halte ich das philosophische Buch, welches er jüngst für die Juden geschrieben, für ein verderbliches Werk, das geeignet ist, die Grundsänlen der Religion zu erschüttern, gerade durch die Mittel, welche bestimmt scheinen, sie zu befestigen. Aber das steht in der Heilkunde fest: Ein Blindgeborner kennt den Unterschied der Farben nicht." — — Solche Sagen und Geschichten liefen über Leben und Wirken des Maimonides zahlreich um, welche beweisen, wie gewaltig der Zauber seiner Persönlichkeit auf Mit- und Nachwelt eingewirkt hatte. Dennoch hat er nicht einen unversehrter Nuhmeskranz mit ins Grab genommen. Während die einen voll Begeisterung für seinen Namen und seine Werke entflammt waren, klagten die andern, er habe ein fremdes Feuer auf den Altar des Herrn gebracht, während die Freisinnigen ihn fast vergötterten und ihn als den weithin strahlenden Lenchtthnrm der Wissenschaft priesen, zogen Dunkelmänner ihn in den Stanb und beschimpften den toten Löwen, vor dem sie früher, so lange er noch lebte, scheu zurückgetreten waren. Wer jedoch stets, wie Maimuni, das Gute gewollt das Edle erstrebt, das Gemeinwohl gefördert und Großes gewirkt hat, der hat das Höchste errungen: die Unsterblichkeit. ms Ahltvardts Dank an die Juden. Von M. Lcherbel. Besten Dank an euch, Ihr Inden, Für den Ruhm, den ich gewann. Denn durch euch bin ich geworden Ein gar viel genannter Mann. Wären Jaden nicht vorhanden, Gab' es keinen Judenhaß, Und zum Weg der hohen Ehren Fehlte mir alsdann der Paß. Wer denn wollte etwas wissen Sonst von mir — und sehet, heut liegen Städte, die mich wollen Als „Erwählten" gar im Streit. Über mich ich selbst fast staune, Wie man mich so hoch gesetzt, Daß, o Wunder, ich geworden Abgeordneter zuletzt. Wem wobl anders muß ich's danken. Als euch Juden und dem Haß, Den ich euch Hab' nachgetragen, Kühn und rhne Unterlaß? Wer wohl möchte Zweifel hegen, Daß noch Höh'res mir z teil, Wenn im Judenhaß ich wirke Weiter fort zu meine m Heil? Ja, ich fühl's in mir, ich werde Deutscher Kanzler noch fürwahr, , Wer's nicht glaubt. — ihm will ich's legen „Aktenmäßig" baldigst dar. Aber dann will ich beweisen, Wie ich tief vom Dank gerührt, Orden allen Ranges werden Dann den Juden zugefüyrt. Gleichgestellt in allen Rechten Mach ich sie im ganzen Reich, Was" sie selbst nur werden möchten, Ja, sie seien's andern gleich. Judenflinten sind vergessen, Nichts mehr das Vertrau'» verscheucht, Was ich wollte ist geschehen: „Octavio - du hast's erreicht!" ' Vereillsbote. Protok o l l der Plenarversammlung des „Nnterstühungsvereins für isr. ffehrer-Witwen- und Waisen in Württemberg," sowie der freiwilligen Konferenz isr. Uehrer und Vorsänger Württembergs. Abgehalten am 25. Juli im Hotel Wegginger in Stuttgart. Der Vollversammlung ging am Abend vorher eine nichtöffentliche Ausfchußsitzung voraus. Die Hauptversammlung leitete Vereinsvorstand Stern-Eßlingen mit einer Begrüßung der anwesenden Vereinsmitglieder und Gäste ein. Als Gäste waren nämlich anwesend die Herren pens. Oberlehrer Liebmann-Stuttgart, Rabbiner Kahn-Heilbronn, Rabbiner Dr. Stößel-Stuttgart, Privatier M. H. Goldschmidt, Vorstand des Waisenhauses in Eßlingen. Sodann referierte der Vorstand über das abgelaufene Vereinsjahr. Als traurige Begebenheiten hebt er hervor den Tod Ihrer Majestät der Königin Olga, die jederzeit dem Verein eine hilfsbereite Förderin war; den Tod des Ehrenmitglieds Herrn Kirchenrat Dr. v. Wassermanns, der dem Verein allezeit von ganzem Herzen zugethan war; den Tod des Ehrenmitglieds des Ausschusses, Herrn Oberlehrer Elsässer-Crailsheim, sowie der Vereinsmitglieder Stern-Sontheim, Eichberg-Stuttgart. Durch Erheben von den Sitzen wurde das Andenken der Verstorbenen geehrt. — An freudigen Ereignissen hebt der Vorstand hervor, daß Seine Majestät König Wilhelm II dem Verein sein aufrichtiges königl. Interesse zugewendet und Ihre Majestät die Königin Charlotte den Verein mit einer Gabe bedacht habe. Der Verein habe sich au Lehrerjubilüen und Familienfesten beteiligt. — Herr Lehrer Metzger-Cannstatt, Vereinskassierer, erstattete den Rechenschaftsbericht Ans ihm geht hervor, daß das Vereinsvermögen ans 43882 Mk. angewachsen ist; Zunahme im letzen Jahre 1273 Mk. Verteilt wurden an Hinterlassene der Lehrer 1600 Mk. Eine Lehrerswitwe erhält (neben der Staatspension) 200 bis 300 Mk. ans der Vereinskasse. (In dieser Hinsicht wird

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