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Jeschurun · 1893-07-14 · 28 (14.7.1893) · p. Seite 442

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1893
Issue
28 (14.7.1893)
Date
1893-07-14
Page
Seite 442 (sequence 8)
Language
German
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Seite 442. -5* 3 e> f th u r u u. Nr. 28. des Nomen Jißroel—Israel, ist das Leichteste auf der Welt, der Geist hat nur auf den Laut, der in beiden Sprachen fast gleich ist, zu achten. Schwerer ist schon: Schema, höre! Da ist 1) die Verschiedenheit in den beiden Sprachen, 2. die Imperativform! - Noch mehr Inhalt hat schon tischmeu, ihr werdet hören, hier ist für das Futur eine neue Silbe „ti“ hinzugekommen. Nur angedentet sei hier, daß das, wie in diesen Beispielen, vielleicht überhaupt das ganze Verhältnis von „leicht" und „schwer" kein qualitatives sondern ein rein quantitatives ist. Man bedenke nämlich folgendes: in allem Schweren ist das Leichte mit enthalten, nicht aber umgekehrt. Mich erinnert das an eine Frage aus meiner Kinderzeit die wir in der Schule uns anfgaben: Was kann man besser auswendig, „ganz Hallel" oder „halb Hallel?" Natürlich, war die Antwort: „halb Hallel!" Warum aber, fragten wir weiter, man betet doch im Jahre öfters „ganz Hallel" als „halb Hallel?" Das verblüffte, aber es stimmt. Neun Tage Sukkoth, 8 Tage Chanukka und die 2 ersten Tage Peßach, 2 Tage Schowuoth macht allerdings nur 21, während Bosch chodesch, zur Hälfte 2 Tage und 6 Tage Peßach eine größere Zahl eigiebt. Aber beim „Thillim-Sagen" und die 2 Seder-Abcnde wird ja ganz Hallel gesagt? Man müßte also ganz Hallel besser inne haben als „halb Hallel '? (Fortsetzung folgt.) Protokoll -er am 23. und 24. Mai 1893 im Laale des Restaurateurs I'alk Hannover stattgefundenen 29. Versammlung des Vereins jüdischer Hehrer in der Provinz Hannover. Orste Kitzung, Dienstag iten 23. fflai nachmittags 4 Wir. Anwesend waren drei Ehren- und dreißig ordentliche Mitglieder. Der Vorsitzende, Herr Lehrer Blumenfeld- Adelebsen, eröffnet die Sitzung mit herzlichen Begrüßungsworten und einer Ansprache, in welcher er der Betrübnis der Lehrer Ausdruck giebt, daß man es habe erleben müssen, wie in heftiger Weise im verflossenen Jahre die jüdische Lehre und das jüdische Schrifttum von gewisser Seite angegriffen worden. Man habe sogar die Lehrbücher der jüdiichen Religion einer Prüfung auf ihren moralischen Inhalt unterzogen, als ob die jüdische Lehre verderbend für Staat und Kultur sei. Dies sei aber nicht bloß verletzend und bedrückend für uns als Lehrer der jüdischen Religion, — es sei auch ungerecht. Wir hingen gerade in Befolgung unserer Religion mit allen Fasern unseres Herzens an unserm Vaterlande, dessen Wohl wir mit aller Kraft und in treuer Hingebung zu befördern suchten, nicht zum mindesten dadurch, daß wir in Schule, Synagoge und Gemeinde eine Lehre und ein Schrifttum zum Verständnis und zur Anerkennung brächten, die Jahrtausende überdauert. Wir wollten uns indes durch ungerechte Angriffe nicht verbittern lassen, sondern unentwegt die uns vergezeichneten Bahnen der Pflicht und des Gewissens wandeln. Der Vorsitzende schloß seine Ansprache mit einem Hoch auf den Kaiser, in das die Versammlung dreimal begeistert einstimmte. Darnach folgten noch Ansprachen seitens der Herren Landrabbiner Dr. Gronemann und Dr. Lewinsky und des Delegierten des D. I. G. B. Herrn Rechtsanwalt Dr. Benfey-Hannover. Die mit großem Beifall aufgenommene Ansprache des letzteren gipfelte darin, daß die Lehrer namentlich berufen seien, den Antisemitismus zu bekämpfen. Sowie man 1866 gesagt habe, der preußische Schulmeister habe die Schlacht bei Königgrätz gewonnen, so möge man dereinst sagen können, der jüdische Lehrer habe den Antisemitismus totgeschlagen. Dazu sei keineswegs erforderlich, daß der Lehrer die antisemitischen Versammlungen besuche und thatsächlich in den Kampf eintrete. Durch nachhaltiges, gewissenhaftes Wirken im Amte werde er schon sein Ziel erreichen, wie ja auch nicht gemeint sei, daß der preußische Schulmeister in der Schlacht bei Königgrätz zugegen gewesen. Redner forderte die Lehrer auf, ihre Gemeinden zum Beitritt zum D. I. G. B. thunlichst zu veranlassen, indem er durch Zahlen nachwies, wie derselbe gerade für Schulen und Lehrer große Aufwendungen mache. Schließlich bemerkte derselbe noch, daß der Gemeindebund einem allgemeinen jüdischen Lehrerbunde, dessen Gründung man anscheinend im Auge habe, sympathisch gegenüberstehe. Ein solcher Bund könne auf Unterstützung und Förderung seitens des Gemeindebundes rechnen. Der Vorsitzende ging nunmehr zum ersten Gegenstand der Tagesordnung, zur Berichterstattung über. Er widmete zunächst dem am 25. September 1892 verstorbenen Ehrenmitgliede, Herrn Landrabbiner Dr. Buchholz-Emden einen ehrenden Nachruf. Ebenso gedenkt er des nach langem Leiden verstorbenen Lehrers Kaufmann-Einbeck, der stets mit Fleiß und in Pflichttreue seines Amtes gewaltet habe. Die Versammlung ehrte das Andenken der Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Sodann berichtet der Vorsitzende über die Schritte, die er in Gemäßheit des Beschlusses der vorjährigen Versammlung gethan, um einen Anschluß des Vereins an den allgemeinen preußischen Lehrerverein herbeizuführen. Das Resultat war ein negatives, indem letzterer der Auffassung war, daß die Organisation des Landeslehrervereins eine derartige sei, daß kleinere Verbände nicht in den Rahmen desselben paffen, und gab anheim, etwa einen Anschluß an den Lehrerverein Hannover herbeizuführen und dann vielleicht eine besondere Sektion zu bilden, in der die spezifisch jüdischen Interessen gepflegt werden könnten. Ebenso find Schritte gethan behufs Vereinigung der sämtlichen jüdischen Lehrervereine Deutschlands zu einem Lehrerbunde. Das Resultat steht noch aus und bleibt dem Vorstände die Aufgabe, die Angelegenheit weiter zu verfolgen. Erfreulich war der Bericht des Vorsitzenden über die Neuregelung der Dienstalterszulagen für die jüdischen Lehrer in der Provinz Hannover. Darnach sind nunmehr die jüdischen Lehrer ihren christlichen Kollegen völlig gleichgestellt und erhalten die volle Alterszulage aus Staatsmitteln und nicht mehr, wie bisher, zum Teil aus Mitteln des Provinzialfonds. Dieses günstige Resultat schreibt der Vorsitzende dem energischen Eintreten der Herren Landrabbiner zu. Die Versammlung bringt denselben ihren Dank dafür durch Erheben von ihren Sitzen zum Ausdruck. Der Vorsitzende begrüßt namens des Vereins den neuen Landrabbiner des Landrabbinats Hildesheim Herrn Dr. Lewinsky und drückt seine Freude aus, daß derselbe der

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