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Jeschurun · 1893-06-30 · 26 (30.6.1893) · p. Seite 408

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1893
Issue
26 (30.6.1893)
Date
1893-06-30
Page
Seite 408 (sequence 6)
Language
German
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Seite 408. ->* 3 * f di u r u n. Nr. 26, sich wohl darauf erinnern, daß daß besonders auf dem flachen Lande es gar keine anderen, als jüdische Handwerker gab, und wenn man einen Anzug brauchte, eine Czawara, einen Koniusch, einen Pelzrock oder eine Mütze, Glaserarbeiten, Blechsachen, Schlösser, Goldschmiedearbeiten, Uhren u. dgl., so machte dies alles der Jude, und erst seit kurzer Zeit änderte sich dieser Zustand zu gunsten der Christen und wird sich bei gehöriger Gewandtheit der Christen unfehlbar noch mehr ändern." Für Ungarn dürften die Verhältnisse in der Hauptstadt Pest, für welche eine Statistik ans dem Jahre 1881 existiert, als maßgebend zu erachten sein. Nach derselben sind 21 Prozent der jüdischen Bevölkerung bei 'der produktiven Jndustriethütigkeit, 3018 Tagelöhner, Arbeiter und Dienstmänner, d. h. 8,21 Prozent bei den persönlichen Dienstleistungen beteiligt. Gewisse Handarbeiten bilden auch in anderen Ländern fast ein Monopol der Juden; die Diamantschleifer in Amsterdam, die Bernsteinarbeiter in den Ostseeprovinzen, die Hafenarbeiter in Smyrna sind fast durchweg Juden. In Südmarokko sind die Juden Büchsenschmiede, Blechscküäger, Tischler, Schneider und Schuster, in Bengasi und Dichebel Ghnrian Gold- und Silberschmiede, in Kleinasien Lastträger und Tagelöhner, in Damaskus und Bagdad Bäcker, Färber Schlächter, Goldschmiede, Weber und Schuster, in Kurdistan Schafhirten, in Persien Seidenspinner, Glasschleifer, Goldschmiede, Juweliere; in Arabien treiben selbst die Rabbiner noch schwere Handwerke, die meisten Juden sinv dort Gold- und Silberarbeiter, Schmiede, Zimmerleute, Gerber, Schuster Schneider, Kürschner, Töpfer, Tabakarbeiter u. s. w. Auch dem Landbau haben sich die Juden trotz der ungünstigen Bedingungen, mit denen sie zu rechnen haben, vielfach bereits wieder zugewandt. In Deutschland giebt es bereits eine nicht geringe Zahl von Juden auf dem Lande, die der Landwirtschaft als ihrem Hauptberufe obliegen, und wenige jüdische Familien auf dem Lande und in den kleinen Städten, die nicht einige Äcker besitzendie sie selbst bebauen. Die Zahl der jüdischen Ackerbauer in Galizien ist ea 60,000; in Ungarn ist die Zahl der jüdischen Landwirte und Weinbauern ebenfalls keine geringe. Jüdische Ackerbaukolonien befinden sich in Rußland, Palästina und Amerika. Die 420 jüdischen Ackerbaukolonieen in Rußland haben eine Bevölkerung von ca. 65 000 Personen. Trotzdem dieselbe Jahrzehnte hindurch der chikanösesten, rücksichtslosesten Behandlung seitens der russischen Kolonialbeamten ausgesetzt waren, mußte erst am 17. September d. I. der russische Minister Ostrowsky, auf einer Inspektionsreise den guten Zustand desselben anerkennen. In Palästina sind seit dem Jahre 1882 siebzehn jüdische Kolonieen gegründet, von denen sieben bereits auf eigenen Füßen stehen. Die jüdischen Kolomeen in Amerika sind noch zu jungen Datums, zum Teil erst im Entstehen, sodaß ein Urteil über dieselben noch nicht gefällt werden kann. Wir sehen aus allen diesen Angaben, daß überall, wo die Gesetzgebung sie nicht daran gehindert, die Juden beim Ackerbau und beim Handwerk, bei letzterem sogar zu einem im Verhältnis zu ihrer Gesamtzahl sehr bedeutenden Prozentsatz beteiligt sind. Katheder and Kanzel. Die biblische« Erzählungen bearbeitet von vr. S. Bäck. 1. Die Schöpfung der Welt. In Sechs Tageswerken rief das Schöpferwort Gottes das Weltall ins Dasein; „er sprach und es geschah, er befahl und es stand da." Und da Gott diese Tage zählte, so können dieselben nnr sechs Entwicklungsstufen gewesen sein, von denen jede mehr als Jahrtausende in Anspruch nahm, denn „tausend Jahre sind in den Augen Gottes, wie der gestrige Tag, wenn er vorüber ist, wie eine Wache in der Nacht;" da Gott diese Tage zählte, so können dieselben nur sechs Zeiträume von ungemessener Dauer bedeuten, deren es bedurfte bis die Welt als das freundliche vollendete Gebilde erschien, welches den Menschen die Herrlichkeit Gottes kündet und von der Weisheit und Allmacht Gottes Zeugnis ablegt. Und also meinen auch die Lehrer des Talmuds: „Eine große Zahl von Welten hatte Gott im Uranfange erschaffen und wieder zerstört, bis er die Welt ins Dasein rief, die durch ihre Schönheit und Harmonie Wohlgefallen in seinen Augen fand und deren wir uns erfreuen dürfen." Das erste Schöpferwvrt, welches dem Munde Gottes entfloß, war: „Es werde Licht!" und es ward Licht. Und Gott sah das Licht, daß es gut sei und er schied zwischen dem Lichte und der Finsternis und er nannte das Licht „Tag" und die Finsternis nannte er „Nacht " Und durch die Scheidung von Tag und Nacht, war die Zeit gestiftet, das Maß, nach dem jedes Wirken wird gemessen; die Zeit die an und für sich nichts ist, aus der wir aber alles machen können, je nach dem Inhalte, den wir ihr geben, was die Lehrer des Talmuds in ihrer Art andeuten, indem sie sagen: Gott nannte das Licht „Tag", damit soll auf die Werke der Frommen; Gott nannte die Finsternis Nacht, damit soll auf die Thaten der Gottlosen hingewiesen werden. Der Inhalt, den die Frommen der Zeit geben, gleicht dem Lichte des Tages, der Inhalt, den die Gottlosen der Zeit geben, gleicht der finsteren Nacht. Durch das zweite Schöpferwort Gottes schied sich das Oben und Unten. Gott sprach: „Es werde eine Ausdehnung mitten in den Wassern" und es wölbte sich die Ausdehnung und Gott nannte sie Himmel. Und durch die Scheidung von oben und unten war der unendliche Raum entstanden, den kein Mensch messen und kein Menschengeist ergründen kann und den nur das Auge Gottes allein durchzieht. Wir fühlen uns aber in diesem unendlicher Raume nicht verloren, denn wir wissen, daß Gott denselben umfaßt, von „dessen Herrlichkeit die Himmel erzählen und von dessen Schöpferhand die Wölbung Zeugnis ablegt." Und nun sprach Gott: „Es sammle sich das Wasser an einen Ort, damit das Trockene sichtbar werde" und die Berge hoben sich und die Tiefen senkten sich und das Wasser, der Grund und die Vorbedingung alles Seins und Bestehens, schied sich, die Tiefen füllend, von dem Trockenen und Gott nannte das Trockene „Land" und die Sammlung des Wassers nannte er „Meer." Und die Weisheit Gottes war es, welche „die Erde und was sie füllt, am Meere gegründet hat", denn aus dem Meere steigt das Wasser, das allbelebende, zu den Wolken empor, fällt als Regen, der die Erde tränkt und

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