Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1893
- Issue
- 13 (31.3.1893)
- Date
- 1893-03-31
- Page
- Seite 206 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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-V.. - - V . ■A f*? A ' 4 Seite 206. ->•: J ( f rf) II r II n. Hg- 9ir. 13. jener zu Zeiten Salomos entdeckt haben. In dem ersten Buche der Könige wird uns berichtet, daß zur Zeit König Salomos das Silber in solcher Menge war, daß es „den Steinen an Wert gleich kam." Professor Max Müller, auf diesen Passus sich beziehend, meint, daß in alten Zeiten das Verhältnis zwischen Gold und Silber, wenn geprägt, stets genau aufrecht gehalten worden wäre, und daß die kommerziellen Transaktionen zwischen Palästina, Phönicien, Ägypten, Persien und Griechenland durch die Herabsetzung des Metalls niemals gestört worden zu sein scheinen. Das Volk Israel aber halte höchstwahrlich vor der Zerstörung des ersten Tempels keine Münzprägung, und weist er auf die Thatsache hin, daß die Geschichte vom geprägten Gelde erst mit dem Jahre 700 v. Ehr. ihren Anfang genommen habe. Die Entwertung des Silbers zur Zeit Salomos muß allenfalls infolge ökonomischer Störungen herbeigeführt worden sein. Allein dieser Annahme müssen wir unsere Zustimmung versagen, indem wir für dieselbe keine Anhaltspunkte in den angezogenen Stellen finden. Daß in fpätern Zeiten der Wert des kursirenden Silbers ein Gegenstand der Schwankung wurde, gabt Professor Max Müller selbst zu. Seltsamer Weise finden wir auch im Talmud eine diesbezügliche Notiz, die allerdings anscheinend widersprechender Natur zu sein scheint. Im Jerusalemischen Talmud Traktat Kidduschin (l 58) wird im Namen von Rabbi Chanina gesagt, daß die Kupfermünzen stets denselben Kurs behielten, lvährend die Silbermünzen manchmal teurer und manchmal billiger waren. Dieser Behauptung des Rabbi Chanina widersvricht daselbst Rabbi Mona, indem er das gerade Gegenteil berichtet, nämlich, daß das Silbergeld stets seinen Wert behielt, während die Kupfermünzen bald teuer bald billig waren. Bernstein. * In Ä gypten seufzten die Israeliten unter dem unerträglichen Drucke der Pharaonen. Gott erhörte ihr Wehklagen und befreite sie vom Tyrannen. Sie fanden die lange angestrebte Freiheit und zogen mit Reichtümern und mit Schätzen — die sie sich mit Recht als Lohn für die Jahrhunderte lang den Ägyptern geleisteten Dienste angeeignet — versehen, aus der Knechtschaft Ägyptens. Allein in folge der errungenen Freiheit und der erworbenen Reichtnmer wurden sie übermütig, wollten keine Autorität anerkennen und überhaupt von Entsagungen und Entbehrungen nichts wissen. Als sie nach Refidim kamen und Mangel an Wasser hatten, überhäuften sie Moses, ihren edelsten Wohlthäter, mit den bittersten Vorwürfen. „Es fehlt nicht mehr viel und sie würden mich steinigen," klagte er bitter. Ja, noch mehr, in ihrem Übermute waren sie so vermessen, daß sie das Dasein Gottes, des Einzig-Einen in Frage zu stellen wagten. ..Hajesch Adonai bekirbenu im ojim?“ ,,Giebt es einen Gott oder nicht?" Die Antwort auf diese schmähliche Frage lautete: „Wajowo Amalek.“ ,,Und es kam Amalek." In folge dieses gewaltigen Sturmes erinnerte sich das so sehr bedrohte Israel seiner Pflichten und hohen Aufgaben, scharte sich um Moses und Jvsua, besiegte glänzend den gefährlichen Feind und kam dann bald zum Sinai, wo es mit wahrer Begeisterung ansgernfen: „Alles, was der Herr gesprochen, wollen wir befolgen und beherzigen." So war es aber nicht nur im Altertum, sondern auch im finstern Mittelalter und in den modernen Zeiten. So oft Israel übermütig und gottvergessen wurde, mußte es durch das Erscheinen Amaleks an seine hohe Aufgabe, seinen heiligen Beruf erinnert werden. „Des Glaubens wegen muß von Geschlecht zu Geschlecht gekämpft werden." Dr. M. H Friedlünder. Aus der Schnlprims. Bei Behandlung der Geschichte der „Gesetzgebung am Sinai" ist es mir ausgefallen, daß sämtliche mir bekannten Leitfäden und Lehrbücher der biblischen Geschickte die eigentliche „Bnndesschließung," wie sie im 2. B. M. Kapitel 24. B. 4—8 erzähl wird, unerwähnt lassen. An bezeichneter Stelle heißt es: „Und Mose schrieb alle Worte des Ewigen ans und machte sich ans in der Frühe und baute einen Altar unten am Berge, und zwölf Säulen nach den 42 Stämmen Israels. Und er schickte hin die Jünglinge der Kinder Israels und sie brachten Ganzopfer und opferten Mahlopfer, Stiere dem Ewigen. Und Mose nahnl die Hälfte des Blutes und that es in Becken und die Hälfte des Blutes sprengte er auf den Altar. Und nahm das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes, und lie sprachen' Alles, was der Ewige geredet, wollen wir thun und befolgen. Und Mose nahm das Blut imb sprengte auf das Volk und sprach: Siehe da, das Blut des Bundes, den der Ewige mit euch geschlossen auf alle diese Worte." Dieser Abschnitt enthält sehr wichtige Momente: b Mose schreibt die Worte des Ewigen (Gesetze) nieder. 2. Erbauung eines Altars und Darbringung eines Bundesopfers. 8. Mose hält dem Volke Vortrag über das Gottesgesetz. 4. Das Volk wiederholt sein früheres Versprechen. 5. Mose vollzieht die Bundesschließung dadurch, daß er das Blut auf das Volk sprengt. — Welcher pädagogische Grund mag wohl die verschiedenen Herren Verfasser von „biblischen Geschichten" veranlaßt haben, diesen wesentlichen Abschnitt einfach mit Stillschweigen zu übergehen? Ick empfinde hier eine Lücke und möchte die Kollegen hierdurch darauf aufmerksam machen. Die Geschichte der „Gesetzgebung" zergliedere ich folgendermaßen: 1. Die Ankündigung der Bundesschließung. 2. Die Vorbereitung des Volkes zur Gesetzgebung. 3. Die Offenbarung der 40 Bundesworte. 4. Die Bundesschließung. Bei dieser Gelegenheit nehme ich Veranlassung, auf den Nutzen aufmerksam zu machen, welchen derartige Stoffzergliederuugen in kleinere Einheiten dem Lehrer und den Kindern gewähren. Wenn der Lehter größere Stoffganze in solch' kleineren Einheiten vorerzählt, mit treffenden Überschriften versieht oder, was noch besser ist, von den Kindern versehen läßt, dann wird den Schülern die Arbeit des Nacherzählens und Behaltens der Geschichte ganz wesentlich erleichtert und es wird nicht mehr Vorkommen, däß es ein Lehrer nickt dahin bringt, daß seine Schüler ein Abschnittchen im Ganzen nicht nacherzählen können. Baumgart-Stadtlengsfeld. Mischt Gedknktligr. Zusammengestellt von Lehrer D. Mannheim Der 45. Nissan, welcher zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten als t Peßachfest eingesetzt ist, hat in der jüdischen Geschichte eine große Bedeutung, weil zahlreiche und wichtige That- ^achen an demselben stattfaudeu: