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Jeschurun · 1893-02-03 · 5 (3.2.1893) · p. Seite 78

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Journal
Jeschurun
Volume
1893
Issue
5 (3.2.1893)
Date
1893-02-03
Page
Seite 78 (sequence 14)
Language
German
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Seite 78. Nr. 5. | f ( A u r u n. eine Gemeinde einen Lehrer, Vvrbeter, Schachet u. s. w. suchte, der zirka 700 Mk. oder 800 Mk. erhielt, aber — und das ist die humoristische Seite — unbedingt verhei ratet sein mußte. Man bedenke von 700 Mk. eine Familie ernähren! — Doch ich bin ganz von meinem ursprünglichen Thema abgekommen. Also, ihr verehrlichen Gemeinden, schreibt eure Stellen präziser aus, ihr erspart euch und uns Zeit und Geld! A. * Zur Frage der Lehrer-Vereinigungen melde ich mich zum Worte und hätte, wenn Sie mir ein bischen Raum im „Jeschurun" überlassen wollen, einen Borschlag zu machen. Bevor ich jedoch diesen Vorschlag loslasse, möchte ich meinen persönlichen Standpunkt in der Sache präzisieren! Ich bin ein alter „Vereinsenthnsiast" und halte alle Bestrebungen, die auf äußere und innere Hebung unseres Standes hinwirken, nur in der Vereinigung für erfolgversprechend. Eine solche Vereinigung scheint mir sehr wohl durchführbar, wenn die Eivzelverbände der deutschen Länder resp. Provinze» in ihrem Einzeldasein fortbeslehen und die wichtigsten, alle anwesenden Fragen durch Delegiertenversammlungen, die gar nicht so kostspielig zu werden brauchen, erledigt werden. Ein enger Zusammenschluß der räumlich nahe Znsammenwohnenden inib darüber hinaus ein ideeller Zusammenschluß aller durch eine Vertretung wäre nötig und ist möglich. Und nun mein Vorschlag: „Alle jüdischen Lehrervereine Deutschlands mögen in ihren nächsten Versammlungen die Frage eines mehr oder minder engen Zusammenschlusses zu eingehender Beratung bringen." *) Ich habe die feste Hoffnung, daß auf diesem Wege die Sache einen tüchtigen Schritt vorwärts machen wird. Hoppstädten a. d. Nahe. Ferdinand Eppstein. *) Wir treten in den^nächsten Wochen dieser wichtigen Frage näher, damit sie bis zur Tagung der resp. Vereine etwas geklärt werde. <Die Redaktion.) Lose Matter. Eine Fälschung im Midrasch. Am Ende des achten Kapitels in Massechet Derecherez Sutta berichtet die Sage, daß neun Personen gewürdigt wurden, lebend in das Paradies zu kommen. Dieselbe Stelle befindet sich im Jalkut Genesis Nr. 42, Nr. 76 und Jecheskel Nr. 367 und in Maase Thora hinter dem Büchlein Ben Sira sä. Amsterdam 1697, 12 S. 40, b. Unter diesen verschiedenen Namen wird auch n'TO genannt. Dagegen in dem eben erwähnten Werkchen S. 15 b wird nicht erwähnt, auch nicht in Maase Thora hinter Reschit Chachnm von R. Elia Vidas ed. Venedig 1593. S. 379, b, woselbst noch bedeutsam hinzugesügt wird nach unserer Religion Aus letzterem Buche geht offenbar hervor, daß ein Falsum vorliegt mit dem Namen rWB, welchen einst ein Konvertit in obige Midraschstellen eingeschoben haben mag, das in unbegreiflicher Weise, unbemerkt und unbeachtet geblieben ist. L. Una. Sabbatai Donolo. Der erste hebräische europäische Schriftsteller ist ohne Zweifel Sabbatai Donolo, Arzt und Astronom. Er wird im elften Jahrhundert rühmend erwähnt von Raschi Erubin 56 a. (s. Zunz Gottesdienst!. Vorträge 2. V( uflage 1892 S. 375.) Auch Beza 33, a meint Raschi mit den Worten:! „einem der Gelehrten in der Bvmbardei," Donolo, wie ' Bnber in Pesikta suttarta Bereschit S. 4 bemerkt. Die in! der genannten Talmudstelle sich befindenden Worte | müssen lauten unvS- Das in der ersten! Raschistelle in Erubin stehende soll heißen! Filosseno Luzzattv eruierte, daß Donolo in dem Städtchen : Uras an einem Flusse gleiches Nameus auf der Insel Sardinien geboren ist. Donvlv's Buch führt i» den , Kodiees zu Parma den Titel rüt3^* welches j von Raschi benannt wird. Es ist das Buch ein; Kommentar des Buches Jezira oder über die Schöpfung. Die Vorrede beginnt mit 35 Zeilen, welche das Akrostichon i darstellen: ,,Sabbatai bar Abraham, genannt Donloo, welcher > in Gefangenschaft geführt wurde aus Uras, Im Folgenden erzählt er, daß er am 9. Tammus des Jahres 4685, das ist nach der gew. Zeitrechnung 925 als Kind gefangen weggeführt wurde aus seiner Vaterstadt Uras von den Saracenen, welche 10 der angesehensten Israeliten dieser Stadt ermordeten. Seine Familie wurde nach Sicilien und nach; Afrika gebracht, und er wurde in seinem zwölften Jahre in Tarent losgekanft. Er widmete sich den Studien, trieb Medizin und Astronomie, über welche letztere er eine Ab- - Handlung schrieb. In dem Buche Tachkemoni bekämpft er den Antropomorphismus und giebt weitläufige Erklärungen . über die Schöpfung und Naturverhältniffe. Donolo hat den Ruhm der erste zu sein, der wissenschaftliche Materien j in hebräischer Sprache behandelte, während Saadia und! andere Autoren dieser Epoche, die unter den Mohamedanern! lebten, ihre Werke arabisch schrieben. Die Israeliten Italiens,! Frankreichs und Deutschlands hatten damals keinen andern gelehrten Glaubensgenossen, aus dessen Werken sie wissenschaftliche Kenntnisse schöpfen konnten, außer Donolo. L. Una. Wochen- Februar 1893. Schebat. 5653. Kalender. i Freitag . . . 3 17! | Sonnabend. . 4 18 : *hjv j Sonntag. . . 5 19 1 Montag . . . 6 1 20 i | Dienstag. . . 1 7 i 21 Mittwoch . .! 8 | 22 ' Donnerstag I 9! 23 | Freitag . . . i io 24 _ Jüdische Gedenktage. Znsammengestellt von Lehrer D. Mannheim. 18. Schebat. Während der Regiernngszeit Alfons V. von Arragonien war die jüdische Gememoe in Saragossa sehr angesehen nnd zählte 5000 Familien und 12 Synagogen. Die dortigen Inden hatten den Brauch, am Geburtstage des Königs mit allen

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