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Jeschurun · 1893-02-03 · 5 (3.2.1893) · p. Seite 77

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Journal
Jeschurun
Volume
1893
Issue
5 (3.2.1893)
Date
1893-02-03
Page
Seite 77 (sequence 13)
Language
German
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Seite 77. Nr. 5. I e s ch u erstrecken, müssen bei ihrer Häufigkeit dazu beitragen, daß der junge Mann verslacht, wenn er auch mit dem Willen ins Amt tritt, sich wissenschaftlich weiterzitbilden, abgesehen davon, daß der Verhimmelungskultus hier noch mehr zu Hause ist, als in Europa, und in Folge dessen der 22jährigc Mann, der ins Amt tritt von den männlichen und weiblichen Weibern seiner Gemeinde sofort für den einzigen Mann er-! klärt wird, an welchem die Zukunft des Judentums hängt.! Die sensationsbedürftige Lokalpresse, verbunden mit der ’ jüdischen, vollenden den Rest, und ein junger Rabbiner! müßte nicht von Fleisch und Blut sein, wenn er sich nicht! für ein Universalgenie halten würde." Kritische Kliitter. Die Austreibung der Juden aus Spanien. Am 9. Ab 5)252 (1. August 1482). Ein Vortrag gehalten im Tempel ״Beth Jakob" zu Jassy am Vorabende des 9 Ab 5202 vor der Rezitation der Klagelieder von Dr. K. Lippe. Herausgegeben vom Vereine ״Ohla Schein" in Jassy 1892, H. Gvldner. 35 S. Eine kleine treffliche Arbeit, welche die Ereignisse das 9. Ab, die Zerstörung des Tempels und die Vertreibung aus Spanien schildert und in der Betrachtung der Gegenwart austönt. Wie vor 400 Jahren, so werde auch jetzt Amerika eine Zuflucht für die Bedrängten. Mit dem Unglück habe Gott die Retter, die Baron Rothschild und Hirsch erstehen lassen, von denen insbesondere der letztere einzig in der Geschichte dastehe. — Die Darstellung ist bald pragmatisch, bald homiletisch. Möchte das vom Autor gegebene Beispiel, au Stelle der gehaltlosen und Phrasendreschenden Predigt gediegene und begeisternde Vorträge über die Vergangenheit unseres Volkes zu setzen, auch bei uns Nachahmung finden. Noch mehr als in Rumänien, ist in Deutschland solche Belehrung notwendig. Die Zu- Hörer bereichern ihre Bildung, vertiefen ihr religiöses Gefühl und ihre Liebe zum Judentum und nehmen aus dem Gotteshause mehr in das Leben des Tages hinüber, als ן wenn sie nur das Bewußtsein haben, sich eine halbe Stunde! lang prächtig erbaut zu haben. Moritz Stern, Kiel. Bei Ser Redaktion eingetroffen: Ad. I e l l i n e k, Weiherede und Berfassungsfeier Wien,! Moritz S ch w a l b. Religiöse Zeitsragen Selbstverlag; a7 .׳ Kanzelreden und ein Bortrag.! b. Gesammelte Aufsätze. Bremen, Ed. Hampe. z XIX Jahresbericht über die Berwaltung des jüdischen Kurj h ospitals in K o l b e r g. , ' M. Hirs ch. Das reine Menschentum im Ächte des Juden-! tums. — Frankfurt a. M. I. Kauffmann. Pr. 0,60 Mk. Ar und Wider. Iw den Briefkasten des ״Jeschurun" liest man öfters Notizen, welche sich auf das Minjan beziehen. — Da bei einem gemeinsamen Beten nach dem שלחן ערוד stets eine עדה, welche niemals unter 10 männlichen Erwachsenen gedacht werden kann, vorhanden sein muß, so dürfte die Sache damit als erledigt erachtet werden. Herr X. läßt in seiner Notiz in Nr. 3. des ״Jeschurun" eine große Unkenntnis r 11 1t. der jüd. Ritualgesetze durch blicken*). Gesetzten Falls, die betreffenden Rabbiner Hütten ״die Bestimmung getroffen", daß der Gottesdieitst auch bei 9 Anwesenden abzuhalt-n sei, so ist diese Entscheidung sehr zu bedauern, weil sie 2^ד דה?! ist. — Daß aber nun Hr. £. gar mit 8 und 7 Personen תפלה בעשרה verrichten will, ist ganz unbegreiflich. Er spricht überhaupt von einer Minjanfrage. die durch Autoritäten (!?) gelöst werden soll. Eine Minjanfrage kann aber gar nicht aufgestellt werden, da der דע im שלחן ערוך feststeht. Unter מנין versteht man eine bestimmte Zahl, nämlich 10 und תפלה בעשרה heißt ״ein Gebet, welches von 10 Personen verrichtet wird." - An solchen feststehenden Ritualgesetzen sollte man doch nicht fortwährend zu rütteln versuchen. Graudenz, 23. Januar l893. D. M Maimheiin, Lehrer. *) Hr. Man chenn hat den Hr. 1. mißverstanden. Die Frage: ״Warum nicht auch mit 6. rc?" ist zur Widerlegung der Mitteilung des Hr. Lewin - Eisleben in ironischem Sinne aufgeworfen worden. Hr .\\ steht ebenfalls auf dem Boden des ש׳יה• (Die Red.) Bevor ich mich mit Herrn X. in eine Polemik cinlasfe, wäre es mir erwünscht erst zu wissen mit wem ich die Ehre habe öffentlich zu disputieren. — Sodann will ich Ihnen Gelegenheit geben, mich etwas mehr ln der Minjan-Frage auszulassen, da ich bereits eine langjährige Praxis hinter mir habe und Erfahrungen genug gesammelt. M. Lewin-Eisleben. * Eine Bitte an unsere Gemeinden! Je öfter ich in unseren jüdischen Blättern die ausgeschriebenen Stellen durchlese, desto mehr drängt sich mir die Meinung auf, daß im Interesse vieler meiner Kollegen die Gemeindevorstände die Inserate etwas ausführlicher einsenden müßten. Was nützt es, wenn ich die Höhe des Gehaltes und die gestellten Ansprüche kennen und weiß nicht, ob es eine öffentliche Volksschule ist. Bekanntlich haben wir viele. Volksschulen, die aber leider noch keine öffentlichen Elementarschulen sind. Schreibt uns z. B. eine Gemeinde ihre vakante Lehrerstelle als Volksschule aus, so muß der darauf reflektierende Lehrer sich erst erkundigen, was für eine Volksschule darunter verstanden wird, es verursacht unnötige Ausgaben, und, wenn es auch nur einige Groschen sind, wir müssen auch mit diesen recht sparsam umgehen. Was soll es ferner bedeuten, wenn Gemeinden ihre Stellen gar ohne Gehaltsangaben auschreiben. Kein Lehrer wird sich melden, ohne erst nach der Höhe des Gehaltes angefragt zu haben, was hat er davon: Unnötige Portoausgaben. Wie klingt es ferner, wenn eine Gemeinde Gehaltsansprüche seitens der Lehrer verlangt. Sie stempelt dadurch das Lehreramt zu einem gewöhnlichen Geschäftszweige. Was will übrigens eine Gemeinde damit bezwecken? Es ist doch leicht ersichtlich, daß eine solche Gemeinde kein hohes Gehalt geben kann. Es werden sich wenige Lehrer melden und der Minderstfordernde wird engagiert. Oder — und das wäre sehr erfreulich — geniert sich die betreffende Gemeinde die Höhe ihrer Lehrerbesoldung anzugeben, das wäre auch eine Zustimmung zu unseren vielfach noch recht kümmerlichen Gehältern. Diese Zustimmung erfreut mehr als wenn, wie unlängst vorgekommen,

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