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Jeschurun · 1893-02-03 · 5 (3.2.1893) · p. Seite 70

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1893
Issue
5 (3.2.1893)
Date
1893-02-03
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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Seite 70. ־❖! | e f ib uru n. k- Nr. 5. haben? Und welches ist das Verhältnis dieses letzteren! gegen den allgemeinen: Israeliten? Gehört ihnen der letztere nicht mehr? Oder in welcher Beziehung steht er ihnen zu? Diese Fragen lassen sich glücklicherweise und nicht mit allzugroßer Schwierigkeit lösen. Um dieses in seinem ganzen Umfange und Fortgange nach und nach zu vvllführen, kehren wir zuerst zu unserer ältesten Urkunde zurück, woraus die Anfänge des Verhältnisses sich klar darlegen lassen. Der Name (יהודיכם) Juden, kommt zu allererst im zweiten Buche der Könige, K. 16. V. 6. vor, bei einer Be-! gebenheit, die um 776 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung s geschehen ist. Der König Rezin von Syrien und der König Nekah von Israel vertrieben die ״Juden" ans Eloth, wo-! hin Adamäer (nach Einigen Edamiter) versetzt wurden. Hier werden sie demnächst so als Männer aus dem Stamme Juda, den Syriern und Unterthanen des Reiches Israel gegenüber, genannt — Bald darauf rückte San Horib l gegen Jerusalem, und seine Abgesandten, die das Volk aufwiegeln wollten, sprachen ״jüdisch" (יהודית) zu der Masse, obgleich sie ersucht werden, aramäisch (ארמית) zu sprechen, um dem Volke unverständlich zu sein. 2. Kön. 18,26. 2. Chrvn. 32,18. Jesaias 86,11,16. — Außerdem werden sie noch einmal ״Inden" 25,25. genannt, zum Gegensätze der Chaldäer, als beide mit dein Statthalter Gedaljah in Mizpa erschlagen werden, um 588 vor d. g. Z.! Sonst aber wo von inneren Angelegenheiten die Rede ist, werden sic auch in den letzten Teilen des 2. Buches der Kön. und der Chron. stets Söhne Israels genannt. 8. B. 21,9. 2. Chron 80,6». 21., wo Juda und Israel angeredet werden unter dem Namen Söhne Israels 31,1.! Am wichtigsten in unserer Angelegenheit ist aber der Prophet Jeremias. Dieser, der die Leiden seines Volkes* erlebt, der Jerusalem sinken und fallen sah und seinem! Bruder in die Verbannung folgte, ist auch der Prophet, welcher seinen prophetischen Stücken am nieisten auch Geschrchtliches einreihete. Bei diesem kommt auch dem Name Inden, und zwar eigentümlich öfter, vor. Sv lange Jeremias noch von den innern Verhältnissen und deren Verfall spricht, heißen sie auch ihm Söhne Israels, so zum Beispiel K. 2, ff; in der Zeit Zedekias aber, da die fremden Völker Israel immer mehr überfluteten, fängt er an, sie Juden zu nennen, zuerst 82,12., wo aber in dem folgenden Gebete sie wieder Israeliten heißen. Eigentümlich ist die Stelle, 8-1,9., wo erst sie Hebräer und dann gleich, uni sie gleichsam bestimmt zu bezeichnen, Juden nennt. Alle Israeliten in der Fremde nennt er Juden, so die, welche zu den Chaldäern übergegangen, 38,19. in Ägypten, 44,1. — Mit dem 40. Kapitel beginnt die Zeit des baby-! tonischen Exils, da werden sie von ihm durchgehends Juden j genannt, so lange er sich geschichtlich bei ihnen verweilt; 1 sobald er propyezeit, heißen sie wieder Israeliten; so 1 46,27. 48,27. 48,1. Besonders 50,17, wo auch von Juda? insbesondere der Name Israel gebraucht wird. Dahingegen; in dem geschichtlichen Anhänge Kap 52 über die Wegj führung heißen sie wieder Juden. Sehr schlagend für diese Unterscheidung ist auch der Prophet Ezechiel, der, da er sich nur im Gebiete des Prophetischen hält, obgleich Zeitgenosse des Jeremias und schon früher im Exil, doch nie den Namen Juden, sondern stets Söhne Israels und Haus Israels braucht. Wir kommen zu den Männern, die wieder nach dem gelobten Lande zurückkehrten. Esra nennt sie stets Jsraeliten, selbst da, wo er nur Juda und Benjamin meint, z. B. 2,5. 59,70. 8,1. 4,8. Der Israeliten Feind, Rehum, aber schreibt an den König Artasastha Juden, 4,12, und ebenso der König, 6,7. Aber schon V. 16. heißen sie Esra selbst wieder Israeliten, die als solche die Feste feiern, V. 21. Von Kap. 7 an heißen sie nur Söhne Israels. Nehemia ist im Auslande und fragt daher nach dem Befinden der Juden, 1,2. sobald er aber betet, heißen sie Söhne Israels, 1,6. Da Sonneballat spottet, heißen sie — Inden 3,33. Als sie aber fasten und Feste feiern, sind sie Söhne Israels 9,1. Nachdem sie gänzlich in die alte Verfassung wieder hergestellt sind, heißen sie auch ihm nur Israeliten 11,13, und nur noch einmal (13,23) nennt er die Juden, welche Frauen aus den verboteten Stämmen hätten und halb syrisch sprachen. Im Buche Esther, dessen Schauplatz ganz allein die Fremde ist, und das auch späteren Ursprungs ist, findet sich nur der Name Juden. Die Resultate, die sich hieraus ergeben, sind folgende: Aus der Trennung der Reiche Israel und Juda ergab sich gegen Ende des letzteren Reiches, für die Anhänger desselben, der Name Juden. Da nun, wo sie in! Verhältnis zu andern Völkern treten, und neben diese sich als Volk hinstellten, heißen sie Juden. Überall aber, wo von innern Angelegenheiten, noch mehr, wo von religiösem Verhältnis die Rede ist, heißen sie Israeliten. Nie und nirgends ist von einem Gott der Juden, von einer Lehre, einem Gesetze der Juden u. s. wdie Rede, sondern stets heißt es Gott Israels u. s. w. Nach der heiligen Schrift können demnächst die Nachkommen dieses Volkes, sobald sie als getrenntes für sich bestehendes Volk, als welches sie jetzt doch nicht mehr gelten sollen, angesehen werden, Juden heißen; — sie müssen aber Israeliten in allen religiösen Verhältnissen, als religiöse Gemeinschaft heißen. Werfen wir noch einen Blick auf die Apokryphen, ob diese die angegebenen Resultate bestätigen, oder nicht? Bemerkenswert ist, daß im Buche Judith, d.ssen Inhalt doch zu Nebukadnezars Zeit, aber in Judäa und in! Buche Baruch, das zu derselben Zeit und zwar im Auslande spielen soll, der Name Juden durchaus nicht vorkommt, sondern sie stets Söhne Israels heißen. Ebensowenig kommt der Name Juden im Buche Tobia, das in Ninive spielt, vor, und die Weisheit Sirachs, dessen Übersetzer der Enkel des Verfassers, unter Ptolemüus Evergetes nach Ägypten kommt, redet nur von Söhnen Israels. Anders verhält es sich in den Büchern der Makkabäer. Bekanntlich hat nur das erste dieser Bücher einige Autorität. Hier werden sie nun, obschon immer vom Lande Juda die Rede ist, immer Israeliten genannt, außer daß sie ebenso durchgehends in allen öffentlichen Urkunden, Bündnissen und Briefen, die in diesem Buche Vorkommen, Juden genannt werden. Schon in den Botschaften nach Rom, Kap. '82,0 ff. Kap. 12 in den Büchern des Demetrius K. 10,22 ff., 11,30 ff., in den Botschaften an die Spartaner, und von diesen 12,6 ff. 14,20. Außer diesem Briefe findet sich der Name Jude nur zweimal im Buche, nämlich 2,23, ein jüdischer Mann ging hin und opferte auf dem Altäre

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