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Jeschurun · 1892-10-06 · 2 (2. Probennummer) (6.10.1892) · p. Seite 29

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Journal
Jeschurun
Volume
1892
Issue
2 (2. Probennummer) (6.10.1892)
Date
1892-10-06
Page
Seite 29 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 2. 3 c f dj u r u it. k- Seite 29. * Den Freunden der Religionswissenschaft und der Altertumskunde dürfte bei den gegenwärtigen Fehden für und gegen den Talmud die Nachricht nicht unwillkommen sein, daß die „Real-Encyklo'pädie für Bibel und Talmud" von Dr. I. Hamburger, Landesrabbiner in Strelitz (Mecklenburg), nunmehr in dritter Auflage erscheint und zur leichteren Anschaffung in Heften von 10 Bogen Lexikonformat (a 2 Mark) ausgegeben wird. Anmeldungen auf dieselbe werden in jeder Buchhandlung, sowie vom Verfasser entgegengenommen. Das Werk, zugleich ein „Ko nversationslexikon des Judentums", hat 3000 Artikel aus der Geschichte, der Ethik, dem Kultus, der Dogmatik, der Rechts- und Staatslehre in Bibel und Talmud mit der Zwischen-, Neben- und Nachlitteratnr dieses Schrifttums. Die bedeutendsten Fachgelehrten: Prof. Dr. S. Munk s. A. und Prof. Dr,. Ernst Renan in Paris; Prof. Dr. Franz Delitzsch s. A. in Leipzig; Dr. Leopold Zunz s. A. in Berlin u. a. m. sprachen sich über die Arbeiten in demselben sehr günstig aus. Dem Empfehlungskomite schlossen sich unter andern an: Prof. Dr. Bacher in Budapest, Dr. Ad. Jellinek in Wien, Oberrabb. Dr. Feilchenfeld in Posen, Rabb. Dr. Perles in München u. a. m. Mische Gedenktage. Nereinskote. Wochen- Oct. 1892. Tischri j 5653. Kalender. Donnerstag. . 6; 15 1. Tag Sukkot Freitag . . . 7! 16 2. „ „ Sonnabend . . 8 17 Sonntag. . . 9 18 - Chol hamoed. Montag . . . 10 19 Dienstag . . 11 20 Mittwoch . . 12! 21 Hosch. rabba. Donnerstag. . 13 22 Schemini Azeret. 16. 14. Tischri. 1875 starb in Szegedin Oberrabb. Leop. Löw, einer der scharfsinnigsten und bekanntesten Männer seiner Zeit. Die von ihm länger denn ein Jahrzehnt redigierte theologische Wochenschrift „Ben Chanansa" zeugt von seinem tiefen theologischen Wissen. Obwohl Böhme, führte er in Ungarn die Landessprache auf der Kanzel ein; L. hinterließ neben einigen größeren Werken eine große Anzahl von Broschüren über jüd.-wissensch. und Emanzipations-Fragen. 1878 starb Rabb. S. B. Bamberger in Würzbnrg, ein begeisterter und energischer Vertreter der strenggläubigen Richtung im Judentum. Von einer bewunderswerten Belesenheit, behandelte er verschiedene Zweige jüd. Satzungen in populärer Weise. Verehrt ob einer ungeheuchelten Frömmigkeit und hohen Charakterfestigkeit von allen die ihn kannten, verschied er während des Gottesdienstes in der Synag. mit einem „Amen" auf den Lippen. 1867. Todestag des Prager Oberrabb. S. L. Rapaport — 1869 starb in Glogau der als hervorragender Kenner des hebr. Sprache bekannte Rabb. Arnheim. 1450 ließ Ludwig, Herzog von Bayern die Juden aus seinem Lande vertreiben. — 1697. Todestag von R. Elia Wilna (des „Wilnaer Gaon"), über den wir demnächst einer Aufsatz bringen. 1857. Einweihung der ersten ungar.-israel. Muster- Hauptschule in Pest. 1841 wurde die jüd. Lehrerbildungs-Anstalt in Berlin eröffnet. — 1884 Todestag des bekannten Pred. Dr. Ad. Hübsch in New Bork und der Begründerin des Fröbelvereins Fran Johanne Goldschmidt in Hamburg. 17 19. 20. 21. Ein deutsch-israelitischer Lehrerbund. Von Hermann Becker. II. Aus unseren bisherigen Darlegungen geht also zur Genüge hervor, daß sowohl die bestehenden provinziellen Lehrer- Vereine, als auch die Lehrer-Unterstützungskassen völlig ungenügend sind, und es gilt nun, etwas Neues, Größeres und Allgemeineres zu schaffen: Einen allgemeinen deutschisraelitischen Lehrerbund Es ist hier folgendes zu erörtern: a) Ist neben dem bestehenden allgemeinen deutschen Lehrerverein noch eine konfessionelle Gründung notwendig? b) Bejahenden Falls, welche Aufgaben hat ein deutschisraelitischer Lehrerbund? o) Ist mit dem Lehrerbunde auch eine allgemeine Unterstützungs-, Darlehns-, Pensions- und Sterbekasse zu verbinden? cl) Wie ist die Vereinigung der bestehenden provinziellen Verbände anzustrebin? e) Welche Stellung soll der deutsch-israelitische Lehrerbund zu dem „deutschen Lehrerverein" einnehmen? — a) Ist neben dem bestehenden allgemeinen „Deutschen Lehrerverein" noch eine konfessionelle Gründung notwendig? Der „Deutsche Lehrerverein zur Hebun'g der Volksschule" hat nach seinen Satzungen zum Zweck: Förderung der deutschen Volksschule und Hebung des Lehrer- Standes, mit oer ausdrücklichen Einschränkung: „Politische und religiöse Fragen sind ausgeschlossen." Diese Einschränkung hat indes kein einziges Organ des „Deutschen Lehrervereins" gehindert, alle Erziehnngsfragen vom speziell christlichen Standpunkte ans zu beurteilen und die Erziehung zum Christentume als den Endzweck aller Erziehung gelten zu lassen. Hat doch selbst der, ob seiner vorgeblichen Religionslosigkeit vielgeschmühte Dr Dittes in seiner Gedächtnisrede auf Diesterweg am 27. Mai v. Js. auf dem 8. deutschen Lehrertage in Berlin, nur von christlicher Erziehung und von der Ewigkeit der christlichen Religion, welche die Gottähnlichkeit lehrt, gesprochen. Es giebt also einen allgemeinen deutschen Lehrerverein, zu dessen Mitgliedern Bekenner aller Konfessionen gehören, der aber trotzdem nur christliche Erziehung und Erziehung zum Christentume kennt! Was aber in allgemeinen deutschen Lehrer- Versammlungen von jüdischen Lehrern nicht gerügt wird oder nicht gerügt werden kann, das müßte doch mindestens in allgemeinen jüdischen Lehrerversammlungen besprochen werden, und dazu ist ein deutsch-israelitischer Lehrerbund, der durch die große Anzahl seiner Mitglieder ans allen Gegenden des deutschen Reiches imponieren kann, das geeignetste Organ. b) Welche Aufgaben hat ein deutsch-israelitischer Lehrerbund? Neben der obenbezeichneten Aufgabe hat ein deutschisraelitischer Lehrerbund noch so wichtige Aufgaben zu erfüllen, daß.man thatsächlich staunen muß, wie es möglich war, so lange ohne einen solchen Bund auskommen zu können. Wir wollen zunächst nur in großen Zügen diese außerordentlich wichtigen Aufgaben bezeichnen, um einen Überblick über das reiche Arbeitsfeld eines solchen Bundes zu gewinnen. Da ist zunächst: I. Die wichtige statistische Aufgabe, welche in der Sammlung von Material zur Beantwortung folgender Fragen besteht: 1. Welche jüdischen Volksschulen in Deutschland haben den Charakter der Öffent-

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