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Jeschurun · 1892-10-06 · 2 (2. Probennummer) (6.10.1892) · p. Seite 30

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Journal
Jeschurun
Volume
1892
Issue
2 (2. Probennummer) (6.10.1892)
Date
1892-10-06
Page
Seite 30 (sequence 14)
Language
German
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Seite 30. I e s ch u r u n. Nr. 2. lichkeit? d. h. an welchen Schulen werden die jüdischen Lehrer mit Pensionsberechtigung angestellt, bezw. nach vorheriger Wahl durch Gemeindevertreter, von der Regierung bestätigt? 2. Welche Vorbildung haben die angestellten L'hrer an den öffentlichen jüdischen Volksschulen? 3. Von welchen Verbänden — Schul-, Synagogen-, Stadt-, Kreis-, Prvvinzial- oder Staatsverbänden— oder aus welchen besondernStiftnngssvnds werden die Unterhaltungskosten aufgebracht? 4. Welche Gehälter beziehen die augestellten Lehrer? 5. Welchen Nebenberuf üben die Lehrer noch aus? — II. Aufgabe: Die Stellung der jüdischen Schulen und ihrer Lehrer zu den christlichen Schulen, Lehrern und Aufsichtsbehörden. Hierbei hätte der Bund folgendes zu erstreben: 1. Die Aufsicht über die jüdischen Volksschulen soll womöglich von jüdischen Pädagogen und Fachmännern ausgeübt werden. 2. Den jüdischen Lehrern sollen gleich den christlichen, auch solche Ehreuämter von der Aufsichtsbehörde übertragen werden, welche — nach Wahl der Berufsgenossen — auch diesen zugänglich sind. Solche Ehrenämter find: Vorstand der staatlichen Kreislehrerbezw. Prvviuziallehrer Witwen - Kasse, Kreislehrer- Bibliothekar Rendant u. s. w. Konferenz-Vorsteher, bezw. dessen Stellvertreter. 3. Jüdische Lehrer an Simnltanschnlen sollen nach der Anciennität sowohl im Gehalte als in der Fortführung der Schulklassen aufrücken, so daß also bei etwaigen Neusetzungen auch ein jüdischer Lehrer seinem Dienstalter entsprechend, zum ersten Lehrer oder Leiter aufrücken kann. 4. Die jüdischen Lehrer an Simultanschulen sollen an Sabbaten und Festtagen nur in solchen Gegenständen unterrichten, wobei sie das Schreiben entbehren können. 5. Die jüdischen Lehrer an Simultanschulen sollen ferner an gewissen Festtagen ganz vom Unterrichte befreit sein. 6. JnhöherenSchulen an solchen Orten, wo kein akademisch gebildeter Rabbiner ist, soll der Religionsunterricht von dem, an der öffentlichen jüdischen Volksbezw. Simultanschule, angestellten jüdischen Volksschullehrer o bli goto ris ch erteilt, honoriert und in den Zeugnissen und Prüfungen als gleichberechtigter Lehrgegenstand angesehen werden. —• (Ein Schlnßartikel folgt.) Für und Wider Der in der Probenummer des ,,Jeschurun" gebrachte Artikel über einen deutsch-israelitischen Lehrerbund wird hoffentlich neue Anregung für die einzelnen Vereine zur Zusammenschließung geben. An unid für sich ist der Gedanke nicht neu; so wurde z. B. der Vorstand des jüdischen Lehrervereins für Hannover in der letzten Versammlung beauftragt die einleitenden Schritte zu einer Vereinigung aller jüdischen Lehrervereine Deutschlands zu thun. Vereint nur find wir eine Macht. Daß es aber gerade für den jüdischen Lehrer noch sehr, sehr viel zu thun giebt, um die Stellung und die Rechte zu erlangen, die ihm gebühren, davon wird wohl jeder Lehrer überzeugt sein, und daß Einzelne wenig oder gar nichts in dieser Beziehung leisten können, wird auch jeder wissen. Ich erlaube mir nun bei einer ev. Vereinigung auf einiges aufmerksam zu machen. Zunächst wäre es nötig, daß wir ein Vereinsblatt hätten, das alle Berichte des Vereins aufnähme, und das zugleich zahlreiche pädagogische Artikel brächte damit der Vereinsgenosse sich nicht nur auf dem Laufenden erhalten könne, sondern auch Anregung zur Weiterbildung habe. Gerade an einem speziell jüdischpädagogischen Blatte mangelte es bisher. (Die pädagogischen Artikel, welche ab und zu von einzelnen jüdischen Zeitungen gebracht werden, können jedenfalls ein solches Blatt nicht ersetzen, abgesehen von dem Werte, den die Aufsätze an sich bisher gehabt haben.) Ich halte nun den „Jeschurun" für am besten geeignet, als Vereinsorgan zu dienen; denn erstens ist der Redakteur ein Lehrer, der auch mit den Lehrerverhältnissen wirklich vertraut zu sein scheint; zweitens kenne ich wenigstens kein Blatt, das den Lehrersachen soviel Raum zur Verfügung stellt, wie der Jeschurun in seiner ersten Nummer es thnt, und es ist zu erwarten, daß die Redaktion dieses auch ferner thun wird. Ob eine Vereinigung der verschiedenen Unterstützungs- Kassen möglich ist, wie Herr H. Becker dies meint, glaube ich schwerlich, aber es wäre dies sicherlich kein Hinderungs- Grund für eine Znsammenschließung aller jüdischen Lehrervereine Deutschlands, und gäbe es für einen deutsch-israel. Lehrerbund noch genug zu thun. Jeder jüdische Lehrerverein setze deshalb die Beratung über einen ev. deutsch-israelitischen Lehrerbund auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung. Nachbemerkung der Red. 1. der Aufsatz des Herrn Kollegen Becker ist vor etwa 9 Monaten geschrieben und seit fast 6 Monden dem „Jeschurun" zur Versügnng gestellt; 2. Der „Jeschurun" wird das sein, was er versprach, oder — er wird nicht sein. Brief- und Fragekasten. Für alle freundliche» Zuschriften anläßig des Erscheinens des „Jeschurnn" und liebenswürdigen Aufmerksamkeiten ans Anlaß des Jahreswechsels ans diesem Wege herzlichen Dank. A. L. Herrn O. P. in H. Die Rubrik „Vereinsbote" steht den Vorständen und Mitgliedern aller unserer Vereine und Unterstützungskassen zum Austausch von Anregungen und Meinungen zur Verfügung. Wir stehen übrigens mit sämtlichen Vereinen in Nord und Süd in Verbindung. Königsberg. Über den dortigen Li tt er a tu r-Verein demnächst eine längere Abhandlung aus guter Quelle. Vakanzen Steinau a. O. Rel.-L., Kant. Schoch zum 1. Januar. Einkommen 1200 Mk., fr. Wohn. u. Heiz. — Meld. an M. Hauck. — Trebur (Hessen) Sofort gepr. Rel.-L., Kant. Schoch. 800 Mk. fr. Wohn. n. Garten. — Meld. an Jakob Kahn. — Angenrot (bei Alsfeld). Sofort Rel.-L., Kant., Schoch. — Fixum 700 Mk., fr. Wohn. u. Nebeneink. — Meld. an Moses Justus. — Zwittau (Mähren). Rabb. u. Rel.-L. — fl. 900 und Nebeneink. — Meld. anJosef Stein. — Beningen (bei Edenkobeu, Pfalz). Lehr., Kant., Schoch. 879,80 Mk. — Meld. an Aron Teutsch. — Billmar a. d. Lahn. — Per 22. Okt. unverh. Lehr., Kant., Schoch. — 800 Mk. — Meld. an Wolf Ackermann. — Merzig a. d. Saar — Siehe Anzeige. Frankenstein(Schlesien). Knltnsbeamter. Zum 1.Dezember. 1200 Mk., Nebenverdienst, u. fr Wohn. — Meld. a. d. Vorst. — Düsseldorf. Rel.-L., Kant. u. Sekretair sofort zu besetzen. Geh. 2400 Mk. Meld. a. d. Vorst. Synagogen-Gemeinde Königsberg i. Pr. Gottesdienst: Mittwoch, abends 5l/4. — Donnerstag: vormittag 874; Predigt 93/4; Nachmittag 4; abends 53/4. Freitag: vormittag 8V4; Predigt 93/4; Nachmittag 5. — Sonnabend: vormitt. 8V2; nachmittag 4V2; abends 558. Cholhamoed: morgens 6l/2; abends 5y4.

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