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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1898-12-23 · 51 (23.12.1898) · p. Seite 818

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
7 (1898)
Issue
51 (23.12.1898)
Date
1898-12-23
Page
Seite 818 (sequence 10)
Language
German
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Seite 818. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 61. gemäß den Magistrat,''rücksichtlich der bereits bestehenden Privatschulen den Grundsatz zu 1 bei den Aussichtsbehörden mit allen Mitteln zur Geltung zu bringen, der Konzessionierung neuer Privatschulen nur dann zuzustimmen, wenn in der Konzession selbst den Konzessionsinhabern die Verpflichtung auferlegt wird, bei der Ausnahme ohne Rücksicht aus die Religion der Kinder zu verfahren; entweder mit den b.- stehenden Privatschulen im Westen, soweit diese dem zu 1 aufgestellten Grundsatz entsprechend bei Ausnahme der Kinder ohne Rücksicht aus deren Religion verfahren, in Verhandlung zu treten wegen Erweiterung dieser Schulen, oder ihr baldmöglichst eine Vorlage zugehen zu lassen wegen schleuniger Errichtung einer höheren Mädchenschule im Westen, und zwar einer Schule, in welcher nach Art der höheren Bürgerschulen (Realschulen) die Schülerinnen erst nach anderweitiger Absolvierung der Unterstufe Aufnahme finden. Nicht auffallend, aber beachtenswert ist, daß man in einem gewissen Lager von der Bildungsneigung der Juden mit tiefem Verdruß spricht. Wenn die Kreuzzeitung dergleichen thut, so bleibt sie nur in ihrer Gewohnheit und in ihrem Programm, die gleichmäßig der Bildung abgeneigt sind. Aber auch anderwärts, wo man es als seine Ausgabe betrachten sollte, den Bilduagstrieb^anzuregen und zu stärken, scheint man allmählich die Auffassung blödsichtiger russischer Fanatiker anzunehmen, daß unter den verbrecherischen und gefährlichen Instinkten der Juden die Liebe zur Bildung nicht an letzter Stelle^ stehe und besondere Bekämpfung 'verdiene. Die Kreuzzeitung meint, daß die Stadt Berlin im Westen eine höhere Töchterschule nur einzurichten brauche; zur jüdischen Schule werde sie ganz von selbst werden. Diese Bemerkung soll ein Witz sein; in Wirklichkeit ist sie eine Schmähung der nichtjüdischen Bevölkerung Berlins. Wochen-Lhronik. Wochen- Dezember 1898 Tebeth 6669 Kalender. Freitag . . . 23 10 rDED rntfity O18 S. A. 4,00 Sabbat . . . 24 11 Sabb. Ausg. 4,42 Sonntag . . . 26 12 Montag . . . 26 13 Dienstag. . . 27 14 Mittwoch. . . 28 15 Donnerstag. . 29 16 Freitag . . . 30 17 Sabb. Auf. 4,05 Sabbat . . . 31 18 TP1 Sabb Ausg. 4,47 Stargard i. P. (Wieder Mner.) Seit Anfang dieses Monats ist der Chef der Bankfirma Karl & Willy Meißner, Karl Meißner, verschwunden. Der Sachwalter der Familie hat ein Rundschreiben an die Gläubiger gerichtet, worin ihnen von der Zahlungseinstellung Mitteilung gemacht und ein Vergleich i von 48 pCt. geboten wird. Die Thatsache kam den Freunden des Verschwundenen überraschend. Meißner, der die Firma „Christliches Bankgeschäft" führte, war der Führer der Konservativen und Antisemiten. Wie die Stettiner stseezeitung versichert, sind von ihm für mehr als 100 000 Mark fremder Effekten, die er in Depot hatte, bei Berliner Banken lombardiert. — So sind sie alle, alle ohne Ausnahme! Hamburg, 19. Dezember. (Diamantene Hochzeit.) Das Altenhaus der deutsch-israelitischen Gemeinde veranstaltete am Freitag zu Ehren der diamantenen Hochzeit des Ehepaares Hirsch Cohn eine sehr würdige und erhebende Feier. In der reichgeschmückten Synagoge des Instituts fand am Morgen ein Festgottesdienst statt, zu dem sich außer den Insassen des Hauses die Mitglieder der Verwaltung, die Familie des Jubelpaares und einige geladene Gäste eingefunden hatten. Nach Beendigung des Morgengebetes wurde das Jubelpaar zu den Ehrensitzen geleitet, während ein Knabenchor unter Leitung des Herrn Oberkantor Dreiblatt einige Psalmen vortrug. Daraus bestieg Herr Oberrabbiner Hirsch die Kanzel und begrüßte das greise Paar mit den Psalmenworten: Gesegnet, der kommt im Namen des Ewigen. In herzlichen Worten feierte er dann die Tugenden des Paares, das in guten wie in schweren Lebenslagen große Opserwilligkeit und unerschütterliches Gottvertrauen gezeigt hatte, und erflehte den Segen Gottes für ihr ferneres Leben. Der Jubilar, eine der bekanntesten Persönlichkeiten der hiesigen Gemeinde, hat sich in den Zeiten seines Wohlstandes durch regen Gemeinsinn und große Wohlthätigkeit sehr beliebt gemacht. Zahlreiche Gratulanten, die sich im Laufe des Tages einfanden, sowie reiche Blumenspenden und sonstige Ehrengeschenke legten von dieser Wertschätzung Zeugnis ab. Am Abend gab der Vorstand des Altenhauses den gesamten Insassen ein solennes Festmahl. Der Sohn des Jubelpaares spendete der Synagoge den Silberschmuck für eine Thorarolle. Das würdige Paar erfreut sich großer Rüstigkeit und Frische. Nordhausen, 20. Dezember. (Bevölkerungsstatistik.) Die Zahl der Juden in der Provinz Sachsen hat in dem Zeitraum von 1885 bis 1895 um 507, nämlich von 7343 aus 7850, zugenommen. Diese Zunahme ist geringer als die der übrigen Bevölkerung. Von den 7850 Juden wohnen 7655 in den 142 Städten der Provinz. Aus Oberschlesien, 20. Dezember. (Stiftungen.) Freiherr Nathanael von Rothschild und Ritter von Guttmann haben zum Bau zweier Waisenhäuser für die Kinder ihrer^katholischen Arbeiter je 100000 Gulden gespendet. Die Waisenhäuser sollen in Wittkowitz und Mähr.-Ostrau ihren Platz finden. — Frau Rosalie Zander in Ratibor hat zu Ehren des Andenkens ihres Gatten der Ratiborer Synagogengemeinde 10- bis 12000 Mark zum Bau einer Friedhosshalle zur Verfügung gestellt. Köln, 20. Dezember. (Verein der jüdischen Lehrer in Rheinland und Westfalen.) Die ordentliche Generalversammlung des Vereins der jüdischen Lehrer in Rheinland und Westfalen findet am 1. Januar, vormittags 10 Uhr, im Krystallpalast hier, Schildergasse 1071, statt. Ein Teil der Reisekosten wird den Vereinsmitgliedern vergütet. Auf der! Tagesordnung steht neben den geschäftlichen Angelegenheiten

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