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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1898-03-11 · 10 (11.3.1898) · p. Seite 163

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
7 (1898)
Issue
10 (11.3.1898)
Date
1898-03-11
Page
Seite 163 (sequence 19)
Language
German
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/ \ Nr. 10. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 163. eine energische Organisation zu größerer Leistungsfähigkeit zu bringen oder dieselbe im Sinne des vorbesprochenen Projektes auszugestalten, fand wenig Anklang, weil allgemein anerkannt werden mußte, daß eine in Ostpreußen eingeleitete einseitige Anstrengung zu Gunsten der Hilsskasse bald an der Teilnahmlosigkeit der beiden anderen Provinzen erlahmen und keine Befriedigung schaffen würde, und weil, wie der Referent berichten konnte, bei der Verwaltung der Hilfskasse keine Neigung zu einer prinzipiellen Umgestaltung der Kasse vorhanden ist. Die Versammlung nahm darauf einstimmig folgende von Herrn Rabbiner Dr. Rülf eingebrachte Resolution an: „Die Generalversammlung des Vereins ostpreußischer jüdischer Religionslehrer und Kultusbeamten erklärt sich mit dem Anträge der Kommission prinzipiell einverstanden und setzt auf deren weitere Thätigkeit zur Verwirklichung des Projektes volles Vertrauen." Es folgte hieraus die Neuwahl des Vorstandes, der für die nächsten zwei Jahre aus folgenden Herren besteht: Prediger Sturmann-Osterode, Waisenhaus-Inspektor Peritz-Königsberg, Oberkantor Birnbaum-Königsberg, Kantor Karo-Allenstein und Prediger Scherbel-Gumbinnen. Der Vorsitzende verlas darauf die Liste der vom Vorstande erwählten Vertrauensmänner: 1. Karo-Allenstein für die Kreise Allenstein und Pr.-Holland. 2. Schön-Braunsberg für Braunsberg, Heiligenbeil und Mohrungen. 3. Rosenberg-Heilsberg für Heilsberg, Friedland und Pr.-Eylau. 4. Davidsohn- Rastenburg für Rastenburg, Lötzen und Kössel. 5. Sturmann- Oslerode für Osterode und Neidenburg. 6. Rochotz-Ortelsburg für Ortelsburg und Sensburg. 7. Kutner-Johannisburg für Johannisburg und Lyck. 8. Peritz-Königsberg für Königsberg, Fischhausen und Wehlau. 9. Arendt-MemelsürMemel, Heydekrug und Labiau. 10. Dr. Ehrlich-Tilsit für Tilsit, Niederung und Ragnit. 11. Pessen-Jnsterburg für Insterburg, Darkehmen und Gerdauen. 12. Scherbel-Gumbinnen für Gumbinnen, Pillkallen und Stallupönen. 13. Freyer-Marggrabowa für Oletzko, Angerburg und Goldap. Nach Erörterung einiger aus der Mitte der Versammlung angeregter Fragen und nachdem die Tagesordnung für den folgenden Tag festgesetzt worden, schloß der Vorsitzende die Generalversammlung. Lehrer-Konferenz am 3. Januar. Die Konferenz wurde um 10 Uhr vormittags durch den Vorsitzenden eröffnet, die erschienenen Gäste, insbesondere die anwesenden Vertreter der Gemeinden und des ostpreußischen Synagogen-Verbandes, wurden wärmslens begrüßt. Der Vorsitzende gedachte des seit der letzten Jahresversammlung dahingeschiedenen Ehrenmitgliedes des Vereins, des unvergeßlichen Herrn Rabbiners Dr. Bamberger-Königsberg. Was ihn mi8 teuer und ewig wert gemacht, das war nicht sowohl sein warmes Interesse, seine hingebende Thätigkeit für den Verein, als vielmehr die Liebe, die er für den Geringsten unter uns im Herzen getragen. Sie ließ ihn mit seiner gewaltigen Autorität stets für den bedrängten Beamten eintreten und ihn allezeit treu und unv^rückt zu den Bestrebungen unserer Gemeinschaft kalten, cMy wo diese im Einzelnen andere Wege ging, als er es in ihrem Interesse zu wünschen schien. Seinem Andenken zu Ehren erhoben sich die Versammelten von ihren Plätzen. Das Schlußwort des Vorsitzenden galt dem demnächst aus der Provinz verziehenden Rabbiner Dr. Rülf-Memel, dem er unter dem lauten Beifall der Versammlung einen warmen Scheidegruß widmete. Hieraus überbrachte Herr Stadtrat S. Magnus-Königsberg den Konferenzteilnehmern namens des ostpreußischen Synagogen-Verbandes und der Gemeinde Königsberg Gruß und Glückwunsch zu einer fruchtbringenden, scgenschaffenden Tagesarbeit. Gleichzeitig gab der Herr Delegierte der Versammlung davon Kenntnis, daß Frau Rabbiner Dr. Bamberger in Ausführung des letzten Willens ihres verstorbenen Gatten dem ostpreußischen Syvagogen-Verbande von dem Herrn Dr. Bamberger gelegentlich seines 25 jährigen Amtsjubiläums zur Zweckbestimmung überwiesenen Gelde ein Kapital von 3000 Mk. zugeteilt habe, dessen Zinsen armen Gemeinden zur Anstellung eines seminaristisch geprüften Lehrers zu Gute kommen sollen. Der Verstorbene glaubte damit auch der jüdischen Lehrerschaft Ostpreußens sein warmes Interesse zu bezeigen, da er gewußt, daß auch in ihrer Mitte erhöhte Standesbildung als notwendige Voraussetzung eines erhöhten Standesbewußtseins und einer erhöhten Standesehre erkannt und erstrebt werde. Die Rede des Herrn Delegierten wurde mit lebhafter Begeisterung ausgenommen. Herr Rabbiner Dr. Vogelslein hieß die Versammlung als Rabbiner der Gemeinde, in deren Mitte sie tage, herzlichst willkommen. Der Vorsitzende erbat daraus die Genehmigung zur Absendung von Begrüßungs- und Danktelegrammen an Herrn Rechtsanwalt Schey-Allenstein, den Vorsitzenden der vorgenannten Kommission und thatkrästigen Förderer der Bestrebungen des Vereins, ferner an Herrn Rektor Dr. Adler- Berlin, den verdienstvollen Vorsitzenden des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche und freundlichen Berater unserer Kommissionsangelegenheit, sowie endlich an Frau Rabb. Dr. Bamberger-Königsberg in Erwiderung der dem Lehrervereine freundlichst zuerst bekannt gegebenen Schenkung an den ostpreußischen Synagogenverband und der auch für den Verein darin beabsichtigten Ehrung. Danach trat die Versammlung in die vorgeschriebene Tagesordnung ein. Den ersten Vortrag hielt Herr Rabbiner Dr. Olitzki- Allenstein über „das Jenseits im Lichte der jüdischen Auffassung." Redner wies durch Beläge aus dem Pentateuch, den prophetischen Büchern, den talmudischen und nachtalmudischen Schriften nach, daß der Glaube an das Jenseits eine uralte Lehre des Judentums sei. Seine Ausführungen hatten den Zweck, den Lehrern eine Anweisung zu geben, wie diese schwierige Frage vor reiferen Schülern überzeugend zu erörtern sei. Der klare und sorgfältig vorbereitete Vortrag fand allgemeinen Beifall. Hierauf sprach Herr Rabbiner Dr. V o g e l st e i n - Königsberg über den Religionsunterricht an höheren Lehranstalten. Redner verstand es, sein in den Details vornehmlich für Königsberg berechnetes FWlWtzEMMMaulich und übersichtlich zu behandeln, daß sich die Versammlung in der folgenden Debatte leicht in der Besprechung der dabei

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