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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1897-12-24 · 52 (24.12.1897) · p. Seite 897

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
6 (1897)
Issue
52 (24.12.1897)
Date
1897-12-24
Page
Seite 897 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 5L>. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 897. Gemeinde von Fez geantwortet, daß ihre Beschwerden über die Gouverneure von Sisroo und Tasza begründet gefunden sind und die Gouverneure einen Verweis erhalten haben. Zugleich versichert der Sultan die Juden seines, leider nicht sehr weit reichenden Schutzes. Jerusalem, 10. Dezember. (Hospitalbau.) Es freut mich Ihnen Mitteilen zu können, daß die Arbeiten am Souterrain bisher einen überaus befriedigenden Fortgang genommen haben; man ist gegenwärtig mit Ausführung der letzten Ueberwölbungen im Ostflügel beschäftigt, und wenn das Wetter günstig bleibt, hoffen wir, daß in zirka 14 Tagen bis 3 Wochen die Arbeiten am Souterrain vollendet sein werden. Es sind jetzt täglich meist 120 Arbeiter beschäftigt, und zwar 85 Jehudim und 35 Nicht-Juden. — Hoffen wir, daß der Weiterbau auch baldigst einen ebenso guten Verlaus nehmen wird. — Berlin, 20. Dezember. Es ist erfreulich, daß man in den jüdischen Familien aus das Chanukafest immer mehr zurückkommt, namentlich wird die Jugend zur freudigen Teilnahme an der Feier herangezogen. Einer solchen haben wir gestern in dem, übrigens sehr empfehlenswerten, streng religiös geleiteten Mädchenpensionat des Frl. Dora Simonsohn (Berlin W., Lützow-Ufer 17) beigewohnt. Der Religionslehrer des Instituts zündete das Chanukalicht an, woraus die Chanukahymne gesungen wurden. Eine schöne Ansprache an die zahlreich versammelte Jugend folgte. Nach der religiösen Feier wurden Musikaufführungen und Kindertheater geboten, bei welcher die jungen Gäste sich sehr gut amüsierten. Außerdem wurden arme Kinder sehr reichlich beschenkt. Im Ganzen hinterließ die veranstaltete Feier, einen guten Eindruck, was auch die erwachsenen Gäste, den besten Kreisen der Berliner Judenheit angehörend, allgemein bestätigten. — Professor Dr. James Israel, der bekannte Chirurg, feiert am 1. Januar 1898 das Jubiläum seiner 25jährrgen Thätigkeit am Krankenhause der Berliner jüdischen Gemeinde. — Die israelitische Gemeindevertretung in Aachen beschloß einstimmig die Neuregelung der Gehaltsverhältnisse der israelitischen Elementarlehrer nach der von der Stadt Aachen jüngst für die übrigen Lehrer aufgestellten Skala. — Die Versammlung des Vereins jüdischer Lehrer der Ostprovinzen wird nicht in Lissa, sondern in Posen und nicht am 23. d., sondern auf vielfach geäußerten Wunsch erst am 30. d. M. in Keilers Hotel um 101/* Uhr stattfinden. — Das Unterrichtsministerium in Oesterreich hat den Dr. Simon Aschkenazy als Dozent der neueren Geschichte an der Lemberger Universität bestätigt. Dr. Aschkenazy zählt zu den hervorragendsten Forschern der Geschichte der Neuzeit, der durch seine geistreichen und bedeutenden Publikationen die Aufmerksamkeit der Gelehrtenwelt auf sich lenkt, die auch große Hoffnungen auf den jungen Gelehrten setzt. — Das Ministerium der Volksausklärung in Rußland erklärte, ^aß Frauen mosaischer Konfession nicht die Würde eines Mulamed (Lehrer), die zur Eröffnung einer Chedera (jüdischen Schule) berechtigt, erteilt werden kann, da diese Würde ausschließlich Hersonen männlichen Geschlechts zusteht. Personen weiblichen Geschlechts können nur in dem Fall die Konzession zur Eröffnung einer Schule erlangen oder sich mit dem Unterricht beschäftigen, wenn sie im Besitze eines Elementarlehrerinnen-Zeugnisses sind. — Folgende bezeichnende Annonce prangt im „Wilcnski Westnik": „Agenten für die Stadt Wilna werden zu sehr vorteilhaften Bedingungen von einer der ältesten Versicherungsgesellschaft gesucht. Juden bevorzugt." Man sieht, daß die Juden in Rußland doch auch nützlich sind.?? * Aus den Gemeinden. Vakanzen. Waldenburg, Wpr., Kant., Sch. u. Religionsl. 1200 M. sofort. — Eberstadt b. Darmstadt. Vorb., Religionsl. u. Schächter 500 und fr. Wohn., 300 M. Nebeneink., sofort. — Luzern, Schweiz, Religionsl., talmudisch geb., 1600—1700 Fr. incl. Nebeneink. sofort. — Elberfeld. 2. Religionsl. u. Vorbeter 3000 M. (Fähigkeit, den hohen Religionsunterr. zu erteilen ersorderl.) 1. April. — Breslau. 1. Kant. 4500 M. sofort. Feuilleton. Das Dnitfrniuiiniiiin. Von Dr. S. Bernfeld. I. Israels vierzigjährige Wanderschaft durch die Wüste mar zu Ende, und das Volk näherte sich bereits der Grenze Palästinas. Nach der biblischen Erzählung war ursprünglich beabsichtigt, das Land jenseits (für die Wüstenwanderer: diesseits) des Jordan nicht zu erobern, sondern den Fluß zu überschreiten und das eigentliche Kanaan in Besitz zu nehmen. Das Volk brauchte aber zu diesem Behufe freien Durchzug, den es zuerst direkt über die Ostgrenze am mittleren Laufe des Jordan versuchen wollte. Indes wurde Israel in diesem Vorhaben von den mit ihm verwandten semitischen Völkerschaften, Amon, Mo ab und Edom, gehindert. Den Durchzug mit Gewalt zu erzwingen, wurde Israel nicht gestattet, und so zog das Volk weiter nach der Südostgrenze, zum unteren Lause des Jordan, in das Gefilde von Jericho. Die Juden kamen in ihrer langen Wanderschaft nahezu an den Punkt, von dem sie bei ihrem Auszug aus Egypten, ausgegangen waren, indem sie unweit dem Roten Meer vorbeimarschierten. Dort erbat Mose den freien Durchzug von den beiden emoritischen Königen Sichon und Og (letztere regierten in Baschan). „Laß mich durch Dein Land ziehen", ließen die Israeliten dem Könige Sichon sagen; „ich werde den (geraden) Weg nehmen, ohne von diesem rechts oder links abzuweichen. Nahrung wirst Du mir für Geld verkaufen, daß ich esse, und Wasser für Geld, daß ich trinke; laß mich nur durchziehen" (5. Buch Mosis 2. 27, 28). Daß jedoch der König von Emori diesem Wunsche nicht willfahren wollte, läßt sich sehr gut begreifen; denn wer konnte ihm Sicherheit dafür bieten, daß Israel, einmal in seinem Lande, auch wirklich dann abztehen werde. Er beantwortete daher die Bitte des israelitischen Volkes mit dem Zusammenziehen eines starken Heeres, das sich bei Jahaz konzentrierte. Israel mußte sich somit entweder den Durchzug erzwingen, oder die Wanderschaft fortsetzen. Es wählte das Erstere.

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