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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1897-06-04 · 23 (4.6.1897) · p. Seite 381

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
6 (1897)
Issue
23 (4.6.1897)
Date
1897-06-04
Page
Seite 381 (sequence 11)
Language
German
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Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 881. Nr. 28. geben hat; und schließlich in Erwägung, daß durch den Beschluß der heutigen Generalversammlung des Jsr. Lehrervercins im Großherzogtum Hessen dem vorgenannten Verband der Deutsch- Israelitischen Lehrervereine sich anzuschließen, sich dieser Verein in ein Abhängigkeitsverhältnis zu dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde gesetzt hat und somit diesem Gemeindebunde gegenüber seiner Selbständigkeit verlustig geworden ist, aus aÜen diesen Erwägungen sehen sich die Unterzeichneten in Wahrung ihrer Selbständigkeit und Unabhängigkeit veranlaßt, als Mitglieder des israelitischen Lehrervereins im Großherzogtum Hessen auszuscheiden." £ Hamburg, 31. Mai. (Christenhaß der Juden.) Dem Bericht des Krankenhauses der Deutsch-Israelitischen Gemeinde, (errichtet i. I. 1841 von Frau Betty Heine) für das Jahr 1896 entnehmen wir folgende Angaben: Es fanden 1066 Kranke mit 30 723 Pflegetagen Verpflegung, so daß zwar die Krankenzahl eine Abnahme von 38, die Verpflegungstage aber eine Zunahme von 3 358 aufweisen. Von den Kranken waren nur 22 pCt. jüdischer, 78 nichtjüdischer Konfession. Aus Hessen, Ende Mai. (Statistisches.) Zur Vervollständigung Ihrer jüngsten statistischen Notiz über das Großherzogtnm Hessen dienen folgende Daten. In unserem Großherzogtnm giebt es nach der neuesten Zählung 694,970 Protestanten, 305,895 Katholiken, 24,618 Israeliten und 6661 Andersgläubige. Nach Provinzen geordnet, sind in Starkenburg 299,932 Protestanten, 130,095 Katholiken, 8745 Israeliten und 1674 Andersgläubige; in Oberhessen 245,688 Protestanten, 20,849 Katholiken, 7260 Israeliten und 126 Andersgläubige, in Rheinhessen 149,350 Protestanten, 154,951 Katholiken, 3613 Israeliten uub 4861 Andersgläubige. Die meisten Protestanten wohnen im Kreise Darmstadt, nämlich, 86,327; die meisten Katholiken im Kreise Mainz, nämlich 82,652, die meisten Israeliten im Kreise Mainz nämlich 3644 und die meisten Andersgläubige im Kreise Alzey nämlich 1822. Was die Hauptstädte des Landes anbelangt, so giebt es in Darmstadt 40,741 Protestanten. 9992 Katholiken und 1379 Inden; in Mainz 26,254 Protestanten, 44,943 Katholiken und 3089 Juden; in Offenbach 23,432 Protestanten, 13,016 Katholiken und 967 Inden; in Gießen 20,055 Protestanten, 1975 Katholiken und 701 Juden) in Worms 16,953 Protestanten, 8958 Katholiken und 1131 Juden. K. Hoppstädten, im Mai. (Die Jahresversammlung des süddeutschen Verbandes jüdischer Lehrer) findet am 8. und 9. Juni in Neuwied statt. Tages-Ordnung: 1. Jahresbericht und Vorstandswahl. 2. Verbandsthema: Die definitive Anstellung der Lehrer, ihre Pensionierung und Versorgung ihrer Hinterbliebenen. (Eppstein-Hoppstädten.) 3. Verbandsthema: Angesichts des bereits bestehenden Grundfonds für eine Witwen- und Waisenkasse sollen sich die Vereine über die bestmögliche Art der Einrichtung der betr. Kasse äußern. 4. Vorschläge zur Einigung der drei rheinisch-westfälischenLehrervereine. 5. Wie ist das Lehrbedürsnis des jüdischen Publikums zu wecken, zu erhalten und nutzbringend zu befriedigen? (Stamm-Dierdors.) 6. Jüdische Lehrerzeitung. (Nußbaum- Trier.) 7/ Der Lehrer in der Gemeindevertretung. Ransenberg-Neuwied. 8. Die Ausbildung als Kantor. (Nnßbaum- Trier und Wolf-Luxemburg.) 9. Festsetzung der nächstjährigen Versammlung. 10. Freie Besprechungen. Z. Offenbnrg (Baden,) 30. Mai. (Synagogen-Chorsest.) Dem Beispiele der verbündeten Synagogenchöre Mannheim, Bruchsal, Karlsruhe und Pforzheim folgend, veranstaltete der Verband oberbadischer Synagogenchöre an: letzten Sonntag in der hiesigen Synagoge eine Aufführung synagogaler Gesänge, wozu fast alle Gemeinden Badens, welche Chöre besitzen, Delegierte entsandten. Der Großherzogl. Oberrat war durch Herrn Regierungsrat Dr. Mayer vertreten. Das reiche, fast zu reiche Programm nahm einen schönen Verlauf nnd zeugte nicht nur von Fleiß und Streben, sondern auch von Lust und Interesse zur Sache. Treffliche Leistungen boten die Chöre von Freiburg, Offenburg und Bühl. Abends 7 Uhr fand ein Festbankett statt, das von über 300 Personen besucht war. O. Budapest, 30. Mai. (Juden an höheren Lehranstalten.) Nach dem neuesten Jahresbericht unseres Nnterrichtsministeriums befinden sich an der hiesigen Universität in der juristischen Fakultät 36 pCt. und in der medizinischen über 50 pCt. jüdische Studenten. An den Gymnasien beträgt der jüdische Anteil durchschnittlich 20 pCt., steigt indessen in einzelnen Städten, wie namentlich hier, aus mehr als das doppelte. ^2 Brünn, Ende Mai. (Kantorenversammlnng.) Am 16. d. M. traten ans Anregung nnd Einladung des Herrn Oberkantor Heller im Sitzungssaale der hiesigen Gemeinde eine größere Anzahl der Kantoren aus Mähren zusammen, um über die Gründung eines Verbandes zu beraten, Nach Erledigung der Vorstandswahlen, die die Wahl der Herren Heller-Brünn zum Vorsitzenden, Steiner-Groß-Meseritsch und Kohn-Lundenbnrg zu Schriftführern ergab, erhielt Herr Stößler- Neu-Raußnitz das Wort, um dem Einberuser der Versammlung, wie auch dem Kultnsvorstande für die Neberlassung des Sitzungssaales den Dank zu votieren. Redner stellt einen Vergleich an zwischen dem Kantor von ehemals und jetzt. Während früher blos die gesangliche Befähigung den Hauptsaktor bildete, werden von dem jetzigen Kantor noch vielfache anderseitige Anforderungen gestellt, als: musikalische Bildung, Befähigung als Lehrer, als Gemeindesekretär und dergleichen. Kurz, der Kantor muß intellektuell und moralisch als ganzer Mann dastehen. Trotzdem sei die Stellung des Kantors eine solche, die noch vieles zu wünschen übrig lasse. Das Damoklesschwert der Entlassung schwebe fortwährend über seinem Haupte und oft — wie Redner an drastischen Beispielen nachweist — sei eine geringfügige Veranlassung hinreichend, um seines Postens verlustig zu werden, um im Alter den Wanderstab ergreifen zu müssen. Nur einzelne Gemeinden haben in ihrem Statute die Stellung des Kantors entsprechend gewürdigt. Ans diesen Gründen sei eine Vereinigung notwendig, welche zur Hebung des Standesbewußtseins und zur Beseitigung der angeführten Uebelstände beitragen würde. Diesen Ausführungen folgte eine sehr angeregte Debatte. Aus Antrag des Herrn Heller wurden folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Die Anwesenden geben ihre Zustimmung zur Bildung eines Vereines. 2. Zweck des Vereines sei die Förderung der Interessen des Standes und die Unterstützung von Witwen und Waisen der dem Vereine ungehörigen Bernssgenossen.

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