Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1897-06-04 · 23 (4.6.1897) · p. Seite 380

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
6 (1897)
Issue
23 (4.6.1897)
Date
1897-06-04
Page
Seite 380 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/4794838-9609198-9609220--2003-9609230
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 380. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 23. jüdischer Vater, evangelische Mutter 232 (236) „ „ katholische Mutter 53 (49) „ „ sonst christliche Mutter 12 (3) evangelischer Vater, jüdische Mutter 212 (205) katholischer Vater, jüdische Mutter 65 (54) sonst christlicher Vater, jüdische Mutter 12 (16) 592 (563) 296 (282) 8367 (8639) Die Geburtszisfer ist also wieder heruntergegangen, wie das seit vielen Jahren ständig der Fall ist. Gegenüber der allgemeinen Summe von Geburten: 1 208 214 hätten die Inden 13 532 Geborene haben müssen, sie haben also nur 02"/„ der Ziffern aufzuweisen. Dementsprechend hätte ihre Quote bei der Kindersterblichkeit auf 2530 statt 4081 heruntergchen sollen. Sie ist indessen bis ans 1497 gefallen, ein glänzendes Zeugnis für die Sorgfalt, welche die Inden heute ihren Kindern widmen. Die Eheschließungen sind etwas gestiegen: es ist aber auch die Zahl der Mischehen neuerdings gewachsen. Es wurden Eyen geschlossen 1895 (1894): rein jüdische Ehen. 2502 (2383) Mischehen jüdischer Mann, evangelische Frau . 182 (133) „ „ katholische Frau . . 39 (20) ,, „ sonst christliche Frau 6 (5) evangelischer Mann, jüdische Frau . 115 (118) katholischer Mann, jüdische Frau . . 48 (34) sonst christlicher Mann, jüdische Frau 7 (5) 397 (310) Wenn wir demnach 2502 rein jüdischen Ehen noch die Hälfte der Mischehen znrechnen, kommen wir ans die Summe von 2700, während gegenüber den insgesamt 253 729 Ehen in Preußen ans die Juden 2812 entfallen wiirden. Noch einen Vergleich, Auf 2502 rein jüdische Ehen kommen 7811 Kinder, das heißt auf 100 Ehen 312 Kinder, dagegen bei 387 Mischehe nur 592 Kinder oder ans 100 Ehen 148 Kinder. K. Thurn, 30. Mai (Rabbinerversammlung.) Am 27. d. Ni. kamen hier von den 13 in unserer Provinz amtierenden Rabbinern 11 zusammen und hielten im Sitzungszimmer des Gemeindehauses ihre Beratungen ab. Sie begannen um 9'/u Uhr Vormittag und dauerten ununterbrochen bis 2 Uhr Nachmittag. Ein Provinzial-Rabbinerverband wurde nunmehr definitiv gegründet, der diesbezügliche Statntenentwurf angenommen, die Inspektion des Religionsunterrichts in den Provinzialgemeinden und der korporative Beitritt zum allgemeinen Rabbinerverband beschlossen. Infolge des jüngst gebildeten Verbandes der Gemeinden Westpreußens hielt man es für notwendig, auch eine Vereinigung der Rabbiner ins Leben zu rufen und demgemäß konstituierte sich dieselbe. Zu deren Vorstandsmitgliedern wurden dieHerrenDr. Rosenstein- Graudenz, Dr. Rosenberg-Thorn, Dr. Guttmann- Eulin gewählt. Fast einstimmig Nbe dem allgemeinen Rabbiuerverband beigetreten. Fernes ^nrde, um den Religionsunterricht möglichst zu fördern, die Provinz in mehrere Bezirke geteilt und jedem Rabbiner ein Bezirk zugewiesen. Um 11 Uhr erschien in der Sitzung eine Deputation des Vorstandes und der Repräsentanten, um die Rabbiner zu begrüßen und sie zu einem Festmahl einznladen. Die Gemeindemitglieder, 70 an der Zahl, hatten sich daran beteiligt. Nach dem Festmahl, welches sich bis gegen Abend erstreckte, mußten die weiteren Beratungen aufgehoben und der Rest der Tagesordnung aus die nächste Versammlung verschoben werden, da mehrere Herren abreisen mußten. S* Usch, 30. Mai. (Schulsache.) Die Hausväter der vom 1. Juni ab aufgelösten hiesigen Schulgemeinde sind der hiesigen cvang. Schulgemeinde eingeschult worden, welcher auch das disponible Schulvermögen zusaüen dürfte. Die jüdische Schulgemeinde hat ca. 73 Jahre bestanden. Wie in allen kleineren Städten der Provinz, so hat auch hier die Zahl der jüdischen Einwohner von Jahr zu Jahr abgenommen. Der bisherige Lehrer Herr Gerson ist nach Czarnikau versetzt worden. H. Breslau, 31. Mai. (Der Verein israelitischer Lehrer in Schlesien und Posen) hält hier seine diesjährige (19.) Generalversammlung am 9. Juni ab. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung des Vorstandes über das Vereinsjahr 1896 97. 2. Rechnungslegung der Kassenverwaltung. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Berichterstattung über die Tätigkeit des Verbandes der jüdischen Lehrer-Vereine im Deutschen Reiche durch den Delegierten. 5. Diskussion über die von Herrn Bernhardt-Tarnowitz zu seinem in der letzten Generalversammlung gehaltenen Vortrage, betreffend die definitive Anstellung, die Pensions- und Reliktenverhältnisse der jüdischen Lehrer, ausgestellten Leitsätze. 0. Die Gründung einer Unterstützungskasse durch den Verband :c. 7. Referat des Herrn Bähr-Waldenbnrg über das Thema: „Was thut den Kultusbeamten not? 8. Etwaige Anträge aus der Mitte der Versammlung. A. Licgnitz, 8. Juni. (Synagogen- Jubiläum). Am 10. Juni d. I. besteht die hiesige Synagoge 50 Jahre, und cs soll dieses Ereignis festlich begangen werden. Wegen der auf diesen Tag fallenden Jubilänmsseierlichkeiten des Regiments ist jedoch die Feier aus den 14. Juni festgesetzt worden.? Frankfurt a. M., 30. Mai. (Der hessische Lehrerverein gesprengt!) Bei der am 24. d. M. hier stattgehabten ordentlichen Generalversammlung des Israelitischen Lehrervereins im Großherzogtum Hessen wurde nach sehr heftigen Debatten der Antrag Marx-Alsheim: Anschluß an den Verband der Deutsch-Israelitischen Lehrervereine mit 30 gegen 34 Stimmen angenommen, woraus die Minorität ihren Austritt aus dem Vereine erklärte. Die Aufregung war so groß, daß der übrige Teil der Tagesordnung, darunter die Vorstandswahl, nicht mehr zur Verhandlung kam, infolge dessen der Verein zur Zeit keinen statutengemäß gewählten Vorstand besitzt. Noch im Sitzungssaale Unterzeichneten von der Minorität 28, darunter 3 Vorstandsmitglieder, eine Anstrittserklärung, die wie folgt lautet: „In Erwägung, daß der im Vereinsleben allgemein Geltung habende Grundsatz von der Unterwerfung der Minorität unter die Majorität nur insolange ausrecht erhalten werden kann, als die den Mitgliedern des Vereins von Natur aus zuftehende Unabhängigkeit und Selbstständigkeit einerseits und religiöse Ueberzeugung andererseits nicht gefährdet sind; in Erwägung ferner, daß der Verband der Deutsch-Israelitischen Lehrervereine durch die dem Deutsch- Israelitischen Gemeindebunde, einer außerhalb der Lehrerwelt stehenden Körperschaft, gewährten Sitz und Stimme in seinem Vorstande seiner Selbständigkeit und Unabhängigkeit sich be-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.