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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1897-05-28 · 22 (28.5.1897) · p. Seite 357

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
6 (1897)
Issue
22 (28.5.1897)
Date
1897-05-28
Page
Seite 357 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 22. Allgemeine Israelische Wochenschrift. Seite 359. konsum zu erzeugen, weiter aber wirds nie kommen, denn wir die Kläger die gesetzliche Voraussetzung zur Stellung einer haben auch kein geeignetes Menschenmaterial. Aus Wirtschaft-i Klage; denn wenn Beleidigungen gegen eine kollektive Mehrlichem Gebiete ist Russisch-Polen viel besser daran, denn da! heit sich richten, so müssen aus dieser Mehrheit Personen als es kulturell auf einer höheren Stufe steht, als das eigentliche bestimmt erkennbar bezeichnet werden, auf welche die Be- Rußland, hat es auf seinem Territorium eine großartige' leidigungen abzielen, und dies sei im gegenwärtigen absolut Industrie, teilweise mit ausländischen Kapitalien und fremd-'nicht der Fall. bürtigen Menschenmaterial, und das Innere Rußlands bietet M. Stuttgart, 23. Mai. (Der Schulchan-Aruch) beein weites und breites Absatzgebiet. schäftigte vorgestern unfern Landtag. Der Herausgeber der lieber unser Menschenmaterial, resp. über dessen Jnferi- .„Schwäbischen Reform", Fritz Bösenberg ist sein Raine, hat orität, sowohl der oberen als der unteren Stände, wäre im Namen der sog. Schwäb. Reformpartei um Uebersetzung überhaupt viel zu sagen. So mancher Versuch, so manches des Schulchan Aruch petitioniert und seine Petition damit Unternehmen erlitt nur deshalb ein schmähliches Fiasko, weil motiviert, daß „durch neuere Schriften mit unverkennbarer man hierfür keine geeigneten Männer fand. Der selige Baron Sachkunde aufs neue und überzeugend dargethan worden sei, Hirsch hat davon viel zu erzählen gewußt. Die Handwerkerdie bisher geheim gehaltenen (!) Gesetz- und Lehrbücher des schule in Krakau, mit so viel Mühe und Kosten ins Leben ge- Judentums beruhten aus Anschauungen, die mit den sittlichen rufen, mußte aufgelöst werden, weil die an die Spitze ge- und rechtlichen Grundlagen unseres Volkslebens in Widerstreit JOeriUI, ^Lne Joeutumufucysmuyt; vwwvu' rabbiners Herrn Arwas aus Jerusalem gegen Herrn Dr. Hirsch Hildesheimer ist nach Erledigung der einleitenden Formalitäten an das Gericht gelangt. Herr Dr. Hildesheimer hat aus meinen in Nr. 20 dieses Blattes mitgeteilten „offenen Brief" kein Wort der Erwiderung gefunden. Privaten Interpellanten gegenüber giebt er zu, einen „Fehler" gemacht zu haben, doch hat er zu einem öffentlichen Bekenntnis dieses „Fehlers" noch nicht die — Gelegenheit gesunden. Much hindert ihn das stille Eingeständnis nicht, mit seinem „Dokumentenschatz" zu hausieren und zu versichern, daß er zwar einiges Nachlassen könne, aber immer noch genug übrig bleibe. Er wird sich auch dafür zu verantworten haben. Es soll reiner Tisch gemacht werden. Herr Dr. Hirsch Hildesheimer versichert u. a. jedem, der es hören will, daß der Chacham Baschi von Palästina alles unterschreibe, was die Chachamim ihm vorlegen. In nächster Zeit schon soll dargethan werden, daß die Zustände in Palästina , nicht nach dem Muster der Gipsstraße eingerichtet sind. X> /K/iumuv M. A. Klausner. stellten Männer der Sache kein richtiges Verständnis entgegenbrachten. Das Institut verschlang immense Summen und die Erfolge waren sehr problematischer Natur. Selbst die Wohlthätigkeitsbureaus, die an Handwerker und kleine Handelsleute monatlich oft. fl. 12 000 an Unterstützungen verteilten, mußten aufgehoben werden, da es sich herausstellte, daß die Gelder nicht an die richtigen Adressen gelangten. Die Bittsteller mußten jahrelang auf die Erledigung ihrer Eingaben warten, wer aber sich Protektion zu verschaffen wußte, der erhielt prompt eine Subsidie, selbst wenn sein Anrecht kein besonders begründetes war. Bei uns kann eben nichts Gemeinnütziges von Dauer sein, das öffentliche Wohl dient nur als Vorwand, Ehrenämter zu ergattern, die dann — gelinde gesagt — gesellschaftlich ausgebeutet werden. Die jüdische moderne Intelligenz hat sich über Ideale nicht zu beklagen, man absolviert schlecht und recht sein Brotstudium, trachtet reich zu heiraten, dann wird jeder Ballast über Bord geworfen und eine Klabriaspartie im Kasino, die sich oft . bis zum heranbrechenden Morgen hinzieht, bildet die geistige Zerstreuung nach des Tages Mühen. Von einem Pflichtstehe», welch letztere'den elfteren mit den schärfsten Ausdrücken bewnßtsein den Milden und Beladenen gegenüber, ist keine avo&e Unkenntnis, Unfähigkeit den Talmud zu lesen oder zu Rede, verschwindende Ausnahmen bestätigen nur die Regel; „erstehen, fahrlässige Uebcrsetznng, absichtliche Fälschungen, Eutdcr Herr Doktor sieht auf den polnischen Juden mit Verachtung Münzen durch Verschweigen, falfrfjc Deutung, falsche Konherab, selbst wenn seine nächsten Verwandten noch im langen fequenj vorwerfen. Es sei nicht richtig, daß der Schulchan Kaftan umhergehen, und dibreiten jüdischen Massen wollen Aruch ein Gch etmnts ist. Der Schulchan Aruch sei nicht auch von einem wahrhaften Fortschritte nichts wissen. nur in seiner Ursprache heute jedem, der diese Sprache kennt. Immer drohender ballt sich am galizischen Horizonte dass,, öffentlichen Bibliotheken zugänglich, er sei auch, wenn nicht Gewölle zusammen, der Boden wankt unter den Füßen, esga„z, fo doch in vielen Teilen in die deutsche Sprache übcr- ,lieft und donnert, kein frischer Lustzug reinigt die von Elek-M worden. So viel stehe jedenfalls fest, daß cs sich hier trizität geschwängerte Athmosphäre, ängstlich, erdfahl 1,»^ um Geheimnisse handelt, denen nur die Regierung oder Gesichte, die Glieder schlotternd, drückt sich die kopflose Menge: der Regierung bestellte Sachverständige nachsorschcn könnten. „Galizischcs Israel, wo sind Deine Führer?" schallt es staatliche Uebersetzung würde das nicht erreichen, was durch die Luft. Und es ertönt keine Antwort. Rur derPetenten von ihr erwarten. Die Petenten erwarten von Donner rollt weiter, dumpf über den gesenkten Häuptern, und, -erselbcn eine authentische Darlegung des Inhalts des Schulchan zusammenhanglos aller Führung bar, sucht jeder auf eigene Aruch. Die wörtliche Uebersetzung allein würde nicht zum Faust sein Heil. Und die Aermstcn der Armen, von den ßje[c fuhren; cs müßte eine Interpretation dazu komnien. Ihrigen verstoßen, lassen ihre Blicke Über die schwarz-gelben Bie iwn aber Uebersetzung und Interpretation auch ausfallcn Grcnzpsähle schweifen und klammern sich an einen letzten Mrden, auch diese „staatliche-- Arbeit wäre schließlich nichts Rettungsanker, an Bettelbriefe. rüderes als eine Arbeit mit wissenschaftlichem Charakter, ob ic nun von einem staatlich berufenen Kollegium oder von einer Privatperson ausgeslihrt wäre. Sie würde der Wissenschaft-

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