Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
- Issue
- 51 (20.12.1895)
- Date
- 1895-12-20
- Page
- Seite 844 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 844 Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 51. tins zu dem D. I. 2. B- und über die vorbereitenden Schritte, die unser Verein in Verbindung mit dem Lehrerverein für Ostpreußen gethan hat, um eine Aenderung der Leitsätze des zu begründenden Verbandes, nach welchem nur Vereine, welche mindestens 20 staatlich geprüfte Lehrer zählen, das Recht zur Entsendung einet- Delegierten zur konstituierenden Versammlung am 24. u. 25. d. M. haben sollen. Die Versanimlung votiert dem Vorsitzenden Dank für die gute Vertretung der Interessen des Vereines uitd stimmt seinem Vorgehen zu. Herr Dr. Goldschmidt-Colberg spricht über die Notwendigkeit der Bildung von Gcmeindeverbänden und Einsetzung von Schiedsgerichten. Zur Verwirklichung dieses Planes wird eine Kommission aus der Mitte der Gemeinden und aus den Vereinsmitgliedern gewählt, bestehend aus den Herren: Rechtsanwalt Jacoby-Stolp, Moses-Colberg, Eaminer-Neustettin, Levenstein-Belgard, Jacob-Cöslin, Salamon-Schievelbein; sowie den Herren Dr. Hahn-Stolp, Dr. Goldschmidt-Colberg und dem Unterzeichneten Schriftführer. — Ein gemeinschaftliches Abendessen, woran sich viele Mitglieder der Gemeinde Schi velbein beteiligten, und bei welchem Herr Kautvr Kochanowsky-Neustettin mehrere Arien und Lieder künstlerisch vortrug, beschloß deu arbeitsreichen ersten Konserenztag. — Am folgenden Tage folgte Revision der Kasse und Entlastung des Rendanten (Meyer-Bütow). Die Borstandswahl ergab folgendes Resultat: Dr. Hahn (Vorsitzender) und Meyer (Schriftführer und Rendant) wurden einstimmig wieder- und an Stelle des ausgeschiedenen Bauer-Eöslin, Saul-Schievelbein neugewählt. Außerdem wurde Dr. Josephsohn als stellvertretender Vorsitzender und zur Unterstützung des Vorsitzenden bestimmt. Als Ort der nächsten Versammlung wurde Belgard in Aussicht genommen; die genaue Festsetzung des Termins bleibt dem Vorstände überlassen. Einen Vortrag: „Warum ist die bibl. Geschichte die Grundlage des ersten Religionsunterrichtes", übernimmt der Unterzeichnete, Lehrproben übernehmen die Herren Levy-Colberg und Finkelftein-Polzin. — Bei dem letzten Teil der Tagesordnung : „Freie Besprechung über allgemeine Vereinsangelegenheiten" , muk' das im Lehrerheim veröffentlichte Protokoll des ersten Bezirkstages des Reichsverbandes in Stettin, dessen Inhalt eine Verletzung des Herrn Dr. Goldschmidt zu involvieren scheint, einer eingehenden Kritik unterzogen. Folgende vom Unterzeichneten beantragte Resolution wird einstimmig angenommen. „Der Verein Israel. Lehrer und Kultusbeamten des Rgbz. Cöslin weift die Angriffe des Reichsverbandes gegen das Vorstandsmitglied des Eolberger Kurhospitals, Herrn Dr. S. Goldschmidt energisch zurück, zumal diesem unliebsame Aeußcrungen bezüglich der künftigen Ausnahme von Lehrern im Kurhospital unterschoben werden, die er in der Vereinsversammlung niemals gebraucht hat. Die Vereinsmitglieder erkennen die eifrige Fürsorge und Wirksamkeit des Herrn Dr. Goldschmidt gerade für die Lehrer ganz und voll an." Von dem Unierzeichneten wurde dann die von L. Katz-Rybnik hecausgegebene Fibel einer eingehenden Besprechung unterzogen und den Kollegen die Einführung dieses brauchbaren Schulbuches empfohlen. Da aber den meisten Vereinsmitgliedern die Fibel noch unbekannt ist, wurde beschlossen: „Die Mitglieder des Vereins sollen sich die Fibel verschaffen und danach unterrichten, um dann so eine allgemeine Einführung der Fibel im Rgbz. Cöslin zu beschließen." Meyer-Bütow übernimmt zur nächsten Konferenz einen eingehenden Vortrag über die „Fibel." Nachdem nochmals den anwesenden Mitgliedern der Syuagogeu-Gemeinde herzlich für die erwiesene Gastfreundschaft, sowie dem D. I. G. B. für die bewilligte Subvention der Dank des Vereins abgestattet worden, trennten sich die Mitglieder, in dem Bewußtsein, schöne, anregende Stunden mitereinander verlebt zu haben. Ernst Meyer Schriftführer. — Der Verein jüdischer Lehrer der Ost Provinzen hielt am 20. dieses Monats in Posen seine diesjährige Versammlung unter Leitung seines Vorsitzenden, Hauptlehrer Herbst-Lissa ab. Der Begrüßung der Erschienenen durch den Vorsitzenden, die in ein Hoch auf unsren Kaiser ausklang, folgte der Rechenschafts- und Kassenbericht. Nach diesem beliefen sich die Einnahmen auf Mk. 105, die Ausgaben auf Mk. 36. — In Sachen des zu begründenden D. I. L B. wurde der Entwurf des D. I. G. B. angenommen. Als Delegierte zur konstituierenden Versammlung in Berlin entsendet der Verein seinen Vorsitzenden und Herrn Becker-Wollstein. Von seiten eines Mitgliedes wurde deu Delegierten die Bitte ans Herz gelegt, folgendes zu bewirken: Der Deutsch-israelitische Gemeindebund wolle durch ein Zirkular in ganz Deutschland Umfrage halten, wo mindestens 25 jüd. Schulkinder die Simultanschulen besuchen, aber kein jüd. Lehrer angestellt ist und dies nach Verhältnis der Steuerkraft der jüd. Schulväter der Fall sein müßte. Dann soll der Bund bei den maßgebenden Behörden vorstellig werden, vaß entweder dort jüd. Lehrer angestellt oder besondere jüd. Schulen gegründet werden, weil sonst die jüd. Lehrer keine Anstellung bezw. Förderung ihrer Stellen erlangen. Dieser Antrag fand einstimmige Annahme. — Behle- Lissa referierte sodann über eine' einheitliche Gestaltung der jüd. Schulferien in der Provinz Posen, die bisher so verschieden gestaltet sind. Der Vorstand wurde ersucht, bei den beiden Regierungen in Posen und Bromberg dahin vorstellig zu werden, auf Grund des Ministerialerlaffes für jüd. Schulferien vom 12. Dezember 1894 eine neue Ferienorduung zu erbitten, welche die jüd. Feiertag nach Wunsch des Ministers ohne Anrechnung aus die allgemeinen Ferien den jüd. Schulen sreigiebt. — Aus Vorschlag des Vorstandes ernannte der Verein den Vorsitzenden des D. I. G. B. Geheimrat Dr. Ki isteller-Berlin, welcher so lebhaft das Interesse der jüd. Lehrer fördert zum Ehrenmitgliede. (Ausführl. Bericht zu spät eingetroffen. Red.) — Der „Verein israelitischer Lehrer für Schlesien und Posen" bittet in seinem Berichte um jährliche oder einmalige Geldzuwendungen, um die im Dienste der jüdischen Schule arbeitsunfähig gewordenen Lehrer wirksamer unterstützen zu können. Mitglied dieser Kasse kann jeder jüdischer Lehrer, auch jede jüdische Lehrerin werden, welche an einer öffentlichen Lehranstalt wirken und noch nicht 50 Jahre alt sind. Ehrenmitglied wird jeder, der ohne Gegenleistung jährlich 6 M. Beitrag oder auf einmal 150 M. an die Kasse zahlt. Unterstützt werden solche Mitglieder, die bei ihrer Arbeitsunfähigkeit 5 Jahre im Vereine waren, auch deren Witwen und Waisen. Ein unverheiratetes Mitglied erhält eine Quote, eine Witwe desgleichen, ein verheiratetes Mitglied IVa Quoten und eine Waise x/4 Quote. Eine Quote übersteigt aber jährlich nie 200 Al. Ordentliche Mitglieder zählt der Verein 21 u. zw. 19 Herren und 2 Damen, die 400 M. Jahresbeiträge entrichten. Die Einnahmen waren: 1. zum^ Kapitalfonds 1748,18 M., 2. zum Unterstützungsfonds 2554,50 M., zusammen 4302,68 Mk. Der Kapitalfonds beträgt 3350,88 Mk. in Pfandbriefen. Verausgabt wurden 3293,90 Mk.,