Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
- Issue
- 51 (20.12.1895)
- Date
- 1895-12-20
- Page
- Seite 832 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 832. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 51. g ierten-Ve rsammlung den ehrlichen Makler vorstellen, der geschickt vermittelnd, die in einzelnen Ansichten auseinandergehenden Delegierten zu einem Beschlüsse zu führen versucht, der selbst dem unterliegenden Teile die weitere gemeinsame Arbeit noch ermöglicht. Statt dessen will er den Vereinen seine Meinung aufdrängen, die auf Absonderung hinausläuft und Spaltung zur Folge haben kann. Und weil er jenen unparteiischen Standpunkt verlassen hat, darum will er auch nicht aus Meinungep hören, die den seinen widersprechen, darum beschränkt er die Redefreiheit für diejenigen, die aus praktischer Erfahrung zu anderen und wie sie glauben richtigeren Ansichten über das, was unseren Schulen nützt, gelangt sind als die Herren von der Lehrabteilung, die unseren Verhältnissen fremd gegenüberstehen, denen unsere Worte darum auch nicht zum Herzen tönen. - Auch darin verkennt der T. I. G. B. seine Stellung zum projektierten Lehrerbunde, daß er glaubt, er habe ein Recht, die gegenwärtig dafür bestehende Begeisterugg unter den Lehrern für eine einzelne Kategorie derselben auszunützen. Die Lehrerbund-Frage, sie ist eine Frage der gesamten deutschen Lehrerschaft in dem Umfange, wie das Wort zur Stunde Geltung hat, und wer diese Bewegung — auch in bester Absicht — in Sonderbahnen führt, der begeht ein Unrecht an denen, die dadurch von dem Vorteil ausgeschlossen werden, den diese Einheit der gesamten Lehrerschaft Deutschlands für die Arbeiten im Innern, wie für den Kampf nach außen zu bieten verspricht. Zwar so hoch und so sicher werden auch die begeistertsten Anhänger der Bundesidce — und auch wir rechnen uns dazu, — den Wert der neuen Vereinigung nimmer anschlagen können, daß sie dadurch den Schaden aufgehoben sehen, der den Schulverhältnissen einzelner Provinzen durch die Vernichtunng ihres event. ni cht an g es chlossenen V e reines erwuchsen würde. Und das letztere dürfte in verschiedenen Fällen eintreten, wenn das Anerbieten des D.J.G. B. alle bisher für die Förderung der Schulverhältnisse verwandten Gelder, nur dem Bunde zukommen zu lassen, von der Delegierten-Versammlung angenommen werden sollte. Wer da will, kann in diesem Paragraphen eine Drohung an die widerstrebenden Vereine erblicken. In jedem Falle scheint es uns aber zweifelhaft, ob die Verwendung der dem D. I. G. V. anvertrauten Gelder hier im Sinne der Geber geschieht, die sich doch auch aus Gemeinden und Personen der solchermaßen geschädigten Landesteile zusammensctzen. Wir haben zu den Delegierten das Vertrauen, daß sie sich ihrer Aufgabe im Sinne und zum Heile der Gesamtheit der jüd. Lehrerschaft Deutschlands entledigen werden, daß sie bei allen ihren Beschlüssen das lhatsächlich Erreichbare und sicher Gewinnbringende, dem Ungewissen und Illusorischen voranftellen werden, und endlich, daß sie sich bewußt bleiben werden der Mahnung unserer Weisen, die da sagen: »Drei sind es, die zu Gott schreien und kein Gehör finden", und d azu auch denj enig en zählen, der sich selbst einen Herrn erkauft. Ad. Peritz, Königsberg i. Pr. * * Durch folgende Uebersicht soll die Anzahl der nichtseminaristifchen jüdischen Religionslehrer in Deutschland festgestellt werden, um gleichzeitig dadurch nachzuweisen, daß eine Aufbesserung. unserer Religionsschulverhältnisse durch sittliche und methodische Fortbildung der Lehrer im Verfolg der Anregung in den Vereinen in größerem Umfange nur möglich ist bei Beteiligung auch der das Gros der jüdischen Religionslehrerschast bildenden nichtseminaristischen Lehrer. Die unter a angegebene Gesamtzahl der Religionslehrer in den einzelnen Landcsteilen umfaßt Rabbiner, Lehrer und Kantoren und ist nach dem Jahrbuch des D. I. G. B. festgestellt. Alle Angaben über die Vereine beruhen auf Mitteilungen der Vereinsvorsitzenden. Wo für mehrere Landesteile mehrere Vereine bestehen, und eine Abgrenzung nach Provinzen nicht möglich war, wurden mehrere zu einem Ganzen zusammengefaßt. Die unter f angegebenen Zahlen sind nur als mutmaßliche bezeichnet, dürften aber den thatfächlichen Verhältnissen zumeist entsprechen. Bei ihrer Berechnung (a—b) und d, wurde angenommen, daß die den Vereinen nicht zugehörcnden Religionslehrer (a—b) zumeist Richtseminaristen sind, da diesen der Anschluß vielfach statutenmäßig unmöglich gemacht ist; die seminaristisch geprüften Lehrer aber aus psychologischen Gründen im allgemeinen in den Vereinen kaum fehlen dürften. Kleine Berichtigungen vermöchten das Gesamtbild kaum zu verändern. N a in c n der Verein e. s? 1^° Ä- 5 S3ss ZV ~ kcS-bp ö,—, .g ja £ I dT K a tr. L iil ® % 5 L SK A e s.5 f -» S, e X? VET g g £ 1. Freier Verein Ostpreußens 2. Verein der Ostprovinzen 3. Verein Schlesien-Posen 4. Verein Oberschlesien . Posen 261 . . . . Westpreußen 86 . . Schlesien 184 . . . 5. Verein Regbz. Cöslin Bezirk Cöslin 24 . . das übrige Pommern 37 6. Verein Emden-Oldenbnrg 7. Verein Hannover . . Hannover 79 . . . Oldenburg 12 . . . 8. Verein Hessen . - - 9. „ Hessen-Nassau 0. „ Nabb. Marburg 1. „ Rheinland-Westfalen 2. Kouferz. Rheinld.-Westfalen Rheinprov. 143 . Westfalen 101 . . l3. Verein Baiern ■ . 4. „ Würtemberg Ber'in . . Mitteldeutschi. Süd-West-Deut Prov. Brandenburg 62 Prov- Sachsen 37-. . Schlesw.-Holstein 25 Kgr. Sachsen 21 . . Baden 152 ... . Uebrige Kleinstaat. 150 chl Summa 54 50 661 131 £ 45s" 93 "/o! 4o|80«/o 01 | >46"/« 51 5623«,0 531 61 23, 56 l 91 151 [232 [244 336 73 96 447 24 5) 4482»,o 345,65°/o 51 84",0 79 39",0 1454",« 87«,o|J[ 1 1«,« 13114", n 90 20, 20 f u 75,-; 84, « 60 ",o 17o,o 2224o/o; jj 6; 15 »io 8355",o 19885",0 65°,«Io, 3! 2<>io 8836»,« 26, 44, 46",0 71°,o 28",« 70>15°,v 154 55 27 .|23ie| 99o!43«/o 2617«,«! 2j 4",0; 0 — 208:62o,o 20270,0 69!72»,o 913n,o; 386:86",« 17918",ol505|65",o