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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1895-11-14 · 46 (14.11.1895) · p. Seite 746

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
Issue
46 (14.11.1895)
Date
1895-11-14
Page
Seite 746 (sequence 10)
Language
German
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Seile 746. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. ** Nr. 46. lidi sein wird, ist ein Krankenhaus, denn das Klima in ein vorzüglich gesundes: es giebt dort auch keinen Polizeiknüppel, denn es giebt keine Trunkenbolde und keine Verbrecher, keine Temperenz-Gefellschaften, denn Mäßigkeit in allein ist die Regel, aber eine Ackerbauschule ist da bereits eingerichtet und hoffentlich werden daraus tüchtige Landbauer hervorgehen, die in anderen Teilen des Landes segensvolle Ansiedlungen zu leiten imstande sein werden. Aus Alt-Knli». Eine Rabbiner- und eine Repräsentantenwahl. (Targestellr in 22 Briefen und einem Epilog.) 1. An die Repräsentanten-Versammlung der hiesigen jüdischen Gemeinde. Wenn schon bei Lebzeiten unseres verewigten Rabbinats- AffefforS und Predigers Herrn Tr. Sachs die. 'Notwendigkeit der Berusung eines zweiten rabbinifch-gualifizierten Predigers auch von der geehrten Versammlung vielfach anerkannt worden war, so unterliegt es keinem Zweifel, daß dem betreffenden Gegenstände nach dem Hintritte des Herrn Tr. Sachs unverweilt die volle Aufmerksamkeit zugewendet werden muß. Es ist nicht allein die Kanzel verwaist, sondern die Gemeinde auch bezüglich aller rabbinischen Funktionen einzig und allein aus die Person des Herrn Rabbinats-Affessors Rosenstein angewiesen, ohne daß im Falle einer Behinderung desselben irgendwie vorgesorgt wäre. Nach den Vorschriften des Gemeinde-Statuts würden fortan nicht mehr Rabbinats- Assessoren, sondern Rabbiner anzustellen sein, und die geehrte Versammlung dürste mit uns darin einverstanden sein, daß es nunmehr geraten sei, mit der Berufung zweier Rabbiner, resp. Prediger vorzugehen. Wir beantragen daher bei der geehrten Versammlung ergebenst, zur Vorberatung dieses Gegenstandes eine geniischte Kommission zu bilden und zu diesem Zwecke einige Deputierte Wohlderselben abzuordnen. Ter Vorstand der jüdischen Gemeinde. Berlin, den 10. Februar 1864. * -i- * la. An den V o r st and der hiesigen jüdischen Gemeinde. Zufolge Antrages des geehrten Vorstandes vom 10. d. M. haben wir in die gemischte Kommission zur Vorberatung der Frage über die Besetzung von Rabbinerftellen aus unserer Mitte die Herren Geheimen Kommerzienrat Meyer, A. H. Heymann und H. Demuth deputiert. Berlin, den 21. Februar 1864. Die Repräsentanten-Versamnrkung der jüdischen Gemeinde. 2. An die Repräsentanten-Versammlung. In der Angelegenheit betreffend die Besetzung von Rabbinerstellen, anerkennt die gemischte Kommission — wie aus den sub pet. rem. beiliegenden Protokollen derselben hervorgeht — nach eingehender Prüfung des ihrer Vorberatung überwiesenen Gegenstandes, die Dringlichkeit des Bedürfnisses, und befürwortet sie die Anstellung zweier Rabbiner, und zwar nicht etwa durch Ausschreibung einer Konkurrenz, sondern im Wege der Berusung. Die Festhaltung an diesem, in hiesiger wie in fast jeder andern jüdischen Gemeinde herkömmlichen Modus — die Berufung — glaubt die Kommission deshalb empfehlen zu müssen, weil sie von der Voraussetzung ausgeht, daß unsere Gemeinde bei den Rabbinerwahlen ihr Augenmerk lediglich aus hervorragende, durch ihre Leidigen in der rabbinischen Litteratur wie durch ihre Kanzelberedsamkeit bekannte Persönlichkeiten, mithin nur aus solche Männer richten tonne, welche, ihres Rufes tvie ihrer Stellung wegen, sich nimmer zu einer Bewerbung uni ein öffentlich ausgeschriebenes Amt herbei lassen. Von diesen Gesichtspunkten ausgehend glaubte die Kommission, im Interesse der Sache, auch rücksichtlich der zu treffenden Wahlen vorbereitende Schritte thun zu dürfen, um den Gemeindebehörden geeignete Kandidaten vorschlagen zu können, und es kann nicht in Abrede gestellt werden, daß sie es hierbei an reiflicher Erwägung, an Umsicht und Einricht durchaus nicht hat fehlen lasten. Es sind bei ihren Beratungen alle, einer ertrcmen Richtung fernstehende, Männer, aus welche man für den vorliegenden Fall die Aufmerksamkeit zu richten geneigt sein könnte, nicht blos genannt worden; sie hat es auch nicht unterlassen, genaue Erkundigungen über dieselben einzuziehen, um sich nach allen Seiten hin über deren Leben und Wirken, ihre amtlichen und persönlichen Verhältnisse zu vergewissern, und für den zu fassenden Gemeindebeschluß entsprechende Vorschläge machen zu können. Eine Folge dieser eingehenden Beratungen und genaueren Erkundigungen ist es, daß die Kominision von der durch sie ursprünglich ausgestellten Kandidatenliste einige 'Namen entfernt hat und die Herren Rabbiner Dr. Aub zu Mainz, Dr. Joel zu Breslau, so wie die Herren.als die geeigneten Kandidaten in Vorschlag bringt. Was nun zuvörderst das von der Konnnision vorgeschlagene Verfahren anbetrifft, so müssen wir uns mit dem Vorschläge vollkonitnen einverstanden erklären. Wie wir einerseits schon in unserer Vorlage vom 10. vorigen Monats aus die unzweifelhaft dringende Notwendigkeit der Anstellung zweier Rabbiner resp. Prediger hingewiesen haben, so müssen wir andererseits auch der von der Koinmission ausgesprochenen Ansicht beipflichten, daß nur untergeordnete Männer im Falle einer Konkurrenzeröffnung sich zu einer Meldung entschließen könnten, rabbinische Notabilitäten aber, Männer, welche dulch ihre wissenschaftliche Thütigkeit und rednerische Begabung zu einem Rufe gelangt sind, votiert sein wollen und sich den Eventualitäten einer Meldung nicht aussetzen würden. Ebenso gerechtfertigt finden wir es auch, daß die Kommission von ihrer früheren Kandidatenliste einige Namen entfernt hat, dä die von ihr hierfür angeführten Gründe allerdings schwer ins Gewicht fallen. — Indem nun die Kommission — wie wir anerkennen müssen — mit vollem Rechte ihren Vorschlag aus die vorerwähnten (vier) Rabbiner beschränkt, haben wir uns bei dem Ruse, welchen die beiden erstgenannten Männer sowohl durch ihre litterarischen Leistungen, als auch durch ihre oratorischen Fähigkeiten sich erworben haben, für die Wahl dieser beiden Männer, der Herren Rabbiner Dr. Aub und Dr. Joel, entschieden und beantragen bei der geehrten Versamntlung sich mit diesen Wahlen einverstanden zu erklären. Herr Dr. Aub hat seit Jahren eine litterarische Thätigkeit im Gebiete der jüdischen Theologie entwickelt und sich dadurch einen klangvollen Namen erworben. Da er zudem mit einer bedeutenden Redefertigkeit ein sehr glückliches Drgan verbindet, so vereinigen sich in ihm alle diejenigen Eigenschaften, die zu seiner amtlichen Stellung in hiesiger Gemeinde als besonders wünschenswert erachtet werden müssen und um

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