Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
- Issue
- 30 (26.7.1895)
- Date
- 1895-07-26
- Page
- Seite 479 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 47!). Nr. 30. bestraft waren die altelenden Egyptervölker dafür, daß sie auf weite Zeit zu wehren gedachten den Freunden Moses, die verlangende Lust zur lieben Reise. Nun brachen sie aus mit rüstigem Führer, der sein Volk mutvoll leitete. Er fuhr vorbei mit dein Volke all der Burgen Unzahl, zog unkunde Wege und kam ins Land verbrannter Burggehänge und gebräunter Leute, aber der heilige Gott schirmte das Volk allda gegen den Sonnenbrand, mit Gebälk überbreitend den brennenden Himmel, die heißglühende Luft mit heiligeili 'Netze. Eine Wetterwolke (Wolkensäule) hatte weitumsassend die Erde abgeteilt vom Himmel und geleitete die Leute zum Schutz gegen das heiße, himmelsklare Lolffeuer. Die Helden staunten, die fröhlichste der Scharen. Der Schirm des Dagschiffes (der Sonne) wand sich über die Wolkeil. Es hatte der Weise Gott der Sonne Laufbahn mit einem Segel überzeltet, obwohl die Menschen nicht die Maststricke kannten, noch auch die Segelstangen sehen konnten. Es ward nun der Heerlager drittes, dem Volk znr Freude. Vor ihnen Feuer und Wolke im hellen Aether, zwei Hochsäulen, die teilten eine um die andere die Reise nach Tagen uild ilach Nächten. Am Morgen erhüben die Mutigen ihre Heerposaunen mit hallendem Ton, mit hehrem Hochklang; dann brach das Heer aus, wie Mose gebot, der hehre Münnerführer dem Mannvolke Gottes. Das Segel lenkte ihre Fahrt; das Volk mar in Lust und hallend war des Heeres Lärm. Ein Himmelszeichen stieg auf an ledern Abend, ein ander Wunder, das seltsam nach der Sonne Niedergang ständig in Lohe erglänzte über den Leutescharen, eine brennende Säule. Blinkend strahlte über dem Volke der' Schützen funkelnder Glanz, daß der Schildschmuck schien. Der neue Rachtwart sollte weilen über dem Wehrvolk, daß nicht durch Wüstengraus die graue Heide durch holmige Wetter mit gefahrreicher Not das Volk erschrecke. Der Vorgänger hatte blinkende Strahlen und drohte mit Brandes Schrecken dem Heerzug, mit heißer Lohe das Wehrvolk zu verbrennen, wenn sie nicht mntscharf dem Mose gehorchten. Schimmernd schien das Heer, die Schilde glänzten, die Randkämpen eilten, bis an des Landes Ende sich der Leuteschar entgegen die Flutenveste stellte. Ein Lager erhob sich; müde warfen sie sich hin, lind Speise reichten den Mutigen die Mahldiener, ihre Handkrast zu stärken. Das war das vierte Lager, der Randkämpfer Rast beim Roten Meer. 2. Der Randkämpen Raft am Roten Meer. Dübereilte sie auf ihrem Zuge Angstschrecken, des Wehrvolkes Todesgraus. Der feindliche Verfolger kam, der vorher lange Angstnot den Erbsitzlosen bereitete, bitter Weh' und Qual. Heißes Wallen war dem Herzen nahe; böslich wollten lie jetzt Blutrache nehmen, wofern der machtreiche Gott aus der Fahrt der Vernichtung ihnen Erfolg verliehe. Da ward der Mut der Männer mißvertrauend, als sie von Süden sahen Pharaos Heer herannahen, die Schilde schwingen, die Scharen glänzen, die Fahnen flattern, das Volk die Mark betreten. Run flogen die Kampsgere, der .strieg war im Zuge, die Bordrande blinkten, es bliesen die Posaunen. Rings herum riesen die Kriegsheervögel, die Hcerkampfgierigcn; heiser krächzte der Rabe, der Federbetaute, über Volksleichen, der schwarze Walstattkieser. Die Wölfe sangen ihr übel Abendlied in Aases Hoffnung, die kummerlosen Tiere, zu künden totberühmt dort auf der Feinde Spur der Volksmenge Hinfall; sie riesen als Markwarte um 'Mitternacht. Da entsteh mancher Geist. Tie Markpfade maßen aus dem Mannvolke bisweilen stattliche Kämpen mit der Streitrosse Bugen. Es ritt der Siegkönig vor dem Siegesbanner, der Männer Führer mit den» Marklandscharen. Den Kampfhelm sprengte der Kriegswart der Helden, der König seine Kinnberge in des Kampfes Hoffnung; er sprengte mit Todesmut, er hieß seine Heerscharen halten eifrig feste Fahrkolonnen. Die Feinde sahen es mit leidigen Augen. Um den Fürsten ritten furchtlose Krieger; die grauen Kampswölse begrüßten die Schlacht, nach Heerkampf dürstend, hold ihrem Könige. Er hatte aüs der Leute Schar erlesen zu dem Kampfe zweitausend ruhmvolle, thatenreiche Männer; das waren Könige und Kniemagen, nach dem Abstammungsrecht adelteuere; es führte jeder einzelne Kämpe des bewaffneten Geschlechtes so viele zum Kampf als sie in der Frist da finden konnten. Die jungen Unterthanen waren all beisammen in des Königs Gefolge. Es gebot das Horn in dem Hausen, wohin die Helden sollten gerüstet ziehen, der Recken Kampsschar. So führte Schar über Schar das Schlachtheer vorwärts, Feinde über Feinde, viele Tausend des Mannvolkes Menge; sie eilten mutig vorwärts, sie hatten es daraus gemünzt, daß sie in Machthausen bei Anbruch des Tages Israels Geschlecht zur Blutrache fällten mit den Schwertern für ihre Brüder. Darum ward da in dem Lager Wehcrus erhoben, übel Abendlied. Die Feinde waren trotzig, die kampfblickenden Krieger, bis daß die Kampsstolzen scheuchte ein nachtreicher Engel, der die Menge schützte, so daß die feindlichen Heere fürder sie nicht sehen konnten. 3. Zu Jammer ward das Großthun der Egypter. Das Volk war hindurch, die Egypter kamen hinterdrein, aber inmitten überkam sie Flutangst; mit Tode bedrohte das Meer die tiefbetrübten Geister. Die Berggehänge waren überspritzt mit Blut, der Holin spie Blutgischt; Geheul war in den Wagen, die Wasser angefüllt; es wogte Todesnebel. Der Egypter Heer wandte sich um, floh angsterfüllt, da sie die Gefahr erkannten und wollten heerblöde ihre Heimat suchen. Zu Jammer ward ihr Großthun. Entgegen sank ihnen der Wogen surchbares Gewälze; nicht wieder kehrte nach Haus vom Heer nur einer, sondern von hinten beschloß sie das Wehgeschick mit Wogen. Wo vorher Wege lagen, da war das Meer null mutig. Das Machtheer war ertränkt, denn Ströme kamen. Sturm stieg empor hoch zu den: Himmel, das größte Heergeheul. Die Leidigen lärmten, die Luft ward verdüstert. Von den sterbenden Helden durchströmte Blut die Flut. Die Randburgen waren zerrissen, die blutreichen starben in der Schar des Kölligs und es schwand die Rückkehr. Die Heerschilde glänzten, hoch über den Helden stieg der Holmwall empor, der Meerstroni mutig. Das Machtheer war fest im Tode gefesselt. Es mar die blaue ltzuft ulit Blutgischt untermengt, die Brandung drohte berstend' mit Blutschrecken, bis der wahre Schöpfer sie fernhin jagte uild fegte mit Todesuinsassung. Die Tränkslut schäunlte, die Todgeweihten sanken, das Qceanland zerfiel, in Ausruhr war die Lust, die Wallsesten wichen, die Wogenmauern barsten, da der Machtreiche schlug mit seiner heiligen Hand das verwegenn Volk; er verderbt sie mit gellendem Graus. ES grilunlte das Meer, auswallt es, anschlug es, und Angstgraus erhob sich. Es fluteten die Todlvunden, bis daß die Scharen schliefen durch deil Schlag des Todes, lind d.ie Seelen verlor oas slutbleiche Heer. Die (Gegner Gottes empfanden, daß