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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1895-05-31 · 22 (31.5.1895) · p. Seite 348

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
Issue
22 (31.5.1895)
Date
1895-05-31
Page
Seite 348 (sequence 12)
Language
German
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Seite B4«S. ■p e f cf) u r u u. Nr. 22. Wortansührnng — mte. den Gedichten des „liebe- und träumebedürftigen MaufchlerS" Heine, wie der wälsch-germauische Schlachzize Vergani ihn nennt, wider Absicht entwischt. Also im Monat Mai, kurz- und schlechtweg, bat der nach der Juden Meinung nichtswürdige Herr Pfarrer von Weinhaus wiederum wie alle Jahr um die Zeit eine Folgereihe von Fürträgen gehalten, zu Ehren des heiligen Joses und aller, die seinen Üttamen sichren unter gewaltigem Zustrom der Volklichkeit. „Die Reise um das Judentum in sieben Tagen" dürste man diesen Rundkreis von Kricheureden sehr bezeichnend beigen. Die reiche Begabung dieses Priesters der Nächsteulüge für den heiligen, selbsterkürten Berus ist Dir, o Pumpo, genugsamlich bekannt, ebenso seine lebhafte Perstellungsgabe und seine unerschöpfliche Erfindungskraft. Er bat sie allbeide wiederum auf's Glänzendste bewährt. Ganz neue, ganz überraschende Dinge hat er enthüllt, von denen nicht einmal der israelitischeste Jude und der jüdischeste Jsraelite eine dämmernde Ahnung hatte. Wie wir Deutsch - Völkler zur allgemeinen Kirche uns stellen, brauch ich Dir doch nicht zu erzählen. Wir verwerfen das alte Geschichtenbuch der Juden in seiner Gänze, halten uns lieber an Wotan — weil wir einen Gott brauchen, der ein Auge zudrückt — an Frepa, Donar und besonders an Thor! Einen eigenen Baldur-Dienst haben wir auch. Die Allerunversälschten der Unserigen tragen weder die Schnee - Relke Lueger's, noch die himmelblaue Kaiserweißbartsblume als Sinnzeichen im Loche des Knopfes, weil Kornblüh und Nelkenstock verjudete Botanik sind, sondern ein Zweiglein der Mistel, zum Zeichen der Erinnerung daran, das Alt-Hödur „plind von Gepurth" den jugendsrohsamen Baldur mit einem Mistelzweige seinerzeit leiderwotans getötet. Tie edle Schmarotzerpflanze, welche dem Stamm der Eiche die besten Säfte und Kräfte entzieht, ist unser eigentlicher, urgermanisch-rassenvölklerischer Merks- und Erkennungspflanz. In eine Kirche gehen wir überhaupt nicht. Erstens haben wir dazu gar keine Zeit übrig und dann bleiben wir aus Ueberzeugung im Wirts- und Kaffeehaus sitzen. Aber wenn ein Decken predigt — dann ist's ganz etwas anderes. Dieser herrliche Alaun bewirkt das unerhörte Wunder, uns um seinen Predigtstuhl zu scharen, uns in seine Kirche hinein zri locken, obgleich sie zum Teil auch vom Judengeld erbaut wurde. Tie geistsprühenden Unterscheidungen, die er gleich zu Eingang machte, verblüfften die Hörerschaft. Er teilte die Semitenschaft ein, vor allem einmal in Juden, dann in Israeliten. Das sind die beiden Hauptarten dieser gottverfluchten Ostler. Ferner giebt es noch eine Menge Kreuzungen und Spielarten, die wohl zu beachten find, als jüdische Israeliten, israelitische Juden, jüdische Juden, mosaische Israeliten, israelitische Semiten, und so ins unendliche weiter. Jetzt ist nun überdies zu beachten, daß von jeder Gruppenabteilung wahre und falsche im Umlauf sind, sowohl echte semitische, jüdische Jsrckeliten, als auch falsche, mosaische, israelitische Juden; die von einander zu kennen, ist äußerst schwierig und erfordert besondere Borkenntnisse und Studien, die nian sich am sichersten und raschesten aus Deckert's abgesammelten Schriften erwirbt, welche er auch mit edler Ein-, Zu- und Pordringlichkeit von der Kanzel herab empfiehlt. „Der 'kleine Judenfresser^ in der Westentasche." — „Die Kunst, in acht Tagen Rassenantisemit zu werden." — „Blut- und Grausmärchen." (Auch brieflich.) — „Der junge Hostienschänder." (Ein Roman.) — „Ter Ritualmord in der Kohlmessergasse" — — Pid noch viele andere schöne Werke dieser Art waren zum Beikause ausgelegt. Da sie aber nur gegen Barzahlung und nicht gegen Ehrenwort erhältlich waren, war ich leider nicht in der Lage, mir diese liebliche, antisemitische Bücherei einzuwirtschasten, so wie ich gewünscht hätte. Teckert giebt leider nichts aus Raten -- gleich muß geblecht werden. Seine Reden tragen eine große, heiligende, sittlichende Kraft in sich. Mit einem ordentlichen Ingrimm gegen alle Schlechtigkeit und Niedertracht erfüllt, verläßt der Hörer das Gotteshaus. Der Mann da droben, so muß er sich sagen, schildert das alles aus eigener Erfahrung, und nur deshalb mit so brennenden Farben. Er kennt das alles sehr genau. Wenn er aus Betrügereien, Lumpereien und Gaunereien, auch Fälschungen, Lügen, Winkelzüge und boshafte Schurkenstreiche — der Juden nämlich - zu sprechen kommt, da bat jeder Hörer das Gefühl, daß da einer redet, der was von der Sache versteht, der das alles mitgemacht hat, ein erfahrener Fachmann und kein läppischer Laie. Darin liegt meiner Ansicht nach die Hauptkraft seiner hin- und herreißenden Beredsamkeit. Diese lächerlichen, jüdischen Gebräuche! — ich kam aus der Heiterkeit gar nicht heraus. Wenn die Juden heiraten, zerbrechen sie ein Ei, das mit Christenblut gefüllt ist und trinken es aus. Ob das so gut ist, daß sie sich gar so darum reißen? Wenn sie sterben, liest man ihnen den zugeklebten Jesaias vor und salbt ihnen die Fußsohlen mit Ehristenblut. Deckert hat es zwar selber nicht gesehen, aber Paulus Riep er hat es ihm auf Ehrenwort und Handschlag versichert, daß Rabbi Moldawan — von dem die lügnerische Jndenbrut behauptet, er habe überhaupt nicht eristiert — dabei gewesen sei, wie ein in den letzten Zügen liegender Jude — kein I s raelite, Gott bewahre! — sich noch rasch die Hühneraugen schneiden und mit arischem Blute einreiben ließ. Wer daran zweifelt, zahlt Herrn Deckert einen entsprechenden Betrag. Daß der Teig der Osterbrote der Juden mit Christenblut aneemacht wird, ist allbekannt. Deshalb schicken diese elenden Semiten offenbar auch die blutleeren, armen Ehriftenkinder in die Ferienkolonien, damit wieder frisches Blut in ihre bleichen Wangen ströme; in den Jahresberichten dieser Vereine steht auch deutlich zu lesen, daß die Kinder gewogen werden und wie leicht sie vorher und wie schwer sie nach der Sommer-Mast waren. Das in die vielgepriesene, jüdische Wohlthätigkeit'. Die Inden haben auch eine Aktiengesellschaft gegründet, die alle Hostien anskaust, deuk' mal. Der Sitz ist in Paris. Aber die Israeliten thun das nicht, die sind edle, liebenswürdige und achtenswerte Leute, die Deckert's Zuneigung in vollem Maße besitzen. Schade, daß sie schon ausgestorben sind. Die Heiligen und die Apostel, das waren durchaus Israeliten — kein einziger Jude darunter. Und wer hat aus den Israeliten Juden gemacht? Die Rabbiner! Das sind grundschlechte, verworfene Menschen ohne Ausnahme. Nicht einer ist unter ihnen, der in der Art Deckert's wäre, nicht einer, so wahrheitsliebend, so menschenfreundlich wie er, so hilfsbereit, so edel denkend, so selbstlos, rechtschaffen mit einem Wort, so — deckertisch. Der Rabbiner verfälscht vormittags die Bibel und Nachmittags hält er sie geheim. Wozu er sie überhaupt verfälscht, wenn er sie geheim hält? Offenbar ans besonderer Gewissenhaftigkeit. Die Rabbiner gestatten nicht, daß die Judenbuben vor dem zurückgelegten Jahre beten. Hast Du schon so was gehört? Einfach schauerlich, sag ich Dir. Auch fertigen sie — pulverisiertes Blut an! Deckert sah selbst einmal in einem Gasthos einen Inden zur mitternächtigen

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