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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1895-02-22 · 8 (22.2.1895) · p. Seite 125

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
Issue
8 (22.2.1895)
Date
1895-02-22
Page
Seite 125 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 8. § c f cf? u r u rt. Seite 125. nommenen fragen gewidmet, welche die lebhafteste Diskuslion hervorgerusen hatten. — Die Bücherei des Pereins zählte 170 Bände und wird von 25 pEt. der Mitglieder benutzt. Im Pereinslokale liegen sechs Zeitschriften zur Benutzung ans und sind dreimal in der Woche bestimmte Stunden festgesetzt für den Wechsel der Bücher und das Lesen der Zeitschriften. — Drei Lehrlinge des Handwerks sind von dem Perein' ständig unterstützt worden. In zwei Fällen gewährte derselbe eine gelegentliche Unterstützung, in zwei anderen verwendete er sich dafür, Bittstellern Beschäftigung zu verschaffen. Nach außen hin hatte der Perein außer mit der hiesigen Kultusgemeinde auch noch mit dem Deutsch-Jsraelet. Gemeindebund und mit dem Zentralverband für jüdische Litteratur gepflegt und von ihnen allen die lebhafteste Förderung empfangen. Auch mit dem Nachbarverein Culmsee, dessen Gründung von hieraus angeregt wurde, hat ein reger Perkehr geherrscht. Drei Porträge sind von hiesigen Mitgliedern gehalten worden. Auch mit anderen Pereinen gleichen Zwecks wurde brieflicher Verkehr gepflogen. Der Referent des Berichts, Herr Dr. Stein, schloß mit den Worten: Der Verein hat den Boden geschaffen, aus dem fast sämtliche jüdische Mitbürger unserer Stadt einträchtig Zusammenwirken. Hallen wir an dem Gedanken fest, daß das Ziel des Vereins nicht die Wohlthätigkeit, sondern unsere eigne Ausbildung sei. — Der hierauf durch den Rendanten des Vereins, Herrn Kaufmann A. Jacob, erstattete Kassenbericht ergab folgendes Resultat: Einnahmen 1072,50 M., Ausgaben 824,67 M:, Bestand 247,88 Nt. Die Einnahmen bestehen aus: Mitgliederbeiträgen 801,75 M., Betrag eines ständigen Mitgliedes 100 Dt., Schenkungen 80,75 Dt., Gieldzynskisonds zur Förderung des Handwers 90 Dt. Summa: 1072,50 Dt. Von den Ausgaben wären besonders zu erwähnen: Bibliothek 220 M., Zeitschriften 59 M., Förderung des Handwerks 202 M., Portragsunkosten 149 M. Nerkinsbotk. (Wegen Naummangels erscheint der Bericht erst heute. Red.) * Tarnow itz, Januar 1895. Die VIII. Verhandlung der freien Vereinigung jüdidischer Lehrer Oberschlesiens wurde aur 26. Dezember 1894 vorm. IIV2 Uhr in Beuchen O./S. durch das Vorstandsmitglied Hauptlehrer Rosenbaum - Beuthen mit herzlichen Worten der Begrüßung eröffnet. Als Protokollführer fungiert Kollege Semmel-Laurahütte. Außer einer stattlichen Anzahl Kollegen aus Antonienhütte, Beuthen, Kattowitz, Königshütte, Laurahütte, Myslowitz, 'Nicolai, Tarnowitz u. a. O. wohnte Herr Rabbiner Dr. Kopfstein-Beuthcn als Ehrengast ber_ Versammlung bei. Der Verein jüdischer Lehrer in Schlesien und Posen hatte Herrn Rabbiner Dr. Braun, Lector an: jüdischen theologischen Seminar zu Breslau als Delegierten zu den Beratungen entsandt, welcher als ehemaliges treues Mitglied der freien Vereinigung Oberschlesiens von allen Teilnehmern freudig begrüßt wurde. Den Vorsitz übernahm wiederum Kollege Bernhard-Tarnowitz. Derselbe brachte zunächst eine Reihe von Anschreiben derjenigen Mitglieder zur Verlesuug, welche ihr Ferublciben von der heutigen Versammlung entschuldigten. Von dem Ausschuß des D. I. G. B. ist der Versammlung in diesen: Jahre eine Subvention bewilligt morden. Aus den sonstigen geschäftlichen Mitteilungen des Vorsitzenden erwähnen wir noch das Ergebnis der aus der vorjährigen Versammlung der freien Vereinigung angeregten Sammlung zu einer Ehrengabe für den ehemaligen Lehrer und Schriftsteller Benedict Hause in Eisenach. Der in Folge dieser Anregung von dem Kollegen Katz-Ratibor erlassene und von dem Vorsitzenden der freien Vereinigung mit Unterzeichnete Ausruf hat in allen Gauen Deutschlands freudige Teilnahme gefunden, so daß dem verdienten Veteranen des Lehrerstandes an seinen: 80. Geburtstage von dem Vorstande der Spnagogen-Gemeindc Eisenach die Summe von 918,46 Al. überreicht werden konnte, welche derselbe auch angenommen hat. Wir danken allen freundlichen Spendern an dieser Stelle herzlichst und freuen uns des Erfolges, den Kollege Katz mit seiner warmen Anregung in unserer Vereinigung errungen hat. In die Erledigung der Tagesordnung eintretend, leitete der Vorsitzende „die Besprechung über die geplanten Neugründungen jüdischer Lehrervereine" mit einer kurzen Darlegung des augenblicklichen Standes dieser Projekte ein. Der von dem Zweigvereine Hannover zum Zwecke der Gründung eines deutsch-israelitischen Lehrerbundes den übrigen Zweigvereinen zugegangene Statututenentwurf sei z. Z. noch Gegenstand der Vorberatung in den Zweigvereinen. Das Gleiche sei der Fall mit' einem von dem Kollegen Becker-Wollstein veröffentlichten Gegenentwurf, welcher jedoch iir der Hauptsache dasselbe Ziel verfolgte. Die zweite Gründung sei der im Laufe des letzten Jahres ins Leben gerufene „Deutsche Verband jüdischer Relegionslehrer", dessen Ziele und Bestrebungen aus dein im Juni. 1894 versandten Rundschreiben ersichtlich sind. Des weiteren gedachte der Vorsitzende auch der Bestrebungen, welche der Ausschuß des D. I. G. B. der Zentralisierung der jüdischen Lehrervereine widme und brachte ein dem Vorstande der freien Vereinigung auf eine diesbezügliche Anfrage aus dem Bureau des Gemeindebundes zugegangenes Schreiben zur Verlesung. — Hieraus ergriff Dr. Braun- Breslau das Wort zu eingehender Charakterisierung der beabsichtigten und zuur Teile bereits vollzogeiren Gründungen. Der Redner zeichnete zunächst die Stellung, welche der Vorstand des Vereins jüdischer Lehrer in Schlesien und Posen zu dem von Hannover geplanten deutsch-israelitischen Lehrerbunde einnehme und legte die Gründe klar, weshalb die endgiltige Erklärung über den Beitritt zu diesem Bunde nicht überstürzt werde. Der deutsch-israelitische Lehrerbund müsse ein fester, dauernd gefügter Bau werden und werde als solcher um so eher aufgerichtet werden können, wenn alle für seine Begründung notwendigen Vorbedingungen durch eine ruhige, sachgemäße Beratung in den Einzelvereinen erfüllt sein werden. Für diese Vorsicht bürgen aber die Personen, in deren Hand die Leitung der Einzelvereine seit langer Zeit liegt. Zu dem bereits begründeten „Reichsverband jüdischer Religionslehrer" übergehend, unterzog Dr. Braun die von diesem angestrebten Ziele einer durchaus sachlichen Erörterung. Die Projekte auf dein Gebiete des Gemeinde- und SchullebenS und die Wohlthätigkeits-Einrichtungen, welche der Reichsverband anftrebt, fordern selbst den' Unbefangensten zu ernstem Nachdenken aus; die Frage könne und dürfe nicht umgangen werden, aus welchen Mitteln die vielen, gleichzeitig kundgegebenen Projekte auch nur in ferner Zeit ihrer Verwirklichung entgegengeführt werden sollen. Sodann drängt sich allen denen, die seit langer Zeit im Vereinsleben thätig sind, die dringende Erwägung auf, welchen Einfluß die nur * M

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