Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 4 (1895) Bestand Leo Baeck Institut
- Issue
- 7 (15.2.1895)
- Date
- 1895-02-15
- Page
- Seite 104 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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' vF '! <*WV li I f- I Nr. 7. 3 < f imi n. Seite 104. 11^70» ,,„d endlich „llunimi", historisches Drama (1N71). allen dieien Dramen begegnen wir einen: gewissen tbcatva liichen ltteichick nnd effektvollen Höhepunkt, wohl isl psncho logisch manches unwahr nnd änfferlich rhetorisch; in der letzten (ttattnng, besonders den romanischenFamiliendramen, herrscht das opernhatte Element vor. Abendrot, Sonnenuntergang, Glockengelänte, musikalische Begleitung einzelner Seenen wiederholen sich satt in jedem. Diese Entboten mochte er nicht entbebren, scheinen sie ihm doch als ein Bedürfnis und daff ne, n'ie er wobl als erfahrener Bühnentechniker wußte, daß sie niemals olme Wirkung ans das Publikum bleiben würden. Auch lag dieses nabe nnd dieses fuhrt uns zu Mosenthals letzt ein dichterischen Schaffen weil er viele Cpentterte schrieb: ans diesem Gründe schwebt wohl sein Name der (Gegenwart immer vor. Denken wir nur an .ttretschmer's „Folkunger", Nikolai's „Muffigen Weiber von Windsor", Döppler's „Wanda", Brüll's „(Goldenes Zirenz", Flotow's „Müller von Meran", Marschner's „Goldschmidt" von Ulm, vor allem aber an die prunkvolle, schöne nnd melodienreiche Dper unsers Glanbensgenoffen .Ziarl Goldmark „die .Königin von Saba", zu der wiederum kein anderer das Libretto geschrieben hat, als unser Dichter. Seine sämtlichen Werke sind 1N77- 7H in Stuttgart in <> Bänden erschienen. Am 17. Februar ttarb, wie bereits erwähnt, der vielseitige nnd rührige Mosenthal, dessen Grabschrist nach den Worten des genannten .Ziarl v. Dhaler lauten tonnte: „\>ier ruht ein Dichter von den Schlägen der Mritif aus." aber möchten ihm zurusen: ^Dir aber edler Dichter, ob verborgen Db leer an Frcndtn, iern deni Fkncsiaal. Strahlt iiegesnod, durch alle Zwciselsiorgrit Im Soiinenglaiize Dein hebrcs Ideal. Das bleibt Dir treu, auch wenn die Nacht gekoiumeil Und streckt sich machtvoll über Raum und Seit, lind lebt, wenn längst Dciit Lebenslicht verglomincn llnd leuchtet kort in alle Ewigkeit." Wir Feuilleton. des Unters Srijulö. Erzählung von Moritz Scherbe l. «Fortsetzung. ^'udivig lebte wie in einem seligen Traume, atis dem er ein Erwachen nimmermehr gewünscht. Doch allmählich näherte ftd^ die Zeit, wo er, sreilich in (sesellschast seines Freundes, leine pflichtgemäße Nückkebr nach Berlin antreten muffte. Ein banges, nie gekanntes Gefühl beinächligle sich seiner, wenn er daran dachte. Wohl, er war Manns genrig, um sich über den Ab schlnff genossener, schöner Tage hinwegznsetzeu nnd dem Niff zur Pflicht Neckmnng tragend, das Vcbcn wieder in einer prosaischen Torrn auszurrehnten, ohlte dabei in Schwermut zu versinken. Daff er das trauliche, gastfreundliche Haus verlane.:, das; er aus dein ihr,: so lieb gewordenen Verkehr nlli der Ulrich'schen Familie werde heraustrelen müftou, hielt er für überwindlich nnd glaubte im Ben'olg seines Studiums bald daran vergessen zu können, daff er aber Emilie nicht sprechen, nicht sehen, den: beseligendeil Zauber, der für ihn in ihrem Umgänge lag, entrückt werden sollte, schien ihm kau tu möglich. Dabei entrang sich allmählich wie atls dunkler Tiefe das Hindernis hervor, das ihm mit unerbittlicher, grausamer Strenge den Weg verlegt, der zu ihrem Besitz führte — er war Ehrist und sie — Jüdin. Es gab Stunden, wo ihm diese unglückliche Erkenntnis fern blieb. Es gab Stuiiden, wo er sich dem beglückenden Gedanken hingebeil konnte, de>» (gegenständ seiner ersten, darum um so heftigeren Liebe, einst sein zu nennen. Er wurde dabei unterstützt und ermutigt durch die Wahrnehmung, daff auch er Emilie nicht gleichgiltig und er daher aus eine Erwiderung seiner Herzensneigung rechneil konnte. Aber bald genug wurde dieser selige Traum gestört durch das traurige Faktum, das sich zwischen ihn und sein Glück drängte, er erinnerte sich betten, was ihm geschehen, und wie von wilder Hand ausgescheuckt, slogetl und stoben seine ZukunstSpläne auseinander. Was in dem Herzen der 10 jährigen Emilie vorging? Nun, es war das erste Erivachen jugendlicher Glückseligkeit, die erste Negung eitles liebenden Mädchenherzenü. Wie war ihr die Welt jetzt so besonders schön! Sie hatte den Mann gesunden, kennetl und lieben gelernt, in dem sie das Zdeal zu schaueil wähnte, wo alle Wünsche des weiblichen Herzens ihren Zusammenfluß finden, mit dein allein tnan nur wahrhaft glücklich sein könnte. Uild sie ergötzte ttch an der möglichen Erfüllung ihres Lebenswunsches. Sie ahnte, was in der Seele Ludwigs für sie vorgehe. Freilich war der Abstand zwischen ihr und ihm groß. Er, der Sohn des reichen Batlkiers und sie, die Tochter des gewölntlichen Handwerkers, er mit seiner wissenschaftlichen Bildung, und sie mit den geringen Senntniffen, die sie sich in der städtischen Mädchenschule erworben - - und da noch hoffen ztt wollen — das war kühn. Aber die jüngste Tochter ttlricks bewahrte nichtsdestoweniger das Bertraneil zu einem glücklichen Ziele ihrer l'iebc, er wurde ihr durch nichts gestört und schwer gemacht; hell und licht ivie atn Frühlingvhimmel sah es in ihrem Innern aus. Wie still und ruhig sich auch dieses Verhältnis zwischen den liebenden zu gestalten begann und sich später weiter entwickelte, so konnte es doch von denen, in deren Mitte die Herzensveiknüpfung sich vollzog, nicht nnbeobachtet bleiben. Zwei Monate weilte Ludwig nun bereits in dem Hause Ulrichs, und wenn auch in erster Zeit das Berhalten von dem Freunde Eduards allen Gliedern der Familie gegenüber ziemlich gleich blieb, io wurde doch später eine gröffcre Annäherung desselben an Emilie merklich zur Wahrnehmung gebracht. Was man sich stillschweigend dachte, mochte verschiedener Natur geivesen sein und war es auch. Während der alte Ulrich, praktisch wie er war, der ge' wonnenen Erfahrung kaum eine Bedeutung HInraff, und ihm der Unterschied des Standes zwischen den Beteiligten kein rechtes Gelingen ihres Bestrebens abseben iteff, und weil er ohnedies niemals etwas von einer Liebesheirat gehalten, empfand die Mutter Emiliens die froheffe Genugthuung ilber die (Gegenseitigkeit der Neigung, die sie zwischen den sich Aussuchenden hervortreten sah, betrachtete Fanny neidlos, aber mit besorgtem Blick die süffen Fesseln, wie sie immer mehr und anschlieffender lim die Seele der Schwester sich legten. i iS ii tan Äojt Mir fdilie tretei Meie W;u (i auch rüber gcfun innig -cm örrMi imcb Vc»l aeban IVM, morb er ich mehre aut, schichtig über’ mora ich-n batar liebe -cm iinae reiie ‘tttftt kllcrli J&.