Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 49 (7.12.1900)
- Date
- 1900-12-07
- Page
- Seite 770 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- IRI
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Seite 770. Israelitische Wochenschrift. Nr. 49. Verwüstet und verheeret Was der Herr bescheret. Aber dann, nach Acht und Bann Bin ich zurückgekehret. Haman sann mir Untergang, Er drohte Tod mir, den herben. Daß sein Anschlag nicht gelang, Soll ewgen Dank dir erwerben. Du brachtest ihm Verderben Und des Haman Erben An den Pfahl, die ganze Zahl, Sie alle mußten sterben. In der Makkabäerzeit, Da haben heidnische Heere Angefangen harten Streit Mit Roß und Wagen und Speere. Du wolltest da zur Ehre Deiner heiligen Lehre, Daß der Rest des Oels zum Fest Dauernd sich vermehre. )2icrno Wie lieblich, Jacob, dein Gezelt, Dein Lager, Israel! Durch deine Gnade, Herr der Welt, Darf ich der Stätte nahn,' Die du, Barmherzger, aufgestellt, Um Huldgung zu empsahn. In Ehrsucht, Liebe, Dankbarkeit Tret' ich in Gottes Haus. Von hier strahlt deine Herrlichkeit In alle Welt hinaus. Dir neiget sich, dir beuget sich Das Haupt, das Knie, das Herz, Zu dir, mein Schöpfer, bete ich: Führ' du mich himmelwärts! noun ■»rbx Herr Gott! Du hast eine reine Seele in mich gesenkt. Du hast sie geschaffen, gebildet und mir eingehaucht. Du wahrst sie in mir, du nimmst sie einst von mir und wirst sie in der künftigen Welt mir wiedergeben. So lange Seele in mir ist, will ich dir danken, Herr unsrer Väter Gott, Meister der Schöpfung, Herr aller Seelen. Du giebst den Toten die Seele wieder — sei gepriesen! , nm ira Ich preise dick, Herr unser Gott, Weltenkönig, daß du mich gewürdigt hast, als Jude dir zu dienen. Du machst die Blinden sehend, bekleidest die Nackten, lösest die Gefesselten, richtest die Gebeugten aus. Du hast die Erde über die Flut gespannt. Du giebst mir meinen Bedarf. Du leitest des Mannes Schritte, gürtest Israel mit Kraft und krönst es mit Ruhm. Du verleihst dem Matten Stärke. Ich preise dich. Herr unser Gott, Weltenkönig, der den Schlaf von meinen Augen nimmt, den Schlummer von meinen Lidern. psn vw Möge es dir gefallen, Herr unsrer Väter Gott, uns in deiner Lehre wandeln, an deinen Geboten festhalten zu lassen, daß wir nie in Sünde, Vergehen, Schuld, nie in Versuchung und Unehre geraten. Laß böses Gelüste keine Macht über uns gewinnen, hüte uns vor bösen Menschen, vor schlechten Genossen. Erhalte uns in gutem Willen und bei guten Werken und mache unsere Triebe zu deinen Dienern. Laß uns heute und allezeit Wohlgefallen, Gunst und Barmherzigkeit vor dir, Wohlgefallen und Gunst vor Aller Augen finden, und erweise uns deine Huld. Herr Gott, du erweisest deinem Volk Israel Huld — sei gepriesen! psn vt» Herr meiner Väter Gott! Möge es dir gefallen, heute und allezeit mich vor Frechheit zu wahren und vor Frechen, vor bösen Menschen, bösen Genossen und Nachbarn, vor schlimmem Begebnis und Anstoß, vor hartem Streit und hartem Gegner, ob er zu unserer oder anderer Gemeinschaft gehöre. d'w*? Die Furcht des Himmels wohne immer im Menschen, auch im Verborgenen; sein Sinn sei wahr und sein Wort sei wahr. > - p:n Weltenherr! Nicht auf unsere Gerechtigkeit bauen wir, wenn wir unser Gebet vor dich bringen, sondern auf deine große Barmherzigkeit. All unser Leben und Thun, unsre Tugend und Stärke — was bedeuten sie? Was könnten wir vor dir sagen, Herr unsrer Väter Gott, da doch alles Heldentum vor dir ist, wie nichts, aller Ruhm, als wäre er nicht gewesen, alle Menschenweisheit nichtig, aller Menschenwitz eitel, eitel und nichtig fast all ihr Lebenswerk und kaum besser als des Tieres! Doch wir sind dein Volk, deines Bundes Kinder, die Söhne Abrahams, der dich liebte und dem aus dem Berg Morijah deine Verheißung geworden; wir sind die Nachkommen Isaaks, seines Einzigen, der dir sich zu opfern bereit war; wir sind die Gemeinde Jakobs, den du als deinen Erstgeborenen bezeichnet, den du geliebt, an dem du deine Freude gehabt, dem du aus Liebe und Freude die Namen Jsrael- Jeschurun gegeben hast! Darum ist es uns Pflicht, dich rühmend, preisend, dankend zu bekennen, Ruhm, Preis und Dank deinem Namen zu zollen. Wie herrlich ist unser Teil, wie köstlich unser Los, wie schön unser Erbe — Heil uns! Heil uns, daß wir täglich früh und abends rufen: Höre, Israel, der Ewige ist unser Gott, der Ewige, Eine! Gepriesen sei die Herrlichkeit seines Waltens immerdar! Du warst vor Erschaffung der Welt, du bist unverändert seit ihrer Erschaffung, du bleibst derselbe in dieser und in der