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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1900-08-10 · 32 (10.8.1900) · p. Seite 505

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
32 (10.8.1900)
Date
1900-08-10
Page
Seite 505 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 32. Israelitische Wochenschrift. Seite 505. bahnung einer Fühlung mit den Juden in Kai-Fung-Fu bereits gethan worden sind. Danach teilte er mit, daß General Mesny sich erboten habe, nach Kai-Fung-Fu zu reisen und einige Juden von dort nach Shanghai zu bringen. Auf einen aus der Mitte der Versammlung eingegangenen Antrag wurde der Beschluß gefaßt, einen Verein zu gründen, der den Namen „Verein zur Unterstützung der chinesischen Juden" und den jüdischen Namen ’OD mwb rror1 führen soll. Jedes Mitglied des Vereins hat einen monatlichen Bei- ^ag von 1 Dollar zu zahlen. Außerdem beschloß der neum^ründete Verein, sich mit dem Shanghaier Zweigverein der Anglo-Jewish-Association und durch diesen mit dem Hauptverei.V in Verbindung zu setzen, dessen Beihilfe zur Erreichung des erwünschten Zieles notwendig werden dürfte. Personalnachrichten und kleine Mitteilungen. In dem Badeort Warnemünde hat der Kaufmann Georg Frank aus Berlin, Neue Friedrichstr. 60, ^mit eigener Lebensgefahr einem Knaben das Leben gerettet. Der dort zur Kur weilende Kaufmanns bemerkte bei seinem Spaziergang"'am „Strom", wie ein etwa neun Jahre alter Knabe in dem Augenblick vom Bollwerk aus in den Hafen fiel, als gerade ein Dampfer an dieser Stelle wenden wollte. Rasch sprang Herr Frank in den Kanal und brachte unter dem Jubel der Umstehenden den bereits bewußtlosen Knaben in Sicherheit. Herr Frank, der selbst Familienvater ist, hat sich durch die Rufe seiner Angehörigen nicht vom Rettungswerk abhalten lassen. Der gerettete Knabe heißt Werner Kamps und ist aus Wismar. — Das Pflegeamt des Israelitischen Gemeinde- (Königswarter-) Hospitals in Frankfurt a. M. hat Herrn Dr. med. Jacob Meyer zum Assistenten ernannt. — Den Preis der Stadt Berlin in der medizinischen Fakultät hat stud. med. Mamlock, ein Neffe des Geh. San.-Rats Dr. Boas, erhalten. — Der in Antwerpen studierende russische Jude Berthold Lubin hat von der Akademie den ersten Preis für Malerei erhalten. Der junge Künstler stammt aus einer ganz armen Familie und hat bereits zwei Medaillen und zwei andere Preise erhalten, obwohl er erst 19 Jahre alt ist. — In Manchester, dessen jüdische Gemeinde 20—25 000 Seelen zählt, hat die Repräsentanz die Errichtung eines Krankenhauses beschlossen. — Die Stadtbibliothek in Frankfurt a. M. hat wiederum eine große, wertvolle Bereicherung ihrer bereits äußerst bedeutenden Hebraica- und Judaiea-Sammlung erfahren, indem einer ihrer Gönner, dem sie schon eine ganze Reihe ihrer Zuwendungen verdankt, eine aus etwa zweihundert Nummern bestehende auserlesene Sammlung von Gesangswerken für den israelitischen Gottesdienst für Kantor, Chor und Gemeinde ankaufte und ihr zum Geschenk machte. Diese „musikalische Synagogenbibliothek enthält die wichtigsten Notenwerke und Abhandlungen zur Geschichte des synagogalen Gesanges: die großen Werke Sulzer's, des Vaters der modernen Synagogenmusik, des Pariser Kantors Naumbourg und die in'deutschen Synagogen eingebürgerten Melodien des Berliner Professors Lewandowski sind vorhanden. Auch das umfangreiche Werk von S. Baer, das traditionelle Melodien aller Nationalitäten enthält und deshalb auch für^die Geschichte des synagogalen Gesanges von großem Wert ist, befindet sich in der Sammlung. Endlich seien aus dieser neben mehreren Handschriften noch besonders Consolo, der die alten Gesänge der spanischen Juden, und Cremieu, der die des südlichen Frankreich ausgezeichnet hat, besonders hervorgehoben. Vakanzen. Bingen a. Rh. Rel.-L. und erster K. (ledig) 2000 M. Geh., fr. W. Meld. an Bernhard Groß. — Wangerin. Kullusb., 960 M. Geh., fr. W. Meld. an Vorst. — Jnowrazlaw. Vorb. f. hohe Feiert. Meld. an Vorst. — Schlochau i. Westpr. Pred., K., Sch., 2000 M. Geh., fr. W. Meld. an A. Freundlich. - Kallstadt, Rheinpfalz. Rel.-L., K., Sch., 1000 M. Eink., fr. W. Meld. an Carl Kühn. — Vilbel. Sem. geb. Lehrer, K., Sch., Balt., 800 M. Geh., 300 M. Nebeneink. Meld. an Herz Strauß. — Lorsch i. Hessen. Lehrer, K., Sch. (orthod.), 1500 M. Eink. Meld. an Simon Lorch. — Seligenstadt, Hessen. Zweiter Vorb. für hoh. Feiert. Meld. an Markus Mayer. — Neuwieda. Rh. Hilfsvorb. für hohe Feiert. Meld. an Vorst. — Altenschönbach, Bez.-Amt Gerolzhofen. Rel.-L, K., Sch., 1100 M. Eink., fr. W. Meld. an H. Frank. — Themar, Sachsen-Mein. Gepr. Rel.-L, K., Sch., 900 M. Geh., fr. W., 250 M. Nebeneink. Meld. an Mayer Müller. — Bliescastel. Rel.-L, K., Sch. und Scham., 920 M Geh., fr. W., 160 M. Nebeneink. Meld. an Sylvain Levy. - Lubasch. Rel.-L, K., Sch., 1000 M. Eink., fr. W. Meld. an I. Cohn. — Strasburg i. Westpr. Vorb. und Hilfssch. für hohe Feiert., 200 M. Hon. Meld. an Vorst. — Krojanke. Hilfst für hohe Feiert. Meld. an Buß. — Tuchel, Westpr. K., Sch., Balt., Balk., Mohel, 1400 M. Geh., 800 Mk. Nebeneink. Meld. an Vorst. — Osnabrück. Vorb., Balk., Balt. für hohe Feiert. Meld. an Vorst. — Grabow i. Posen. K., Balk., Sch., 1200 M. Geh., fr. W-, 200-260 M. Nebeneink. Meld. an I. Cohn. - Könitz. Provis. Sch. u. Vorb. Meld. an N. G. Cohn. Feuilleton. Das „Schelm-Mbul". Von C. Berg. (Fortsetzung.) Der Bürgermeister stand am Fenster des Rathaussaales und sah den Trupp vorüberziehen. Ec hatte eine heimliche Freude daran und schielte hinüber nach dem Gerichtsgebäude; der Amtsrichter war nicht zu sehen, freilich, der saß wohl jetzt zum Feierabend in idyllischer Ruhe in seinem Garten bei Frau Christine und seinem Jungen. Nur der Gerichtsbote Stypale stand vor der Thür und blickte der Horde verwundert nach. Da kam der Herr Bürgermeister höchstselbst heraus, stellte sich leutselig neben den Boten und rief pathetisch: „Vox populi vox Dei. Da sehen Sie, Stypale, wie das Volk mit seinem gesunden Instinkt den wahren Schuldigen herauszufinden weiß." Stypale schüttelte den Kopf. „Na, was soll denn da werden?" „Quitte," schrie der Bürgermeister und öffnete die Thür einer gewissen kleinen Kellerkneipe, „Quitte, laufen Sie einmal da hinauf und treiben Sie die ganze Gesellschaft auseinander!" Der Gendarm hatte die Leute bald eingeholt und herrschte ihnen zu, nach Hause zu gehen. Man sah ihn scheel an und that, als habe man nichts gehört; ein paar junge Galgenschwengel verhöhnten den Bevollmächtigten der hohen Obrigkeit ungeniert und kommandierten: „Ganzes Bataillon, vorwärts marsch!" Quitte wiederholte seine Aufforderung und befahl, Stöcke, ' Beile und so weiter auf der Stelle niederzulegen. Jetzt

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