Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 24-25 (1900-1901)
- Issue
- No. 7. (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
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Eine kurze Uel»ersieht soll uns den systematischen Geist des Autors vorführen. 1) Alle Opfer können nur von 5 Thierarten dargebracht werden. — Aufzählung derselben. 2) Die Arten der Opfer. Spezialisirung derselben mit kurzer Bestimmungsangabe. 3) Eintheilung derselben in I) Gemeindeopfer קרבן צבור II) Einzelopfer — קרבן יחיד I) Zu den Gemeindeopfern gehören: 1) a) das tägliche, b) Sabbath-, c) Neumond-, d) der 3 Wallfeste-, e) des Schlussfestes-, f) Neujahrs- und g) Versöhnungstags-Opfer. 2) Das Sündopfer für die Gemeinde. II) Zu den Einzelopfern gehören: 1) Sündopfer a) des gewöhnlichen Mannes, b) des Königs, c) des Hohenpriesters. 2) Reinigungsopfer. 3) Erstlings- und Viehzenten-Opfer. 4) Eesttagsopfer (הגיגה). 5) Freiwillige und Gelübde- Opfer. III) Zwischen Gemeinde- und Einzelopfer liegt das Sündopfer des obersten Gerichtshofs. IY) Zwischen Einzel- und Gemeindeopfer liegen: 1) Das Osterlamm. 2) Der Versöhnungsstier. Zum Schluss Recapitulation, und einzelne Bernerkungen, die sich nicht bei der Klassifikation unterbringen Hessen. Hierher gehört auch die Einleitung• zum Tract. o o M e n a c 11 o 111. Eintheiluug: I) Giessopfer. II) Mehlopfer. I) Giessopfer. 1) Welche Thieropfer benöthigen des Giessopfers V 2) Woraus besteht das GiessopferV II) Mehlopfer 1) Gemeinde-Mehlopfer. (Aufzählung). 2) Einzel-Mehlopfer (Aufzählung). Zum Schluss folgen einige Bemerkungen über die biblischen Maassbestimmungen (nach ägyptischen berechnet). Wir kommen jetzt zur Krone der 3 Einleitungen, den! unschätzbaren Denkmal, das allein ,schon genügt י O O hätte, Maimonides unsterblich zu machen, zu seiner Einleitung in den Seder Taharotk. Wenn die Einleitung vor Seraim von seinem historischen Sinne, die Einleitung zu Kodoschim von seiner unübertrefflichen Grösse in der Vertheilung und Anordnung eines gegebenen Stoffes zeugen, so legt diese Einleitung zum Seder Taharoth zugleich ein glänzendes Zeugnniss von seinem auch selbständig tiefeindringenden Forschergeist ab. Diese ״Ordnung“ ermangelt bekanntlich — bis auf Tr. Nidda — aller talmudisclien Erklärung; ein Verlust, der hier um so stärker hervortritt, als diese Ordnung schon stofflich die unbedingt schwierigste unter allen sechs Ordnungen ist. Sie wäre auch in der That ein verschlossenes Buch für uns, hätte Maimonides nicht den Schlüssel zu ihrem Verständnisse in dieser Einleitung niedergelegt. Ein Doppeltes ist es, das bei der Betrachtung dieser Einleitung unser Staunen und unsere Be wunderung erregt. Zuerst seine genaue Kenntniss des ganzen Materials, das Maimonides sich erst aus den spärlichen, in den Taimuden. Tossefta. Sifra und Sifre zerstreuten Aeusser 11 ngen mit dem emsigsten Fleisse zusammentragen musste. Was nur irgendwie in das Gebiet dieser Ordnung gehört, kennt er, auch das Entfernteste blieb seinem Scharfen Adlerblicke nicht verborgen. Und zweitens, die Verwendung und Vertheilung dieses Materials in dieser Einleitung und die Klarheit und Uebersichtlichkeit in derselben, die hier um so mehr zu bewundern ist, als der Stoff garnicht geeignet schien, sich klassifizieren zu lassen. Maimonides ist sich’s bewusst, was er durch diese Einleitung zum Verständniss eines grossen Talmudtheiles geleistet hat, er spricht es auch am Schlüsse derselben aus: ״Dass diese Ordnung schon den Altvordern grosse Schwierigkeiten machte, dass es ihm aber nach unsäglicher Mühe gelungen sei, aus allen vereinzelten Notizen ein Ganzes zu geben, das in sich abgeschlossen sei, und die Prinzipien auseinandersetze, die dieser Ordnung zu Grunde liegen. “ Er beginnt damit, dass er zwar bei der Commentirung der voran gegangenen 5 Ordnungen wohl hie und da (vornehmlich zu Edujoth) einige Regeln über ״rein“ und ״unrein“ eingestreut habe, dass er aber diese hier nicht in Anrechnung bringen, sondern alle hier im Zusammenhange zusammenfassen wolle. Er schickt hierauf einige allgemeine Grundsätze voraus, z. B. ,,Kein lebendes Wesen wird oder macht unrein, so lange es lebt, sondern רז erst mit und nach seinem Tode; mit Ausnahme des Menschen, der schon bei seinem Leben unrein werden und machen kann“; oder: ״Alle Unreinheiten haben ihren Ausgangspunkt von einem lebenden Wesen, mit Ausnahme des Aussatzes, der auch an leblosen Gegenständen (Kleid, Haus) haftend, verunreinigend wirkt“ und dergleichen. Hierauf werden die nach der Bibel als verunreinigend wirkenden Gegenstände aufgezählt , 11 an der Zahl; nach ihren Haupttheilen zergliedert 32. Dann die nachbiblischen sopherischen: 29. Es folgen dann a) die aus den biblischen, b) aus den sopherischen abgeleiteten u. s. f. Das hier aus den Einleitungen des Maimonides Mitgetheilte dürfte, obschon darin viele speziell durchgeführte Untersuchungen gar nicht berührt werden konnten, doch hinreichend sein, den Geist des Mannes und seine Stellung zur schriftlichen und mündlichen Lehre wie zur Philosophie zu charakterisiren. In Maimonides war ein unermesslicher wissenschaftlicher Verstand, ein baumeisterlicher, (wenn diese Bezeichnung Göthe’s vom griechischen Aristoteles auf den jüdischen übertragen werden darf —). der die Masse des in Bibel, Mischna, Talmude, Tossefta, Sifra, Sifre und andern halachischen Werken, wie in der Geschichte und im Innern des Menschen Gegebenen mit dem grössten Interesse umfasste, sich darin orientirte, indem er es nach seinen wesentlichen Unterschieden und Beziehungen sonderte und zugleich verknüpfte. Diesem bewundrungswürdigen Talente, das Besondere in seiner eigenthümlichen Bestimmtheit zu ergreifen und mit seltener analytischer Schärfe jede Bestimmtheit in alle ihre einzelnen Momente so erschöpfend, als der Gegenstand es nur immer zuliess, auseinander zu legen, verdankt die talmudische Wissenschaft, was ihr bisher abging, Ordnung und Abrundung. Denn kein jüdischer