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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1900-05-04 · 18 (4.5.1900) · p. Seite 280

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
18 (4.5.1900)
Date
1900-05-04
Page
Seite 280 (sequence 12)
Language
German
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Seite 280. Israelitische Wochenschrift. dir. 18. Einzelheiten des Betriebes auf das Eingehendste erläutern ließ. Durch vielfache huldvolle Ansprachen bezeigte die hohe Frau ihr lebhaftes Interesse an den frischen blühenden Kindern, erkundigte sich mit herzgewinnender Freundlichkeit nach ihren Familtenverhältnisfen und ihrem Ergehen in der Anstalt. Als die Kaiserin von einem der jungen Mädchen erfuhr, daß es im vergangenen Sommer eine dem Ertrinken nahe Dame aus Lebensgefahr gerettet hatte, äußerte die hohe Frau, daß das Kind wohl eine Rettungsmedaille verdiene, und fügte scherzhaft hinzu, es müßte demnach beim nächsten Ordensfest im Schlosse erscheinen. Mit freundlichen Worten der Anerkennung über das Gesehene verabschiedete sich hierauf die Kaiserin unter dem brausenden Jubelruf der Kinderschar. Erfurt, 1. Mai. (Verein israelitischer Lehrer Mttteldeuts chlands.) Am 5. und 6. Juni findet hier im „Alten Ratskeller", auf dem Ftschmarkt die Konferenz des Vereins israelitischer Lehrer Mitteldeutschlands statt. Auf der Tagesordnung steht: (1. Tag, Beginn: nachmittags 3 tlhr.) 1. Verbandsthema: Soll die systematische Religionslehre in der Volks- und Religions schule als besonderer Unterrtchtsgegenstand behandelt werden? (Koll. Jacobsohn-Leipzig.) 2. Lehrprobe: Das Wochensest. (Koll. Meyer-Eisenach.) 3. Geschäfts- und Kassenbericht. 4. Anträge und Besprechungen. (2. Tag, Beginn: morgens 8 Uhr.) 5. Der erste hebräische Leseunterricht und die Fibelsrage. (Koll. Stern-Halberstadt.) 6. Die Verhältnisse der jüdischen Lehrer im Herzogtum Meiningen. (Koll. Hofmann-Meiningen.) 7. Die Penstons-, Witwen- und Waisenkasse des Verbands der jüdischen Lehrervereine. (Steinhardt-Magdeburg.) Die Herren Kollegen werden ersucht, ihre Teilnahme an der Konferenz spätestens bis zum 28. Mai Herrn Lehrer Rothschild-Erfurt anzumelden. Das Hotel „Zum Kronprinz" hat den Konferenzbesuchern Vorzugspreise zugestanden. Reisekosten werden vergütet. M. Jnowrazlaw, 29. April. (Beisetzung Emanuel Cahns.) Ein wackeres Gemeindemitglied, Herr Emanuel Cahn, ist unter großer Beteiligung zu Grabe getragen worden. Cahn hat ein Alter von 78 Jahren in körperlicher und geistiger Frische erreicht. Am ersten Tag des Passahfestes lähmte ihn ein Schlaganfall, und nach 10 Tagen erlöste ihn der Tod. In jüngeren Jahren war er Gelbgießer, reiste als Handwerksbursche viel in der Welt umher und erwarb sich gediegene Fachkenntnifse, sodaß er in seinem Handwerk ein wahrer Künstler war. Einfach, schlicht, streng religiös, gefällig und wohlthättg, war er bei Jedermann gern gesehen. Der Gemeinde hat er große Dienste geleistet, indem er 25 Jahre lang an den hohen Feiertagen in dem Nebentempel als Vorbeter unentgeltlich fungierte. In den letzten Jahren hat er in auswärtigen Gemeinden an den hohen Feiertagen vorgebetet. Er ruhe sanft! Fr. Heidelberg, 1. Mai. (Rabbinatsantritt.) Am', jüngsten Pessach hat Herr Dr. H. Pinkus das Rabbinat Heidelberg übernommen. Bei seiner Ankunft wurde er vom Synagogenrat am Bahnhof erwartet und zum Hotel „Zum goldenen Roß" geführt, wo eine kurze Begrüßungsfeier stattfand. Am Vorabend des Pessachfestes übernahm der Bezirksälteste Herr Netter die Vorstellung der Gemeinde gegenüber, und am ersten Feiertag hielt der Herr Rabbiner seine Antrittspredigt,die ausgezeichneten Eindruckaufdisvollzählig versammelte Gemeinde machte. Von der Bedeutung des Festes ausgehend behandelte Herr Dr. Pinkus ausführlich sein Programm, gedachte der verdienstvollen Wirksamkeit seines verewigten Vorgängers in anerkennender Weise, und versprach, ein getreuer und gewissenhafter' Wächter unserer heiligen Lehre und ihrer Institutionen zu sein. — Die Predigt, in der Form vollendet, durch reichen Gedankeninhalt sich auszeichnend, und in markiger, sympathischer Weise vorgetragen, befriedigte alle religiösen Richtungen, weil sie die Ueberzeugung weckte, daß der Redner ein ganzer, ausgeprägter Charakter ist, dem es heiliger Ernst ist mit der Verwirklichung seiner Ausführungen, und der auch die Fähigkeit besitzt, vermöge seiner wahrhaften Religiosität, seines reichen Wissens uud einer festen Willensstärke, der rabbinischen Thättgkeit die autoritative Anerkennung zu verschaffen. — Mögen sich alle Wünsche und Hoffnungen der Gemeinde, des Bezirkes und des Rabbinats in der schönsten Weise erfüllen! — Mit den Beztrksgemeinden und den ihm unterstellten Lehrern seines Rabbinats hat sich Herr Dr. Pinkus bereits in Verbindung gesetzt. Bruchsal, 1. Mai. (R a b b i n e r w a h l.) Zum Beztrksrabbiner hier ist Herr Dr. Max Doctor aus Breslau gewählt worden. Dessau, 1. Mat. (Ableben des Baron Cohn.) Der Vermögensverwalter weiland Kaiser Wilhelms I., Wirkliche Geheime Rat Baron von Cohn, Ritter des Kronenordens I. Klasse, ist gestorben. Er hat ein Alter von 88 Jahren erreicht. Man rühmt ihm Klugheit und andere Tugenden nach. Sein sehr großes Vermögen fällt an seine in Berlin lebende einzige Tochter, die verwitwet und kinderlos ist. Petersburg, 27. April. (Rabbinerkongreß.) Wie schon vor einiger Zeit gemeldet worden, beabsichtigen die russischen Rabbiner zu einem Kongreß zusammenzutreten, als dessen Vorfitzender der Oberrabbiner von Cherson Dr. M. Kreps, fungieren soll. Eine Vorversammlung soll demnächst in Nikolajcff stattfinden. Da nur Gouvernements- und sonstige Rabbiner zu den Beratungen zugelassen werden sollen, hat Dr. Kreps den Rabbinern folgenden Fragebogen gestellt: 1. Sollen zum Rabbinerkongreß sämtliche Rabbiner eingeladen werden, oder soll jedes Gouvernement nur einen, in einer Gouvernementsversammlung zu wählenden Rabbiner entsenden? 2. Ist es erwünscht, daß Dtstriktsversammlungen abgehalten werden, um von Zeit zu Zeit die den Distrikt betreffenden jüdischen Angelegenheiten zu beraten? 3. Welche Tagesordnung ist für den Kongreß festzusetzen? 4. Welches sind die Fragen, die der versammelten Geistlichkeit vorzulegen sind in Berücksichtigung der Thatsacbe, daß in der Religionsabteilung des Ministeriums bereits eine Rabbinerkommisston vorhanden ist? — Alle auf diese Fragen eingehenden Antworten sollen dem Minister des Innern unterbreitet werden. Cherson, 25. April. (Elementarschulen.) Die in unserem Gouvernement liegenden jüdischen Kolonien haben von der Regierung den Befehl erhalten, im Lauf von drei Jahren 38 Elementarschulen für die in den Kolonien aufwachsenden Kinder zu errichten. London, 29. April. (Vorstandswahl für die A r m e n k o m m t s s i o n.) In der Märzsitzung der jüdischen

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