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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1900-01-19 · 3 (19.1.1900) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
3 (19.1.1900)
Date
1900-01-19
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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JejWisl für die Gesamtinlereffen des Judentums. MeKst öem WeibLotk: IüöilcbeS ZifferafurßCaft Verantw.Redakt.: N. A. Klausner, Lrrlin W., Taurnzirnstr. 19a. Telephon: Amt IX, Ar. 5567. Verlag: Siegfried Crondach, Berlin W.r Steinmetzstr. 78. Telephon: Amt Vl, Ar. 7 9 b. Post-Zeitungsliste Ar. 3865. Bezugspreis vierteljährlich: Deutschland u. Oesterreich-Ungarn 2IÜMK., alle anderen Länder 3 — Mk. Xtv. 3. Berlin, Januar f900. Jahrgang IX. Erscheint an jedem Freitag, das jüdische Litteraturblatt monatlich einmal. Zu beziehen durch die Post, den Buchhandel oder unsere Expedition. Anzeigen für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 30 Pf. Bei Wiederholungen Preisermäßigung. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen entgegen. Für die Redaktion bestimmte Mitteilungen erbitte ich an die Adresse: Berlin W., Tauenzienstr. 19a. M. A. Klausner. Inhalt. Artikel: Die Politik. (Rumäniens Retter. — Antisemitische Gedächtnisschwäche. — Die Mordslügner. — Antisemitismus in Bulgarien.) — Die modernen Schismatiker. Bon M. A. Klausner. — Ein Wendepunkt für die Kolonien in Palästina. — Philosophen über die alttestamentliche Religion. Von Rabbiner Dr. B. Seligkowitz- Eöthen. — Literarisches: I. Lachmann, Awaudas Jisroeil. — Wochenchronik: Wo-chenkalender. — Berlin: Non ölet. — Die Schismatiker bei der Arbeit. — Richtigstellung. — Das Protokoll des 3. Zionistenkongresses. — Freie Stellen in Ahlem. —Bericht des Lehrerverbandsvorstands. — Wissenschaftliche Lehrervereinigung. — Schauturnen. — Wohlthätigkeitsfest. — Züllichau: Zionistische Propaganda. — Sayn bei Eoblenz: Aerztliches Jubiläum. — London: Die Aktien der Kolonialbank. — St. Petersburg: Statistisches. — Warschau: Vermächtnis. — Jerusalem: Jüdische Bibliothek. — Personalnachrichten und kleine Mitteilungen. — Vakanzen. — Feuilleton: Der Rabbi von Liegnitz. Historische Erzählung aus der Hussitenzeit. Von Dr. A. Sammler. (Fortsetzung.) — Brief- und Fragekasten. — Inserate. Die Politik. (Rumäniens Retter.) Wir erhalten folgende Zuschrift: Sehr geehrter Herr Redakteur! Für die Polemik, die in Ihrem Blatt über das Frankfurter Haus Rothschild als Schutzengel Rumäniens in finanziellen Röten geführt wird, mag folgende Stelle aus Arnold Whites „The modern Jew“ von Interesse sein (S. 188): „Die meisten Einwanderer kommen nach England nicht wegen russischer Verfolgungen, sondern weil sie hungrig und die Engländer mildthätig sind. . . . Wie die letzthin durch Juden finanzierte russische Anleihe beweist, wird in ihren maßgebenden Kreisen die Theorie, daß Verfolgungen als Ursache der starken Einwanderung anzusehen seien, nicht für richtig gehalten." Zu bemerken ist, daß das Londoner Haus Rothschild sich an dieser Anleihe nicht beteiligte, und daß däs Pariser Haus aus Gründen des französischen Patriotismus zur Beteiligung in gewissem Sinne gezwungen war. Alles das fällt bei Rumänien fort, dessen Volk sich bei der Verfolgung der Juden ganz anders gehässig benommen hat, als das russische. Vor einigen Jahren hat auch mir ein wohlwollender christlicher Freund die Judenverfolgungen in Rumänien durch die Beteiligung Rothschilds an den rumänischen Anleihe- Emissionen zu widerlegen gesucht. Rothschild wisse jedenfalls besser mit den Thatsachen Bescheid als ich, der nur aus Zeitungen seine Weisheit hätte. In den Zeitungen werde aber soviel zusammengelogen, daß man sich auf deren Angaben nicht verlassen könne, mindestens seien deren Angaben sehr übertrieben. — Daß die Verfolgungen der rumänischen Juden ebenso Thatsache seien, wie die Beteiligung Rothschilds an der rumänischen Anleihe, hielt er für ausgeschlossen und konnte ich ihm nicht beibringen. Hochachtungsvoll 36. * * * (Antisemitische Gedächtnisschwäche.) Unter diesem Stichwort haben wir in voriger Nummer festgestellt, daß der Reichstagsabgeordnete Bindewald jüngst in einer Berliner Antisemitenversammlung unter völliger Verkennung der thatsächlichen Begebenheiten „daran erinnert" hat, wie die Juden in Neustettin ihre Synagoge angezündet hätten, um die Antisemiten der Brandstiftung zu bezichtigen. Die „Allgemeine Zeitung des Judentums", weiß von den thatsächlichen Begebenheiten nichts, nichts von der Freisprechung der verleumdeten Neustettiner Juden, nichts von der Verurteilung der verführten Antisemitenzöglinge. Sie ersucht nur Herrn Bindewald um Nennung seiner Gewährsmänner. Darauf antwortet in der „Staatsbürgerzeitung" ein Herr Otto Heinrich Böckler: „Herr Pfarrer Heinrich Klamroth in Neu-Stettin, ein Augenzeuge des Synagogenbrandes, hat zu verschiedenen Malen sowohl mir wie andern Personen gegenüber geäußert, er habe als Zeuge in der Gerichtsverhandlung in Könitz Aussagen machen

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