Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1905-01-01 · No. 18. (1905) · p. Seite 70

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
29 (1905)
Issue
No. 18. (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 70 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/6492408-6582208-9735160--3433-9606908
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

TO pflicht für שחלים וגרגיר hingewiesen, die wir nicht am Anfang der Mischna, sondern erst 45 ß finden, und dicht daneben werden לפת וצנומה וזרעוני גנה ausgenommen, die genau 58 den Schluß des Traktats bilden. Mit Recht schien es uns oben auffällig, daß so zusammengehörige Teile so auseinandergerissen sein sollen. Der Midrasch setzt ihre Zusammengehörigkeit voraus, indem er sie zusammen behandelt. Was hindert uns nun, anzunehmen, daß diese Teile einer gemeinsamen Quelle entstammen, ja, daß sie sich einst nebeneinander befunden haben? Soll das etwa ״eine jener planlosen Zusammenwerfungen des Verschiedenartigsten“ sein? Wem dies so überkühn erscheint, den weisen wir auf 39 ß hin. Hier werden Ysoparten, wenn auf dem Hofe verwahrt, als נשמר maaßerpflichtig. Es ist eine kurze Stelle, die wir kaum von dort fortgewünscht hätten, tveil der Hof (von 35 an die Hauptsache) dort vorkommt. Sehen wir aber T 14 an, so finden wir da השיאה והאווב והקורנית; da ist nun kein Zweifel mehr, daß es als Aufzählung von Arten, wie in T, so auch in der Mischna am Anfang sich befunden habe. Wir werden weiterhin finden, welche Gründe die Trennung dieser Bestandteile von einander verursacht haben.*) (Fortsetzung folgt.) Philipp der Großmütige und die Juden. Ein Wort zur 4. Zentenarfeier seiner Geburt (13. Nov. 1504). Von Lehrer L. Horwitz-Kassel. (Durch besondere Umstände verhindert, konnte Verfasser erst lange nachdem er den Vortrag gehalten, ihn endgiltig abfassen.) Unter den fürstlichen Persönlichkeiten der Reformationszeit erfährt Landgraf Philipp von Hessen eine gar verschiedene Würdigung. Als Fürst zu einer welthistorischen Mission berufen, war es ihm gelungen, über die Schranken seines Jahrhunderts hinaus in das Gesamtbewußtsein der evangelischen Christenheit einzutreten. Die Geschichtsschreibung wird daher nicht müde, den schon durch Kunst und Poesie vielfach verherrlichten Regelten immer aufs neue als eine historische Größe ersten Ranges zu feiern. Von anderer Seite sucht man nun seine Gestalt in den Schatten zu stellen und die dunklen Punkte seines Lebens besonders hervorzuheben. Auf welcher Seite die Wahrheit ist, kann selbstredend im Rahmen dieser Zeilen nicht festgestellt werden. Auch sein Leben und seine Wirksamkeit in diesen Blättern zu schildern, wäre müßig. Doch die Wahrheit verlangt es gebieterisch, weiteren Kreisen sein Verhalten gegen die Juden seines Landes *) Diese uns mit vieler Zähigkeit bestrittene Wahrnehmung, daß vom Forscher Vereintes getrennt und Getrenntes vereint werden muß, um die größten Rätsel zu lösen, eine Wahrnehmung, die einen Teil unseres ״die Mischna; Aufbau und Quellenscheidung“ ausmacht, wie den Inhalt eines Teiles unserer weiter geplanten, z. T. handschriftlich ausgeführten Arbeiten, stell« n wir selbstverständlich gern zur Erörterung. Unsere weiteren Ausführungen werden noch andere Nachweise für diese Behauptungen bringen. zu schildern. Allerdings erwartete man von einem Fürsten, den die Geschichte den ״Großmütigen“ nannte, nicht eine Handlung, die mit Menschlichkeit nicht vereinbar ist, und er mußte es in späteren Jahren selbst erfahren, was es heißt, um seines Glaubens willen zu leiden und in der Verbannung zu leben — und darin gleicht sein Geschick dem unseres Volkes. Landgraf Philipp der Großmütige faßte den Entschluß, die Juden ganz zu vertreiben. Er ließ deshalb ein Ausschreiben am 18. Juli 1524 an alle Beamten, den Juden ihres Bezirks den Aufenthalt zu verbieten und den Edelleuten das Halten derselben zu untersagen. Lange kann die Verbannung nicht gedauert haben. Am Dienstag nach Trinitatis 1531 verordnet er, ״daß wir allen vnd jeden Juden, so ln vnserm Fürstenthumb Landen vnd Gepieten seßhafftigt vffs new Sechs Jare lang nach dato dieß briefs sich anfahende viither nus zuenthalten. Irer notturfft nach, hyn vnd Widder zwrysen, zwhandeln, zwwabern, vnd Zuwandern, genediglich gegönth vnd zu gelassen haben. Thün das hiemit In er afft dieß briefs also, das sie fridlich vnther uns wonen, vnd sie niemandts widder recht beleidigen sollen, darauff hiemit allen vnd jeden vnseren Anptleuthen beulchende, ob Inen zu halten, vnd vor gewalt zw schützen, mitt dem gedinge, das sie sich wuchers enthalten, vnd vnsere vnteithane Imselbigen, mit vnziemlichen Contracten vnd gedingen nit beschweren sollen. Wer es darüber einer oder mehr thetten, Sol dem oder denselbigen, weitters nichts, dan das außgeleuthen Haubtgelt widderumb zugestelt, vnd bezalt werden“. (Kopp, Bruchstück1156). Nachdem die sechsjährige Frist verstrichen war, ging nun Landgraf Philipp damit um, die Juden wiederum aufzunehmen. Um denselben eine rechtliche Stellung einzuräumen, veranlaßte er seinen Kanzler Martin Bucer, ihm eine ״Judenordnung“ vorzulegen. Diese enthielt 11 Punkte. Einige derselben fanden die Juden unerträglich schwer, andere wollten sie unverbrüchlich befolgen. Am 13. Dezember 1538 überwies der Landgraf seinem Statthalter, Kanzler und den Räten dio Gegenvorstellung der Juden und bemerkte, daß die Juden seinen Untertanen ״mehr liebes und gutes mit Leihen und Vorstrecken getan und weniger Wucher genommen, als die Christen. Er habe auch nirgends in der Schrift gefunden, daß man sie ganz vertreiben sollte“. (Schluß folgt.) Neues Uber Aboth. Di. E. Baneth: Der Misehnatraktat Aboth mit Maim1mi8 arabischem Kommentar. Im 23. Bericht über die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. 1905. IV und 50 S. (Berieht 22 S.). Kaim Pollak, emerit. Kommunallehrer in Budapest. אבות דרבי נתן System der Ethik und Moral. Zum י׳

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.