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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1905-09-15 · 37 (15.9.1905) · p. Seite 520

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
37 (15.9.1905)
Date
1905-09-15
Page
Seite 520 (sequence 12)
Language
German
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IRI
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Seite 520. Israelitische Wochenschrift. 9lr. 37. welchem brave Handwerker, Werkmeister oder Künstler hervorgehen. Die Zahl der Zöglinge soll von 68 auf 80 erhöht werden. Das Grundstück im Werte von 80 000 M. wurde von der Stadt im Austausch gegen das alte Anstaltsgebäude überlassen; 89 689 M. haben hochherzige Gönner, darunter der kaiserliche Statthalter 3000 M., gestiftet. Der Bau mit der inneren Einrichtung hat 190 000 M. gekostet, so daß also etwa noch 20 000 M. fehlen, die hoffentlich gleichfalls von Wohltätern aufgebracht werden. Redner schloß mit dem Ausdruck der Zuversicht, daß auch in dem neuen Vau die Ideale des Stifters der Anstalt verwirklicht werden. Danach erhob sich Herr Unterstaatssekretär Dr. v. Schraut und hielt folgende Ansprache: „Der Herr Statthalter hat mich beauftragt. Ihnen seinen Dank für die freundliche Einladung und seine besten Wünsche für das Gedeihen der Anstalt auszusprechen Ihre Anstalt hat schon viele Jahrzehnte gewirkt; ihre Geschichte, die uns der allgeehrte Herr Präsident soeben mitgeteilt hat, ist eine ununterbrochene Ehrentafel von Arbeit, Opferwilligkeit und stolzen Erfolgen. Sie haben hierdurch ihr volles Verständnis dafür bekundet, wie nützlich humanitäre Einrichtungen sind, die den Unbemittelten eine berufsmäßige Ausbildung und die Erziehung zur Selbständigkeit ermöglichen. In unserer wirtschaftlich, technisch und sozial so bewegten Zeit kann der Einzelne nur durch eigene wirtschaftliche Einsicht und Charakterstärke vorwärts kommen und sich im Beruf und im öffentlichen Leben nach dem alten Satze zurechtfinden: „Prüfet alles und das Gute behaltet." Namentlich im Handwerk kommt auf die persönliche Geschicklichkeit und Tüchtigkeit das Meiste an. Anerkennung verdient daher jede werktätige Hilfe, die der Jugend die Erreichung dieses Zieles erleichtert, und volle Anerkennung gebührt auch allen denen, die mit Rat und Tat, ohne ein Opfer zu scheuen, die Gewerbeschule fördern. Auch die Regierung wird die Entwicklung dieser Anstalt, wie alle für das Handwerk nützlichen Einrichtungen, mit Interesse verfolgen. Lassen Sie mich mit dem Wunsche schließen, daß der Schule auch fernerhin ein günstiges Geschick beschicken sein möge, zum Vorteil ihrer Zöglinge und zum Nutzen des Handwerks." Die Ansprache des Unterstaatssekretärs wurde von der Festversammlung mit lebhaftem Beifall ausgenommen. In seiner darauf folgenden Weiherede begrüßte Herr Oberrabbiner Adolf Ury die Feier im Namen der Religion und des edlen Menschentums und wies daraus hin, daß das Handwerk von altersher beim israelitischen Volke, im Gegensatz zu den Völkern des klassischen Altertums, hochangesehen gewesen sei. Palästina hätte als kleines Land unmöglich so viele Menschen ernähren können, wenn nicht das Gewerbe in hoher Blüte gestanden hätte. Um so bedauerlicher müsse es erscheinen, daß das Mittelalter den Juden eigene Stadtteile zugewiesen und sie von den Innungen und so auch vom Handwerk ausgeschlossen habe. In der Neuzeit habe sich mit der Errungenschaft der Menschenrechte auch für das Judentum ein Wandel vollzogen, und so hätten die humanitären Bestrebungen der Anstalt wachsende Förderung erfahren. Die Regierung dürfe der Treue und Ehrerbietung der Anstaltsleiter gewiß sein. Mit einem Gebet, in dem er den Segen Gottes für die Anstalt erbat, schloß der Oberrabbiuer seine wirkungsvolle Ansprache. Ein von den Schülern der Anstalt vorgetragenes Chorlied „Lobet Gott" beendete die erhebende Feier. Zerbst. Der in der Brüderstraße errichtete Synagogenneubau wird am l7. September feierlichst eingeweiht. Strastburg i. E. Die neue israelitische Gewerbeschule wurde Montag Vormittag durch den Präsidenten des israelitischen Senatsrats Dr. Levy im Beisein der Landes- und städtischen Behörden feierlich eröffnet. Kaiserslautern. Zur Feier des 25jährigen Berufsjubiläums des Herrn Bezirksrabbiners Tr Landsberg fand in der Synagoge Festgottesdienst statt. Herr Bezirksrabbiner Dr. Meyer von Zweibrücken, der die Festrede hielt, gedachte der besonderen Bedeutung des Tages: Die heutige Feier gereiche dem Jubilar wie der Gemeinde zur Ehre. Alsdann schilderte Herr Dr. Meyer den Jubilar als wahren Rabbiner. Der Jubilar dankte in bewegten Worten. Mit der Erteilung des Segens und einem Chorgesang schloß sodann die Feier. Nach dieser nahm der Jubilar die Glückwünsche der Vertreter der verschiedenen Gemeinden entgegen. Uakanren. Hilsskontor für die hohen Feiertage in Königshütte O.-S. Offerten an den Synagogen-Vorstand. Religionslehrer, Vorbeier und Schächter per gleich oder später in Kruschwitz. Gehalt 1100 Mk. nebst freier Wohnung und Nebeneinnahmen Offerten an Herrn Dr. Aronsfeld, Vorsteher der Korporationsgemeinde. Sem. gepr. Religionslehrer, Vorbeter und Schochet per sofort in Hammerstein W.-Pr. Gehalt 1100 Mk. und Nebeneinnahmen. Meldungen an den Vorstand. Kantor, Religionslehrer und Schächter per gleich in Zell (Mosel). Gehalt bei freier Station und ca. 200 Mk Nebeneinnahmen 300 M. Offerten an den Vorsteher Herrn B. Bender. Vorbeter für Jom Kippur, evtl, auch für Roschhaschonoh in Ellrich. Offerten an den Vorsteher Herrn Max Bernstein. Hilfsvorbeter für die hohen Feiertage in Rasten bürg O.-Pr. Honorar 100 M. Meldungen an den Vorstand. Hilfsvorbeter für die hohen Feiertage in Sprottau. Meldungen an den Vorstand. Hilfsvorbeter für den Versöhnungstag in K örlin a d. P. Vergütung 40 Mk. bei freier Station. Meldungen an Herrn Louis Wolff. Hilfsvorbeter für Jom Kippur in Kamen i. W. Meldungen an Herrn Max Eisenstädt. Kultusbeamter, gleichzeitig Schochet, Religionslehrer und Vorbeter, per gleich in Bialla O.-Pr. Einkommen 1000 Mk. Meldungen an Herrn H. Fürst. Lehrer an der öffentlichen Volksschule in Meppen per 1. Oktober. Anfangsgehalt 1200 Mk., freie Wohnung und Nebeneinnahmen. Meldungen unverheirateter Bewerber, die Vorbeter und Schochet sein müssen, an den Synagogen-Vorsteher Herrn Salomon Cohen. Hilfsvorbeter mit guter Stimme in Bleicherode. Meldungen an den Vorsteher Herrn Max Schönheim. Vorbeter und Schächter für die hohen Feiertage in Bruß, W.-Pr Meldungen an Herrn S. V. Bluhm. Sem. geb. Religionslehrer, Kantor und Schochet in Ober- Ramstadt bei Darmstadt. Einkommen ca. 1200 Mk. bei freier Wohnung. Offerten an den Vorsteher, Herrn Simon Bendorf. Hilfsvorbeter für die hohen Feiertage in Bärwalde i. P. Honorar 75 Mk. und freie Station. Meldungen an den Vorstand. v. Sonett. Antisem ins Album. Heschichtsfälschung. Motto: M., K. (0, 1-3; K. 1-9. Wie ist gefälscht Germaniens Urgeschichte! Die sogenannten Forscher kühnlich malen, Daß es zuerst bevölkert Orientalen — So sind im Grund wir Sprossen dieser Wichte! Dann wurden von des Orients himmelslichte Gesandt nicht unsrer U)iege seine Strahlen, Ob sie dort stand auf höhen, ob in Talen? U)er wollte widerstreiten dem Berichte? — So lehren jene Forscher, und es tobt Gewaltig Antisem: Welch toller Wahn, Daß einst in Asien stand der Menschheit Wiege! hat nicht Germaniens Urwald sich erprobt Als Gden? Teut nicht als der Menschheit Ahn? O bald wird teutsche Forschung feiern Sie g>! (Bergl. Felix Dahn, Deutsche Geschichte I. Einleitung: Die Germanen in Asien.) Demokritos.

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