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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1904-12-02 · 49 (2.12.1904) · p. Seite 692

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
49 (2.12.1904)
Date
1904-12-02
Page
Seite 692 (sequence 13)
Language
German
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seien nur einige herausgegriffen: die Arbeit über das Salizin, j ein Ersatzmittel der Salizylsäure, die Behandlung des Gelenk- | rheumatisrnuö durch subkutane Emspritzung von Karbolsäure, über die therapeutische Anwendung der Schmierseife gegen Gallensteinkolik, die neuerdings wieder warm empfohlen worden ist, über Typhusbehandlung, über die Anwendung der Fette bei chronischen Zehrkrankheiten, über das Tuberkulin, über eine Quellensonde zur Behandlung von Verengerungen der Speiseröhre, über die sogenante blande Diät, über die Autointoxikation und ihre Behandlung, über die Behandlung des Erysipels, über die Serumbehandlung des Gelenkrheumatismus usw. An Monographien hat Senator veröffentlicht: Untersuchungen über den fieberhaften Prozeß und seine Behandlung (1873); Handbuch der Krankheiten des Bewegungsapparats, Erkältungskrankheiten, Ernährungsanomalien gemeinsam mit E. Seitz und H. Jmmermann in Ziemßens Handbuch der speziellen Pathologie und Therapie (1875), die Albuminurie im gesunden und kranken Zustande (1882), die 1890 ins Französische übersetzt worden ift. Die Erkrankungen der Nieren in Notnagels Pathologie und Therapie (1896), Krankheiten und Ehe, gemeinsam mit Kaminer (1904). Ferner hat Senator mehrere Kapitel beschrieben in Eulenburgs Real-Enzyklopädie, im Handbuch der Ernährungspathologie, herausgegeben von E. v. Leyden, in der deutschen Klinik, herausgegeben von E. v. Leyden und F. Klemperer. Ebenso bedeutend wie als Forscher ist Senator als Lehrer. Die von ihm geleitete Klinik besitzt einen Weltruf; aus allen Ländern strömen Aerzte in seine Klinik, um bei ihm sich weiter sortzubilden. So hat auch Senator eine Reihe von Forschern herangebildet, die unter seiner Leitung und später in der Wissenschaft selbständig Großes geleistet haben. Wir wünschen, daß Hermann Senator noch lange in der Vollkraft seiner Tätigkeit bleiben und sich noch nicht so bald nach einem otium cum dignitate sehnen möge, vielmehr in der neuen Klinik, die ihm jetzt erbaut wird, ebenso wie bisher in vollster Rüstigkeit noch lange Jahre segensreich wirken werde. Literclviscbes. Meyers Großes Konverlations-FeLikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Mehr als 148 000 Artikel und Verweisungen aus über 18 240 Seiten Text mit mehr als 11 000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf über 1400 Jllustrationstafeln (darunter etwa 190 Farbendrucktafeln und 300 selbständige Kartenbeilagen) sowie 130 Textbeilagen. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark. (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien.) In unsrer Zeit, in der die Entwicklung der deutschen Industrie und des Handels nach einem möglichst günstigen Ausgleich mit dem Ausland drängt, ist es für jedermann von größtem Interesse, sich über alle den Handel, die Handelsgeographie, die Handelspolitik und Handelsverträge betreffenden Fragen orientieren zu können. Der soeben erschienene achte Band von Meyers Großem Konversations-Lexikon kommt gerade zur rechten Zeit, denn in ihm sind eine ganze Reihe von äußerst instruktiven Artikeln über diese Materie vereint, die ein sehr gutes Bild von den wirtschaftlichen Aufgaben eines Staats zu geben geeignet sind. Wohin eine falsche Volkswirtschaft führt, zeigt vortrefflich der Artikel „Handelskrisen". Auch die rechtliche Seite dieser Fragen findet in den Artikeln „Handelsgesetz", „Handelsrecht", „Handelsgerichte" und „Handelskammer" eine eingehende Beleuchtung, während wir durch die Artikel „Handelskompagnien", „Hansa" sowie in dem Abschnitt „Großbritannien", „Geschichte dei Kolonien" über die Entwicklung der wichtigsten Handelsbestrebungen unterrichtet werden. Die großen, mit trefflichen Karten und „Großbritannien", „Griechenland", „Hrmburg'Q^Han^WW^^ tn sich abgeschlossene Monographien, deren Lektüre zur' KennrnW dieser Länder und Städte besonders anzuraten ist. Allgemeines Interesse haben auch die Artikel „Grundsteuer", „Grundeigentum", „Gründung", „Güterrecht", „Haftpflicht" und „Hauptverhandlung", die täglich auftretende persönliche Fragen behandeln. Aeußerst lesenswert sind die geschichtlichen Artikel von „Alt-Griechenland" und „Großbritannien" in ihrer knappen, das Verständnis fördernden Fassung, desgleichen die Biographie „Goethes", der in einer Reihe von Bildnissen uns entgegentritt, und der Artikel „Griechische Literatur". Die schönen Künste und vor allem die Kunstindustrie sind vertreten durch die Artikel „Glaskunstindustrie", „Glasmalerei", „Goldschmiedekunft", „Graphische Künste", die sich schon äußerlich durch die prächtig gelungenen farbigen und schwarzen Tafeln herausheben. Auch dem Artikel „Hamburg" ist ein solcher Schmuck in der Tafel „Hamburger Bauten" beigegeben, um den Charakter und den Kunstsinn der Stadt kenntlich zu machen. Auch bei den andern Großstädten ist diese Methode mit Erfolg angewendet. — 56 Beilagen zieren das schöne Werk neben gegen zweihundert Textillustrationen, eine große Reihe davon sind ganz neu. Die Ausführung ist eine durchaus mustergiluge, wie wir es bei den Verlagswerken des B biographischen Instituts gewöhnt sind. vie Politik. (Die Auswandererfrage.) Herr Konsul A. M Simon in Hannover, der schon vor längerer Zeit der Großloge einen Plan zur Organisation der Auswanderung eingereicht hat, im großen und ganzen mit dem kürzlich vom Hilfsverein veröffentlichten übereinstimmend, hat für die am 4. und 5. Dezember in Frankfurt a. M. stattsindende verschwiegene Besprechung eine Flugschrift über denselben Gegenstand verfaßt. Die Schrift enthält^ viele beachtenswerte Anregungen und Mitteilungen. Die er-,1 freulichste unter diesen ist die Bekanntgabe der von Herrn Simon im Verein mit Berliner Glaubensgenossen gehegten Absicht, in der Nähe von Berlin ein größeres Gut zu erwerben, auf dem eine Anstalt zur Ausbildung von jungen Leuten für Handwerk und Bodenkultur errichtet werden soll. * * * (Vor siebzig Jahren.) Ein interessantes Schriftstück, das sich im Besitz des Rabbiners Dr. Cohn in Kattowitz befindet, wird von dem „Oberschlesischen Tageblatt" veröffentlicht: „Ihr Schreiben vom 25. v. M. habe ich soeben erhalten und kann Sie nur ersuchen, die Fälle anzuzeigen, wenn Gerichtsbehörden oder einzelne Justizbeamte sich beikommen lassen sollten, sich der Adresse „An den Juden N. N." zu bedienen. So wenig man es sich einsallen lassen kann „An den Christen N. N." oder „An den Türkei: N. N." zu schreiben, ebensowenig würde ich es gutheißen, sich jener Adresse an einen Juden zu bedienen. Wo es auf Glaubensverhältniffe ankommt, stellt sich die Sache anders. Da ist die Bezeichnung „Jude, jüdische Religion" ganz an ihrem Platz und dieser uralte Volksname jedenfalls treffender und ehrwürdiger, als der „Mosaischer, alttestamentarischer Glaubens-Genosse" und wie die Erfindungen der neueren Zeit heißen mögen, deren Gebrauch — weit entfernt etwas höheres auszudrücken, nur verletzend ist, weil kein Jude und überhaupt kein vernünftiger Mensch je zugeben wird, daß in der Benennung „Juden" etwas liege, was man zu umschreiben nötig habe —!— Von Religionshaß kann überall nicht die Rede sein. Wer dem Glauben seiner Väter oder sonst seiner Ueberzeugung folgt und ein ehrlicher Mann, ein rechtschaffener Bürger des Staates ist, dem er angehört, bleibt stets ehrenwert. Nur wer kein höheres Moralprinzip anerkennt, er nenne sich Christ oder Jude, ist ein Mann, gegen den man , weder Achtung, noch zu dem man Vertrauen hegen kann, und

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