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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1904-09-16 · 38 (16.9.1904) · p. Seite 536

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
38 (16.9.1904)
Date
1904-09-16
Page
Seite 536 (sequence 12)
Language
German
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Seite 536 Israelitische Wochenschrift. Nr. 38. Jrrtümer brauche die Versammlung nicht zu erörtern. — Die Versammlung war derselben Meinung. — Dem Verein Adaß Jcschurun wurde eine letzte Subvention von 1000 M. bewilligt. Merlin, 15.September. (Beginn der Wahlkampagne.) Gestern Abend fand in Dräsels Festsälen eine von dem Verband der Synagogenvereine berufene Wählerversammlung statt. Herr Dr. Moses referierte über jüngste Vorkommnisse in der Berliner jüdischen Gemeinde. Der Vorrrag wurde allseitig mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Die Diskussion in der die mannigfachsten Wünsche laut wurden, dehnte sich bis gegen Mitternacht aus. Merlin, 12. September. (Zentralisierung.) Rabbiner Dr. Maybaum hat an das Kriegsministerium unter dem 23. v. M. das Gesuch gerichtet, den jüdischen Soldaten, soweit der Dienst es gestattet, an den hohen Feiertagen auch im Manöver die Möglichkeit der Teilnahme am jüdischen Gottesdienst zu gewähren. Das Kriegsministerium hat dem Ersuchen stattgegeben, indem es die Generalkommandos entsprechend benachrichtigte. — Es ist erfreulich und dankenswert, daß die Eingabe diesmal von einer Zentralstelle aus an eine Zentralstelle gerichtet und damit eine einheitliche Regelung der Angelegenheit erzielt worden ist. Werlin, 12. September. (Sühnetermine.) Auf Anregung des Rabbinerverbandes hat der preußische Justizminister eine Verfügung erlassen, der zufolge bei den Sühneterminen jüdischer Ehepaare die zuständigen Rabbiner zugezogen werden sollen. Merlin, 13. September. (Marcus Adler.) Einer der angesehensten Vertreter und Förderer des jüdischen Handwerks, Maurermeister Marcus Adler, ist am ersten Neujahrstag im 75. Jahr gestorben und heute beerdigt worden. Er war ein wackerer Mann, zu den wenigen gehörend, die nicht Worte machen, sondern ihre Taten reden lassen. Merlin, 14. September. (Hochschule.) Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin (Lindenstr. 48/50) hat für das Wintersemester 1904/1905 nachstehende Vorlesungen festgesetzt: Herr Dr. Baneth wird lesen: 1) Talmud Babli stat. Kidduschin Kap. U (Fortsetzung), 4 Stunden, Montags und Donnerstags 8—10 Uhr. 2) Jore De'a (Tur und Schulchan 'Aruch, 87—90), 2 Stunden, Montags und Donnerstags 10—11 Uhr. 3) Eben ha'ezer XVII (Fortsetzung), 1 Stunde, Donnerstags 11—12 Uhr. 4) Mischne Thora, V. Buch, 2 Stunden, Montags und Donnerstags 12—1 Uhr. 5) More N'buchim II (Fortsetzung), 2 Stunden, Dienstags und Freitags 11—12 Uhr. 6) Pentateuch mit alten Kommentaren, 2 Stunden, Mittwochs 11—1 Uhr. 7) Der jüdische Kalender, 1 Stunde, Montags 11—12 Uhr. Herr Dr. Elbogen wird lesen: 1) Erklärung des Buches Hiob, 2 Stunden, Montags und Mittwochs 10—11 Uhr. 2) Exegetische Uebungen (für Fortgeschrittene), 1 Stunde, Freitags 11—12 Uhr. 3) Talmud Nosch haschana Kap. III, 4 Stunden, Sonntags und Mittwochs 8 —10 Uhr. 4) Geschichte der Juden in Deutschland (Fortsetzung) vom XVI. Jahrhundert bis zu Moses Mendelssohn, 2 Stunden, Dienstags 9—10 und Freitags 10—11 Uhr. 5) Historisch-literarische Uebungen, 1 Stunde, Dienstags 8—9 Uhr. 6) Geschichte der Schriftauslegung, 2 Stunden, Dienstags und Donnerstags 10—11 Uhr. Herr Prof. Dr. Maybaum wird lesen: 1) Midrasch Tanchuma, 1 Stunde, Dienstags 8-9 Uhr. 2) Homiletische Uebungen, 2 Stunden, Freitags 8—IO Uhr. Die Eröffnung des Wintersemesters findet am 17. Oktober um 11 Uhr vormittags statt. — Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie die rite immatrikulierten Studierenden der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen teilnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem zeitigen Vorsitzenden des Lehrer - Kollegiums, Herrn Rabb. Prof. Dr. S. Maybaum, in seiner Wohnung, Hinter der katholischen Kirche 1, täglich (mit Ausnahme der Sabbate und jüdischen Festtage) von 11 —12 Uhr. Mreßöurg, 8. September. (Der Kongreß der „Misrachi "-Zionisten.) Die Vereinigung der Zionisten, die alle Reformen innerhalb des Judentums auf das strengste bekämpfen und die trotz ihres Beinamens „Misrachi" nicht nur in den östlichen Ländern zu Hause sind, hat ihre in unserer Stadt gepflogenen Beratungen geschlossen. In der Abschiedssitzung wurde der Beschluß gefaßt, für den Sitz des Hauptquartiers der neuen Vereinigung die Stadt Frankfurt a. M. zu wählen. Der von den Mitgliedern gewählte Vorstand besteht außer dem Vorsitzenden Rabbi Reines aus Lida aus den Herren Dr. Nobel-Leipzig, Dr. Adler-Lübeck, Dr. Frank-Altona, Rothschild und Posen in Frankfurt a. M. Als Vertreter der Misrachi in anderen Ländern wurden verschiedene Mitglieder gewählt, darunter die Herren James H. Löwe für England, Oberrabbiner Dr. Dünner aus Amsterdam für Holland, Rabbiner Dr. Fink-Wien für Oesterreich und Rabbiner Guttmann-New- Jersey und Dr. Klein,New-Pork für die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Einer der Delegierten erkundigte sich, welche Haltung die Misrachi gegenüber der von den „Protestrabbis" zur Begründung vorgeschlagenen Kolonisierungsgesellschaft einzunehmen hätten. Vizepräsident Landau entgegnete, daß nach dem Sinn des von den Wiener Zionisten ausgegebenen Manifestes die Mlsrachi von der Bewegung ganz ausgeschlossen seien. Darauf nahm Dr. Leopold Kahn, Mitglied des großen Aktionskomitees, das Wort, um seine Befriedigung darüber auszusprechen, daß der Misrachi-Kongreß die Einigkeit der Zionistenbewegung nicht gestört habe. Er könne nicht wissen, ob seine Kollegen mit allen Beschlüssen dieser Zusammenkunft einverstanden sein würden, aber er hoffe, sie zu überzeugen, daß man hier dem Basler Programm treu geblieben sei. Er freue sich, daß die hiesige Versammlung Erziehungsfragen behandelt habe, für die auf dem Kongreß niemals Spielraum gewesen war. Masel, 12. September. (Kongreß für Religionsgeschichte.) Der zweite internationale Kongreß für die Geschichte der Religion ist am Dienstag hier eröffnet worden. Der Kongreß ist in acht Sektionen geteilt, deren eine sich mit der Religion der Juden beschäftigt. Professor Dr. Samuel Jves Curtiß hat einen Vortrag in englischer Sprache gehalten, der den Titel führt „Ursprung der Opfer-Bräuche bei den Juden. Gegründet auf die Ergebnisse von Forschungen unter den Syriern und Arabern". Professor Rosenbaum aus Paris sprach über die Topographie des Herodes-Tempels in Jerusalem und über den bei seiner Einweihung abgehaltenen feierlichen Gottesdienst. Maris, 12. September. (Gemeindebudget.) Nach ihrem letzten Bericht hat bte jüdische Gemeinde von Paris im Jahr 1903 ein Einkommen von 444 924 Francs gehabt, dem 430 287 Francs Ausgaben gegenüberstehen. Der sich hieraus ergebende Ueberschuß von 14 637 Francs ist aber nur ein ver-

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