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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1904-07-01 · 27 (1.7.1904) · p. Seite 378

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
27 (1.7.1904)
Date
1904-07-01
Page
Seite 378 (sequence 15)
Language
German
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Sette 378. Israelitische Wochcr-.schnsr. 'Ja 27. der Perlschen Gräber wird auf die Gemeinde übernommen. — Der Rechnungsabschluß des Reichenheimschen Waisenhauses für 1903/1904, die Abrechnung über den Neubau der Mädchenschule, über die Gewährung einer Remuneration und über die vorjährigen festgottesdienstlichen Veranstaltungen werden von der Tagesordnung abgesetzt. — Für Reparaturen im Reichenheimschen Waisenhaus und an mehreren Synagogen werden 5400 bezw. 1100 M. bewilligt. — Repr. Bodenstein teilt mit, daß der Besitzer der Kellerschen Festsäle für die Ueberlassung seiner Räume zum Festgottesdienst, statt 1500 M. wie im vorigen Jahr, für dieses Jahr 3000 M. verlangt, weil die Feiertage auf einen Samstag und zwei Sonntage fallen. Für die Jahre 1905—1908 will er sich mit 2600 M. begnügen. Die Kommission empfiehlt Bewilligung und für kommende Verträge die Festsetzung einer Konventionalstrafe, die der Vorstand bestimmen soll. Die Versammlung pflichtet dem Vorschlag bei. — Auf Antrag des Prof. Blaschke wird der Druck des Gebetbuchs für die Neue Synagoge der Firma Jtzkowski übertragen. — Dem Verein Ahawath Reim wird statt der von ihm verlangten 3000 M. eine Subvention von 2000 M. und ein einmaliger Baubeitrag von 300 M. zugebilligt. - Auf dem Grundstück Rosenstraße 2 und Heidereutergasse 4/5 sollen in dem neuen Gebäude mehrere Kommissionen untergebracht und ein Quellbad eingerichtet werden. Repr. Aron Hirsch empfiehlt die Ausführung der Entwürfe des Baumeisters Höniger. Der Empfehlung wird stattgegeben. — Die Einrichtung eines maschinellen Waschbetriebes im Hospital, die Anschaffung eines Flügels für die Lehrerbildungsanstalt und eines Klaviers für die Mädchenschule wird beschlossen. Zur Beratung einer Agenda für den Jugendgottesdienst nach altem Ritus wird eine aus den Herren Gust. Löwenberg, Rechtsanwalt Cohn, Prof. Blaschke und Aron Hirsch bestehende Kommission eingesetzt. — Es folgt eine geheime Sitzung. Die nächste öffentliche Sitzung soll kommenden Sonntag stattfinven. Wertin, 26. Juni. (Verband der deutschen Juden.) Das Komitee des Verbandes der deutschen Juden hat heute eine Sitzung gehalten, in der über verschiedene, demnächst in Angriff zu nehmende Aufgaben beraten wurde. Bei Erörterung der Schächtfrage wurde angeregt und beschlossen, dahin zu wirken, daß bei der bevorstehenden gesetzlichen Neuregelung des Schlachthauswesens eine Bestimmung eingeschaltet werde, die den gegenwärtigen unerhörten Zustand beseitigt, nach dem jede Kommune befugt ist, durch bie Schlachthausordnung das rituelle Schächten zu verbieten oder aus einem Umweg unmöglich zu machen. Die „politische Kommission" wurde mit der Aufgabe betraut, gegenüber dem in der Ausarbeitung begriffenen Gesetzentwurf, betreffend die Einrichtung konfessioneller Schulen, Stellung zu nehmen. Es handelt sich dabei darum, ob man auch für die Schaffung konfessioneller jüdischer Schulen eintreten solle. Bei der Beratung der Geschäftsordnung wurde dem Berliner Entwurf von den Frankfurter Ausschußmitgliedern lebhafte Opposition gemacht. Man einigte sich schließlich dahin, von einer detaillierten Geschäftsordnung überhaupt abzusehen und nur zu bestimmen, daß der provisorische Vorstand eine irgendwie geartete Entscheidung überhaupt nicht treffen dürfe, daß er sich auf Vorarbeiten beschränken müsse, jede Entscheidung aber von dem auf 60 Mitglieder erweiterten Ausschuß einzuholen habe. — Professor Martin Philippsohn, der den Vorsitz führte, will ihn niederlegen. Die Beschränkung der Vorstandsbefugnisse hat nicht seinen Beifall. Er will bloß nach eigenem Gefallen nichts tun, während es ihm widerstrebt, nichts tun zu dürfen. Werkt») 26. Juni. (Generalversammlung des Vereins „Esra".) Heut hat in Kassels Hotel hier unter lebhafter Beteiligung Berliner und auswärtiger Delegierten die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Vereins „Esra" stattgefunden. Der Vorsitzende Herr Moritz Dorn teilte in dem Bericht über das verflossene Geschäftsjahr mit, daß der Verein in 260 Gemeinden Deutschlands 4010 Mitglieder und Spender aufweist, die zusammen über 15 000 M. für die Zwecke des Vereins beigesteuert haben. Auch in diesem Jahr hat der „Esra" seine Tätigkeit hauptsächlich auf die transjordanische Kolonie Bne Jehuda konzentriert, deren Bevölkerung er auf 33 Familien zu bringen hofft. Eine solche große Kolonie würde ihre Gemeindeausgaben leichter bestreiten und auch den benachbarten Arabern mehr imponieren können. Herr Konsul Jul. Friedemann hob im Kassenbericht hervor, daß der Verein im Berichtsjahr den Verlust an Mitgliedern (durch Austritt und Todesfälle) durch Zuwachs in Breslau, Hamburg und anderen Orten reichlich ersetzen konnte. Neu hinzugekommen sind die sächsischen Gemeinden Dresden, Chemnitz und Annaberg. Herr Rechtsanwalt Dr. Sternfeld-Stettin bat um Zusendung von Rednern für die einzelnen größeren Lokal-Komitees. Herr Goldschmidt-Hamburg verlas ein längeres Referat des Vorsitzenden des Hamburger Lokal. Komitees Herrn Moritz S. Wolff über die Ursachen des Rückgangs des Vereins „Esra" während der beiden vorletzten Jahre. Ein Teil der Verantwortlichkeit dafür wird darin dem Zentral-Komitee zugeschoben, das nicht genügend agitiert habe; auch habe der Vorsitzende nicht überall rechtzeitig eingegriffen. Referent exemplifiziert auf einige Fälle und stellt zum Schluß eine Reihe von Anträgen. Dr. Sternfeldt beantragt, das Referat zu den Akten zu nehmen und die darin gestellten Anträge dem Zentralkomitee zur Prüfung zu überweisen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Es folgte eine lebhafte Debatte über das Hamburger Referat. Herr Dorn führte aus, daß die im Referat aufgestellten Behauptungen auf irrigen Voraussetzungen basierten und verwies in bezug auf den kleinen Rückgang in den Einnahmen des Vereins „Esra" auf die im Jahresbericht gemachten Angaben. Auch Herr Bambus verteidigte die Politik des Zentralkomitees, das zu einer Zeit, da die Kolonisation Palästinas die nunmehr glücklich überwundene Krisis durchmachte, sich abwartend ververhielt und keine lebhafte Agitation trieb. Die Unterstützung der Kolonien erfolge in sehr rationeller Weise, wenn der Verein „Esra" auch die Tatsache keinen Augenblick aus den Augen lasse, daß er ein Wohltätigkeitsverein sei, der von den Mitgliedern das Geld zu Unterstützungszwecken erhält. Herr Goldschmidt-Hamburg betont in seinem Schlußwort die gute Absicht der Hamburger Herrn. — Auf Antrag der Revisoren wurde dem Schatzmeister Decharge erteilt. Der Vorsitzende Herr Moritz Dorn und die anderen turnusmäßig ausscheidenden Vorstandsmitglieder Herren Rabbiner Dr. Eschelbacher, Dr. Hirsch Hildesheimer, Professor Dr. L. Landau und Dr. M. Sobernheimer wurden durch Akklamation wiedergewählt. London, 26. Juni. (Die Juden in Japan) In der letzten Ausgabe von „Jewish Chronicle" finden wir einige interessante Mitteilungen über die Juden in Japan. Es gibt dort nur an wenigen Plätzen organisierte jüdische Gemeinden. In der Stadt Kobe haben die aus ungefähr zwölf Familien bestehenden jüdischen Einwohner vor einigen Jahren den Bau einer Synagoge beabsichtigt, haben diesen Plan aber aus Mangel an Geldmitteln wieder aufgeben müssen. In Nagasaki besitzen die Juden eine sehr schöne Synagoge „Beth Israel", die vor neun Jahren von dem inzwischen verstorbenen R. H. Goldenberg begründet worden war. Dieser seit Jahren in Japan ansässig gewesene Jude hatte eine verwitwete Japanerin ge-

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