Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 18 (29.4.1904)
- Date
- 1904-04-29
- Page
- Seite 252 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 252 Israelitische Wochenschrift. Nr. 18. Halle, Kommerzienrat Kirchdörfer-München, L. Gumpertz, Prof. Dr. Maybaum und Joseph Fränkel-Berlin, sowie die Revisoren Oscar-Berlin, Heinrich Frankl und Oscar Rathenau durch Akklamation wiedergewählt. Indem wir dem segensreich wirkenden Verein auch ferner das beste Gedeihen wünschen, bemerken wir noch, daß etwaige Neumeldungen um Aufnahme von Zöglingen bis spätestens zum 1. Oktober einzureichen sind. Wertin, 25. April. (Sulzerfeier.) Die Jüdisch- Musikalische Vereinigung veranstaltet am Samstag, den 14. Mai, abends 9 Uhr, anläßlich der Zentenarfeier Salomon Sulzers im Saal des Vereins Berliner Musiker, Kaiser Wilhelmstr. 18 in, einen Sulzer-Lewandowski-Abend. Zur Aufführung gelangen nach einem erläuternden Vortrag Solo- und Chorgesänge beider Komponisten. Der Zutritt ist unentgeltlich. Aitehne, 24. April. (Gedenktafel.) Hier, in der Vaterstadt des verstorbenen Philosophen Moritz Lazarus, wurde vor einigen Tagen eine Gedenktafel für Lazarus an dessen Geburtshaus enthüllt, die folgende Inschrift trägt: „In diesem Hause wurde am 15. September 1824 der Begründer der Völkerpsychologie, Professor Dr. phil. Moritz Lazarus geboren. Gestorben am 13. April 1903 zu Meran." Königsberg r. H>r., 24. April. (Zur Lehrer-Pfingstversammlung.) Der Verein jüdischer Lehrer zu Königsberg i. Pr. erbietet sich, allen jüdischen Kollegen, die die Absicht haben, Pfingsten d. I. zur deutschen Lehrer-Versammlung nach Königsberg zu kommen, bei der Erlangung geeigneter Unterkunft und Verpflegung, wie in allen sonstigen Angelegenheiten nach Kräften zu Hilfe zu sein. Zuschriften in dieser Sache sind an die dem Festausschuß angehörenden Kollegen zu richten: Peritz (Neue Dammgasse 1) oder Samuel (Strohmarkt 5/6). Königsberg i. H>r., 27. April. (Jubiläum.) Am 1. Mai sind 25 Jahre vergangen, seitdem das amtliche Wirken des Oberkantors Birnbaum in hiesiger Gemeinde begonnen hat. Herr Birnbaum hat in allen Kreisen der Gemeinde und der übrigen Bevölkerung Liebe und Ansehen gewonnen. Er hat sein Amt jederzeit in vorbildlicher Weise versehen, seine Kunst bei jeder sich bietenden Gelegenheit gern und selbstlos in den Dienst der Wohltätigkeit gestellt. Auf dem Gebiet der Musikgeschichte ungewöhnlich bewundert, eine unbestrittene Autorität in der Geschichte der synagogalen Musik, ein gelehrter Kenner des ganzen weitschichtigen Feldes, das hiermit zusammenhängt, ist Birnbaum eine Zierde seines Berufs. Altenstein, 24. April. (Jahresversammlung der Religionslehrer Ostpreußens.) Am 11. und 12. Mai findet hier im Hotel „Deutsches Haus" die Jahresversammlung der jüdischen Religionslehrer Ostpreußens statt. Den Jahresbericht erstattet Mittwoch abend 7J/2 Uhr in der Generalversammlung der Vorsitzende Sturmann-Osterode, den Kassenbericht der Vereinskassierer Karo-Allenstein, über Verbandsfragen spricht Inspektor Peritz-Königsberg. Die Wahl von Delegierten zum 3. Lehrerverbandstag, die Beratung von Anträgen und allgemeinen Vereinsangelegenheiten (Normalkontrakt, Schulinspektion u. a.) machen den Beschluß des ersten Tages, nach dessen Erledigung gemütliches Beisammensein im Hotelsaal folgt. Am Donnerstag beginnt die öffentliche Versammlung in der Aula der höheren Mädchenschule um 10 Uhr vormittags mit Begrüßung und Gebet. Oberkantor Birnbaum-Königsberg hält die dem Andenken Sulzers gewidmete Festrede; Rabbiner Dr. Carlebach-Memel spricht über die Geschichte und den Lehrinhalt der Schmone essre; Samuel-Königsberg gibt eine Lehrprobe über birkas hatauro; Gutmann-Goldap hält einen Vortrag zur Festellung der Thesen für das Verbandsthema „Welche Gebiete aus der nachbiblischen Geschichte sind für die verschiedenen Schulsysteme vornehmlich auszuwählen?" den Beschluß macht das Referat von Peritz-Königsberg über neue Bücher. Um 111/2 Uhr unterbricht eine Frühstückspause die Beratungen, um 31/3 Uhr folgt ihnen gemeinsames Mittagessen. Mit der Versammlung ist eine Sulzer-Ausstellung verbunden. — Im Anschluß an die Lehrerversammlung findet am Donnerstag, 12. Mai, vormittags 9 Uhr, die Generalversammlung der ostpreußischen Pensionskasse statt. Auf der Tagesordnung sind: Bericht, Decharge, Wahlen, Anträge. Anmeldungen zur Versammlung werden bis zum 6. Mai an den Kollegen Karo- Allenstein erbeten. Die Teilnehmer der Versammlung erhalten alle gewohnten Vergünstigungen. Auch einige Freiquartiere stehen zur Verfügung. Meldungen dafür sind an Kollegen Karo- Allenstein zu richten Hotelzimmer sind mit 1,25 M. vereinbart. Arankfnrl a. W, 24. April. (Auszeichnung.) Der Direktor des Philanthropins Herr Dr.^Adler ist durch Verleihung des Roten Adlerordens ausgezeichnet worden. Mainz, 24. April. (Oberlehrer-Anstellung.) Das hessische Schulministerium hat abermals einen Beweis des Wohlwollens gegeben, das es dem jüdischen Lehrerstand entgegenbringt. Außer der jüngst erfolgten Anstellung von Schulamtsaspiranten jüdischen Glaubens an^ Volksschulen, hat es auch den seitherigen Religionslehrer der israelitischen Gemeinde, den tüchtigen und allgemein geschätzten Herrn S. Eschelbacher, einen Neffen des Berliner Rabbiners, definitiv als ordentlichen Lehrer an das Realgymnasium und die Oberrealschule hier berufen, wo ihm sofort ein Ordinariat übertragen wurde. Wien, 24. April. (Vorstandswahl) Bei der Neuwahl zum Vorstand der hiesigen jüdischen Gemeinde ist der bisherige Vizepräsident Dr. Alfred Stern einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt worden. Dr. Stern, der einer der vornehmsten Familien Wiens angehört, ist früher ein sehr bekannter und beliebter Advokat gewesen, hat aber seines vorgeschrittenen Alters wegen seine Praxis schon vor Jahren aufgegeben. Fünfzehn Jahre lang ist Dr. Stern einer der Stadtverordneten des Bezirks Leopoldstadt gewesen. Er ist jetzt 73 Jahr alt. Wien, 24. April. (Schluß der Palästina-Ausstellung.) Vor einem geladenen Publikum wurde am 18. d. M. die Palästina-Ausstellung mit einem Vortragsabend geschlossen, bei dem Herr Rabbiner Dr. Dawid das Referat über „Das Kolonisationswerk in Palästina und seine Bedeutung" übernommen hatte. Anwesend waren neben dem Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Herrn Dr. Alfred Stern, Herr k. k. Baurat W. Stiaßny mit Gemahlin, Herr Dr. Zins mit Gemahlin, ferner vom Aktions-Komitee die Herren Ing. Kremenecky und Gemahlin, Dr. Kahn, Dr. Kokesch, Frau Präsidentin Jda Diamant, weiter die Damen und Herren der Ehrenkomitees wie zahlreiche Vertreter der Presse. Herr Dr. Dawid verglich in seinem Vortrag die nun zu Ende gehende Ausstellung mit einem Buch. Wie man bei der Beendigung des Studiums eines Buches eine „Siumfeier" veranstaltet, so sei es auch angebracht, darüber nachzudenken, was die Ausstellung gezeigt hat. Der großartigste Erfolg dieser Exposition ist wohl der, daß sie den Beweis dafür erbracht und augenscheinlich dargelegt hat, daß der Fluch der Unfruchtbarkeit, der auf dem heiligen Lande angeblich zu lasten schien, ein Märchen sei. Im Gegenteil konnten wir beobachten, daß Palästina die Produkte aller Zonen auf einem Boden vereinigt. Um aber diese Produkte dem Boden abgewinnen zu können, dazu gehörten Menschen, die imstande waren, Begeisterung und Opferfreudigkeit auf dem Altar ihres Vaterlandes niederzulegen, und wenn die aus Rumänien und Rußland ausgewanderten Juden auf dem damals