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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1904-04-01 · 14 (1.4.1904) · p. Seite 196

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
14 (1.4.1904)
Date
1904-04-01
Page
Seite 196 (sequence 12)
Language
German
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Seite 196. Israelitische Wochenschrift. Nr. 14. Die Eröffnung des Sommer-Semesters findet am 19. April um 11 Uhr vormittags statt. — Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie die rite immatrikulierten Studierenden der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen teilnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem zeitigen Vorsitzenden des Lehrer-Kollegiums, Herrn Rabb. Prof. Dr. S. Maybaum, in seiner Wohnung, Hinter der katholischen Kirche 1, täglich (mit Ausnahme der Sabbate und jüdischen Festtage) von 11 — 12 Uhr. Wertin, 27. März. (Arbeiterkolonie Weißensee.) Heute fand im Bureau des D. I. G. B. Steglitzerstraße 85 die II. ordentliche Mitgliederversammlung des „Vereins jüdische Arbeiterkolonie und Asyl in Weißensee bei Berlin" statt. Für den erkrankten Vorsitzenden Herrn Maurermeister Adler, hatte der stellvertretende Vorsitzende, Herr Moritz Rosenow, die Leitung übernommen. Auf die Vorlesung des gedruckt vorliegenden Geschäftsberichts wurde verzichtet, seine Verbreitung als Propagandaschrift vielseitig gewünscht, da es gilt, die noch immer unzureichenden Einnahmen des im übrigen sehr populären Instituts zu erhöhen. Auf Grund des schriftlich vorliegenden Berichts der Revisionskommission wurde dem Schatzmeister Herrn Lustig Decharge erteilt und die bisherigen Mitglieder der Revisionskommission wiedergewählt. Eine Neuwahl des Vorstands war nicht erforderlich, da das dreijährige Mandat der bisherigen Mitglieder noch ein Jahr läuft. Freudig stimmte die Generalversammlung der durch den Vorstand erfolgten Ernennung des um den Verein hochverdienten Herrn Adler zum Ehrenmitglied des Vereins zu. Werkln, 27. März. (Verein für jüdische Krankenpflegerinnen.) In der heutigen ordentlichen XI. Generalversammlung des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen wurde der Rechenschaftsbericht entgegengenommen, der Voranschlag des Etats für das kommende Geschäftsjahr festgestellt und der ausscheidende Teil des Vorstandes einstimmig wiedergewählt. Der Verein hat in jedem Betracht Fortschritte gemacht und sich in seinem zehnjährigen Bestand wohl bewährt. Die Herren Professoren Israel und Lazarus wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Werkm, 27. März. (Fortbildungsverein Montefiore.) Der Israelitische Fortbildungsverein „Montefiore" hielt am vorigen Sonntag in seinem Vereinslokal, Dircksenstr. 46, die diesjährige Generalversammlung ab. Aus dem Bericht des Vorstandes ist hervorzuheben, daß die vom Verein veranstalteten Lehrkurse sich sehr lebhaften Besuches zu erfreuen hatten. Ebenso wurde die Bibliothek im abgelaufenen Jahr in höherem Maß als in den früheren benutzt, sodaß der Vorstand sich zu einer großen Zahl von Neuanschaffungen veranlaßt sah. Die Bibliothek, die nun etwa 800 Bände enthält, weist jetzt die besten Erzeugnisse auch der neueren jüdischen Literatur auf. — Die Kassenverhältnisse des Vereins haben sehr erfreuliche Fortschritte gemacht. An den Bericht des Vorstandes schloß sich eine sehr lebhafte Diskussion seitens der Mitglieder. — Die Versammlung wählte den bisherigen Vorstand wieder: Herrn Dr. N. Moses zum Vorsitzenden, die Herren Louis Lewy und Arthur Marcus zu Schriftführern, Herrn Hermann Keßler zum Kassierer und Herrn Arthur Wolff zum Bibliothekar. Der Verein versendet in dieser Woche an eine große Zahl jüdischer Gemeinden in Deutschland folgenden Aufruf: Wir nähern uns wieder der Zeit, in der Tausende von jungen Leuten die Schule verlassen und ins Leben hinaustreten. Ein großer Teil derselben ist gezwungen, einer vorteilhaften Ausbildung wegen sich nach Berlin zu wenden. So mancher Vater mag sich nur schweren Herzens hierzu entschließen, denn sehr oft und gar zu leicht gerät der unerfahrene Sohn in schlechte Gesellschaft und verfällt den Gefahren der Großstadt. Noch mehr ist dies bei dem jüdischen Vater der Fall, dem außerdem noch am Herzen liegt, daß sein Sohn auch in der Fremde den Traditionen des Elternhauses treu bleibt und sein Judentum nicht nur dem Namen nach, sondern auch in seinem Herzen bewahrt. Dieses Ziel zu erreichen hat sich unser Verein zur Aufgabe gemacht. Zu diesem Zwecke unterhält er ein eigenes Lokal, in dem allwöchentlich hervorragende Gelehrte Vorträge über die verschiedensten Gebiete jüdischen Wissens halten. Eine große, die besten Erzeugnisse der jüdischen Literatur enthaltende Bibliothek unterstützt diese Bestrebungen. — Doch, nicht nur sein Wiffen zu erweitern, findet der jüdische Jüngling hier Gelegenheit, auch für Geselligkeit im edelsten Sinne sorgt unser Verein in verschiedenartigster Weise. Hier findet jeder jüdische junge Mann stets Anschluß an gleichgesinnte Elemente, und dies bewahrt, was alte Erfahrung beweist, vor sittlichem Niedergang. Wir treten daher an alle jüdischen Väter, denen außer dem leiblichen auch das sittliche und geistige Wohl ihrer Söhne am Herzen liegt, mit der Bitte, ihre Söhne zu veranlassen, unseren Verein aufzusuchen. Jeder einzelne wird uns herzlich willkommen sein. Nähere Auskunft erteilen jederzeit bereitwilligst die Unterzeichneten: Dr. Ed. Biberfeld, Ehrenvorsitzender, Heidereutergasse 4. Dr. Nathan Moses, Vorsitzender, Post-Str. 19. Arthur Marcus, Landsberger Str. 55, I. Louis Lewy, August - Str. 84, II. Hermann Keßler, Flensburger Str. 19. Arthur Wolff, Alte Jakob-Str. 96. Werkm, 27. März. (Verein zur Musikpflege.) Dem Vorstand des Vereins zur Pflege hebräischer Musik gehören an die Herren Dr. Paul Rosenberg, Prof. Dr. Blaschke, Bureaudirektor Budwig, Louis Plonsker, Dr. Georg Loewenberg, Dr. Benno Müllerheim, Willibald Loewenthal, Kapellmeister Kellermann (musikalischer Leiter), sowie die Damen Frau Maurermeister Adler, Frau Plonsker, Frau Feig. Beitrittserklärungen für singende und nichtsingende Mitglieder (2 M. Eintrittsgebühr und 8 M. Jahresbeitrag) nehmen sämtliche Vorstandsmitglieder entgegen. Königsberg 1. Wr., 27. März. (Schulberichte.) Der Bericht über den im Schuljahr 1903/04 von Gemeindewegen erteilten Religionsunterricht, von dem Dirigenten Rabbiner Dr. Vogelstein erstattet, legt Zeugnis ab von fruchtbarem Bemühen auf dem wichtigsten Feld gemeindlicher Tätigkeit. Ueber 400 Kinder sind von einem 7 Mitglieder umfassenden Lehrerkollegium unterrichtet worden. Dem Bericht ist eine gedankenvolle Abhandlung des Rabbiners Dr. Felix Perles über das Gebot im Judentum voraufgeschickt. — Gleichzeitig ist der Bericht der Religionsschule der Adaß Jisroel erschienen, von Rabbiner Dr. Moritz Silberberg erstattet, der inzwischen in Schrimm in einen neuen Wirkungskreis getreten ist. Dem Bericht ist ein von Rabbiner Dr. Silberberg verfaßtes Vokabularium zum Mischnatraktat Baba mezia beigegeben. Insterburg, 27. März. (Vorstandseinführung.) Herr Amtsgerichtsrat Blumenfeld ist zum Vorsitzenden des Gemeindevorstands gewählt worden. Am vergangenen Sonntag fand die Amtseinführung nach Ansprachen des Herrn Vorstehers Eloesser und des Herrn Rabbiners Dr. Beermann statt. — Der Neubau oder eine Erweiterung der Synagoge ist in Aus-

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