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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1904-03-25 · 13 (25.3.1904) · p. Seite 181

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
13 (25.3.1904)
Date
1904-03-25
Page
Seite 181 (sequence 14)
Language
German
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Nr. 13. Israelitische Wochenschrift. Seite 181. Regel der Vorstand zur Präsentation aufgefordert werde, daß aber die städtischen Schulen ein solches Recht nicht anzuerkennen geneigt seien, wohl aber zuweilen sich etwaigen Vorschlägen gegenüber entgegenkommend verhielten. Bei Privatanstalten wolle der Vorstand den Versuch machen, bei neuen Anstellungen Einfluß zu nehmen. Was die Anstellung eines Schulinspektors betrifft, so sei der Vorstand schon lange bemüht, diese überaus schwierige Frage in Fluß zu bringen. Es handle sich da um langwierige Verhandlungen mit den Behörden wegen Zulassung der Inspektion bei den einzelnen Anstalten. Diese Verhandlungen würden lebhaft gefördert, und der Vorstand hoffe, im nächsten Jahre der Versammlung eine bestimmte Vorlage u dieser Frage machen zu können. Herr Professor Blaschke steh j dieser Auskunft etwas pessimistisch gegenüber und spricht sei" Bedauern darüber aus, daß dem Vorstand über die Teilnahm an dem Religionsunterricht keine Listen mehr zugegangen seien, die stets eine Fülle fruchtbarer Anregungen gegeben hätten- Bei dem Etat für die Mädchenschule ist noch hervorzuheben, daß die ursprüngliche Absicht, die Fortbildungskurse eingehen zu lassen und statt dessen als Beihilfe zum Schulgeld für den Besuch der Handelsschule der Aeltesten der Kaufmannschaft M. 1000 einzustellen, aufgegeben wurde und der Betrag von M. 3400 für die Fortführung der Fortbildungsklaffe wieder eingestellt worden ist, einmal weil schon zahlreiche Anmeldungen vorliegen, andererseits weil die Schülerinnen der Kurse der Aeltesten gezwungen wären, am Sabbat zu schreiben. -- Der Etat der Armen-Anstalten, für den die Gemeinde insgesamt einen Zuschuß von 347 577,50 M. pro 1904/05 350 077,50 „ „ 1905/06 352 577,50 „ „ 1906/07 leistet, wird ohne Debatte genehmigt. Es entfallen davon auf die Armenkommission allein im Durchschnitt 90 000 M., wozu deren Einnahmen mit 81 000 M. kommen und Gesamtausgaben von 171 000 M. ergeben. Die Waisenkommission beansprucht 48 000 M., das Reichenheimsche Waisenhaus 38 575,50 M., das II. Waisenhaus in Pankow 43 172 M. Die Zuschüffe für Krankenhaus, Hospital und Altersversorgungsanstalt werden ohne Nennung von Ziffern genehmigt, weil der Referent dafür, Herr Löwenberg, nicht zugegen ist. Für die Kommission zur Beschaffung des Koscherfleisches werden 18450 M. genehmigt. Auf eine Anfrage des Herrn Weinberg setzt Herr Jacoby zu diesem Punkte auseinander, daß die Abgabe der Koscherfleischhändler an die Gemeinde etwa 3^—23/4 Pf. pro Pfund beträgt; also trage diese geringe Abgabe, die übrigens in vielen Fällen noch niedergeschlagen werde, keineswegs zur Verteuerung des Koscherfleisches bei, wie es die betreffenden Schlächter zu verbreiten ein Interesse hätten. — Für die Quellbad-Verwaltung werden 3896 M. bereitgestellt. Die Friedhofskommission erfordert keinen Zuschuß. — Zum Titel Baukommission ist seitens des Herrn Professor Blaschke der Antrag eingebracht, 35 000 M. für den Bau einer Orgel in der Synagoge Rykestraße bereitzustellen. Ueber die Zulässigkeit dieses Antrages an sich — da die Anschaffung der Orgel ja abgelehnt sei — und über dessen Zugehörigkeit zu dieser Position wird hin und her diskutiert und schließlich verneint die Majorität diese Zugehörigkeit und bewilligt nur die zu diesem Titel geforderten 54 300 M. — Ohne jede Debatte werden nun noch folgende Positionen genehmigt: Bibliothek-Kommission. 14 200 M. Dispositionsfonds. 7 500 „ pro Jahr Reservefonds.16 000 „ Subventionen (womit der Vorschlag des Vorstandes noch um 4000 M. überschritten wird). 97 000 M. für Bureauzwecke, inkl. Bibliothek . 21 100 „ für Wahlkoften im Jahre 1904/05 . 10 000 „ für Inserate. 3 000 „ für Reparaturen an Grundstücken. . 13 000 „ für Bekleidung der Boten .... 2 500 „ Alle übrigen Positionen sollen in geheimer Sitzung erledigt werden, die am Sonntag, den 37. er., stattfinden wird. Daran dürfte sich dann auch die zweite Lesung schließen. Werlin, 20. März. (Die Toynbee-Halle.) Wir erhalten nachstehende Zuschrift: . Berlin, 19. März 1904. Sehr geehrter Herr Redakteur! Ihre Mitteilung vom 13. März, die Errichtung einer Toynbee-Halle betr., bedarf der Ergänzung und Richtigstellung. Die in England von dem Philanthropen Arnold Toynbee eingeführte Veranstaltung von Abenden, an welchen Vorträge, gesellige Unterhaltung und leibliche Erfrischung denjenigen geboten werden sollen, die sonstigen Vereinigungen dieser Art ferne stehen und ihrer am meisten bedürfen, ist in Wien durch Professor Leo Kellner, den Bedürfnissen unserer jüdischen Glaubensgenossen entsprechend, eingerichtet worden. Es hat diese Einrichtung sich dort vortrefflich bewährt, alleinstehenden Männern und Frauen, jungen Kaufleuten, Handwerkern und Arbeitern jeglicher Art nach des Tages Mühen und Sorgen eine freundliche Stätte der Erholung und geistigen Anregung geboten. Sie ist sodann noch in mehreren anderen Städten nachgeahmt und auch hier als eine Wohltat und ein Segen für weite Kreise unserer jüdischen Bevölkerung erkannt worden. Nach mehrfachen Anregungen in den Bnei-Brith-Logen hier und nach einem die seitherigen Erfolge der Sache eingehend darlegenden Vortrag des Profeffor Kellner hat sich aus jenen ein Komitee gebildet, das den Plan ins Leben führen soll und dazu, insbesondere zur ersten Einrichtung, mit den nötigen Mitteln von den Loge» in opferwilligster Weise ausgestattet wurde. Die eifrige Tätigkeit, die entfaltet wird und die Liebe zur Sache, die alle seine Mitglieder erfüllt, läßt eine die verschiedensten Kreise befriedigende Wirksamkeit des neuen Unternehmens erhoffen. Rabbiner Dr. I. Eschelbacher. Werlin. 30. März. (Jüdische Lesehalle.) Zahlreichen Wünschen ihrer Besucher entsprechend, wird die jüdische Lesehalle und Bibliothek, Oranienburgerstraße 28, vom 1. April ab am Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 1 — 5 Uhr nachmittags, Samstag und Sonntag von 11 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags, außerdem Dienstag, Samstag und Sonntag von 7 bis 10 Uhr abends geöffnet sein. — Das ist eine sehr erfreuliche Neuerung. Werli«, 30. März. (Verein für jüdische Krankenpflegerinnen.) Am 27. d. M., vormittags 11^/z Uhr, hält der Verein für jüdische Krankenpflegerinnen im Saal des Brüdervereins Unter den Linden 4 a die ordentliche XI. General» Versammlung ab. Auf der Tagesordnung steht der Jahresbericht für 1903, der Bericht der Kassenrevisoren, die Vorstands-Ergänzungswahl, die Wahl von drei Kaffenrevisoren, die Etatsfestsetzung für 1904, und die Besprechung von Vereinsangelegenheiten. Der Etatsentwurf balanziert mit 54 700 M. Unter den Einnahmen sind 25 500 M. Pflegehonorare und 7000 M. Verpflegungsbeiträge für die für auswärtige Rechnung auszubildenden Schülerinnen vorgesehen. An Gehältern der Schwestern find 18 000 M., an Beköstigung 16 200 M. aus-

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