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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1903-12-25 · 52 (25.12.1903) · p. Seite 736

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
52 (25.12.1903)
Date
1903-12-25
Page
Seite 736 (sequence 6)
Language
German
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Seite 736. Israelitische Wochenschrift. Nr. 52 Geduld, sondern auch ein warmes Herz für die gesamte Judenschaft. (Lebhafte Zustimmung.) Herr Dr. Zins spricht dem Vorsitzenden für die Leitung der Versammlung und dem Verein für seine gesamte Tätigkeit den Dank aus. (Allgemeine Zustimmung.) Das Skrutinium ergab folgende Wahlresultate: In die Vereinsleitung wurden gewählt die Herren: Doktor Max Böhm, Mähr.-Ostrau; Dr. M. Hammerschlag, Prag; Dr. Wilhelm Hersch, Wien; S. Edler v. Horowitz, Lemberg; Dr. Joseph Jerusalem, Wien; Gottlieb Lederer, Wien; kais. Rat Dr. Theod. Lieben, Wien; Dr. Wilhelm Pappenheim, Wien; Dr. Alois Pollak, Wien; David Rotter, Wien; Ludwig Samek, Wien. In den Aufsichtsrat wurden gewählt die Herren: Julius Granichstädten, Wien; kais. Rat Moritz Hirsch, Wien; Dr. Leopold Kohn, Wien; Dr. Gustav Langstein, Wien; Ferdinand Löwy, Wien; Wilhelm Pappenheim, Wien; Dr. Isidor Samuely, Wien. In das Schiedsgericht wurden gewählt die Herren: Wilhelm Anninger, kaiserl. Rat, Wien; Dr. Julius Bermann, Wien; Dr. Moritz Güdemann, Oberrabbiner, Wien; Dr. Alois Klemperer, Wien; Heinrich Klinger, kaiserl. Rat, Wien; Isidor Popper jun., Wien; Leopold Sachs, kaiserl. Rat, Wien; Julius Wolf, Wien; Josef Zucker, Wien. Schluß der Sitzung 7 Uhr. Literarisches. Jüdische Schriften. Von M. de Jon ge. Verlag von Hugo Schildberger, Berlin N.W. Geborener Jude, Apostat, Antisemitenhäuptling, Renegat des Christentums, Zionist, Hyper-Zionist. Das sind die Stadien in dem Entwickelungsgang des Verfassers, der wiederholt unsympathisches Aufsehen erregte. Er hat alle erdenklichen Wandlungen durchgemacht und nach jeder einzelnen sich als den Besitzer der einzigen Heilswahrheit ausgegeben. Sein krankhaftes Streben äußert sich jetzt literarisch. Drei Schriftchen von ihm liegen bereits vor, zehn andere verspricht er binnen Jahresfrist zu liefern. So viele sind, selbst für den vorsichtigsten Diagnostiker, gar nicht nötig. Den beiden ersten Schriften ist ein identischer „Anhang" angefügt, aus dem wir ersehen, daß der Verfasser „bedingungsweise" zum Judentum zurückkehren wollte, daß man ihm aber die Wiederaufnahme bedingungslos versagte. Er wundert sich darüber. Das Judentum ist doch kein Lazarett! Wilder aus der Vergangenheit der jüdischen Heweinde Mainz. Von Rabbiner Dr. Siegmund Salfeld. Verlag von I. Kauffmann in Frankfurt a. M. Preis 3 M. Anläßlich der Fünfzigjahrfeier der Hauptsynagoge zu Mainz ist die vorliegende Schrift als stattliche und willkommene Festgabe erschienen. Der Verfasser bezeichnet sie im Vorwort als den Vorbericht einer größeren wissenschaftlichen Arbeit, die er unter dem Titel „Beiträge zur Geschichte der Juden im Erzbistum Mainz" herauszugeben gedenkt, und die „hauptsächlich die Bevölkerungsstatistik, die wirtschaftliche Lage, das Gemeindewesen, das Rabbinat und die kurfürstlichen Verordnungen behandeln, die noch unverwerteten Geschichtsquellen erschließen und eine objektive Darstellung der Mainzer jüdischen Geschichte ermöglichen sollen". — Wir haben wiederholt Gelegenheit genommen, auf das Verdienstliche solcher Monographien hinzuweisen. Auch die hier dar gebotene Arbeit ist ein erfreulicher Beitrag für das große Werk einer Geschichte der Juden in Deutschland, die alles Material in sich aufnehmen wird, das von dem Fleiß vieler zusammengebracht worden. Hedanken eines deutschen Kdelmannes üver die Iudenfrage. Von Alexander Freiherr Pawel-Rammingen. Verlag von Herrmann Walter, G. m. b. H., Berlin. Preis 1 M. Der Verfasser sagt seine aufrichtige Meinung und zeigt subjektiven Gerechtigkeitssinn. Doch die objektive Gerechtigkeit fehlt, da er von den Juden verlangt, daß sie ohne Mängel und durchaus vorbildlich seien, und aus der Nichterfüllung dieses Verlangens Vorwürfe gegen die Juden herleitet. Sind denn die Christen gar so tadellos und mustergiltig? Ist es nicht unbillig, bei einem Bevölkerungsausschnitt als schuldige Leistung ein Mindestmaß an Tugenden zu fordern, das die Mehrheit zu prästieren weit entfernt ist? Der Verfasser sagt den Juden eine Reihe von Fehlern nach. Ohne Zweifel haben viele unter uns die aufgezählten und noch andere Fehler. Wir meinen aber, der Verfasser wird sie bei seinen Glaubensgenossen nicht minder finden; sie sind eben menschliche, nicht jüdische Fehler. Daß der Verfasser sagt, daß „das Judentum bei uns so gut wie noch keine Geschichte, gar keine Vergangenheit hat, daß an den Großtaten unsere Väter und Voreltern wie überhaupt kein Jude ruhmvollen Anteil hatte", verzeihen wir ihm; denn er sagt es nur, weil er es nicht besser weiß. Er könnte sich aber unschwer darüber belehreu, daß die Großtaten, auf die er sich stolz beruft, zumeist nicht die der „Väter und Voreltern", sondern die von Adoptiv-Ahnen, richtiger ausgedrückt: die von arrogierten Ahnen gewesen sind, und daß wir deutschen Juden deutschen Patriotismus unter einer Belastungsprobe bewährt haben und zu bewähren fortfahren, die kein anderer deutscher Bevölkerungsteil, weder Fürst noch Adel noch Bürgerschaft, je auszuhalten hatte oder je ausgehalten hätte. Israel und die Welt in Jesaja 4V - 45. Ein Beitrag zur Ebed-Jahwe-Frage. Von Henri Roy. Verlag von Friedrich Jansa in Leipzig. Preis 3 M. Die hier genannte Abhandlung ist eine Beigabe zum Bericht des theologischen Seminariums der Brüdergemeinde in Gnadenfeld. Eine geistvolle gelehrte Arbeit, die ansprechend ist auch für den, der ihren Ausführungen nicht zuzustimmen vermag. Auffassungen und Deutungen weichen von den unseren nicht eben selten ab; doch mag man sich gern über einen Gegenstand mit dem unterhalten, der ihn, wenngleich in anderer Art, doch gleichfalls von Herzen verehrt. nzbw nnss Glaviguta Salomonis. A hebrew manuscript, newly discovered and now described by Hermann Gollancz. Verlag von I. Kauffmann in Frank, furt a. M. Preis 1,50 M. Wer an Mystizismus Geschmack hat, findet hier Speise; wer Geistesgymnastik liebt, hier kann er sie üben. Der Schlüssel Salomonis ist zu manchen Dingen gut. Unlösbare Kesseln. Eine Erzählung aus dem jüdischen Leben der Gegenwart. Von Gotthard Deutsch. Verlag von I. Kauffmann in Frankfurt a. M. Preis 4 M. Wir sind dem Verfasser schon einmal begegnet. „Andere Zeiten" hieß das Buch, das er vor Jahren herausgegeben hat, und das ausgezeichnet war, soweit es sich mit dem intimen Leben einer kleinen jüdischen Gemeinde beschäftigte. Der Roman war die schwächere Seite des Buchs. In meinen Augen ist das ein Vorzug. Die neue Erzählung zeigt die Kunst des Erzählers auf der unverändert gleichen Höhe. Das Romanhafte hat er völlig in den Hintergrund geschoben. Die Sach-

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