Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 51 (19.12.1902)
- Date
- 1902-12-19
- Page
- Seite 796 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- IRI
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Seite 796. Israelitische Wochenschrift. Nr. 61. Vor allen Priestern und Leviten sprach Zum ganzen Volke Mose also weiter: „Vernimm in Schweigen, Israel! Du bist Am heutgen Tag zum Gottesvolk geworden Dem Herrn! So höre nun auf Gottes Stimme Und übe jede Satzung deines Herrn, Die Pflichten alle, die ich heut gebiete!" Und Mose wandte wieder sich zum Volke: „Wenn ihr den Jarden überschritten habt, So stellen Simeon und Levi, Juda, Jissachar, Joseph, Benjamin sich auf Den Berg Gerisim, um das Volk zu segnen. Röuben, Gad und Aster, Dan, Sebulon Und Naphtali stehn auf dem Berge Ebel, Zum Fluch bereit. Dann ruft mit lauter Stimme, Ihr Söhne Levi, jedem Mann im Volke!" Chor der Leviten: Verflucht der Mann, der an geheimer Stätte Ein Bildnis meißelt oder gießt, dem Herrn Ein Gräuel, und das Kunstwerk aufftellt! Volk: Amen! Chor der Leviten: Verflucht, wer seine Eltern schmähet! Volk: Amen! Chor der Leviten: Verflucht, wer an den Grenzstein tastet! Volk: Amen! Chor der Leviten: Verflucht, wer Blinde irreleitet! Volk: Amen! Chor der Leviten: Verflucht, wer nicht das Recht des Fremden achtet, Das Recht der Waisen, Witwen schmälert! Volk: Amen! Chor der Leviten: Verflucht, wer seines Vaters Weib berührt — Er hat entweiht des Vaters Lager —! Volk: Amen! Chor der Leviten: Verflucht, wer sich dem Vieh gesellet! Volk: Amen! Chor der Leviten! Verflucht, wer seines Vaters Tochter sich, Wer sich der Mutter Tochter gattet! Volk: Amen! Chor der Levilen: Verflucht, wer Weibes Mutter anrührt! Volk: Amen! Chor der Leviten: Verflucht, wer heimlich Mord verübt hat! Volk: Amen! Chor der Leviten: Verflucht, wer sich bestechen läßt, das Blut Unschuldger Seelen zu vergießen! Volk: Amen! Chor der Leviten: Verflucht, wer diese Satzungen nicht achtet Und nicht nach ihnen treulich handelt! Volk: Amen! Mose: Wenn ihr dem Ewgen, eurem Gott, gehorcht Und treu erfüllt, was er durch mich befohlen Am heutgen Tag, so wird der Herr, eur Gott, Euch heben über alle Erdenvölker, So wird der reichste Segen euch zu teil Als Lohn dafür, daß ihr dem Herrn gehorsamt: Gesegnet seid ihr ihm in Stadt und Feld, Gesegnet ist die Frucht des eignen Leibes Und eures Bodens sowie eures Viehs, Gesegnet ist der Rinderzucht Gedeihn, Gesegnet eurer Schafe reiche Mehrung. Auf Korb und Backtrog träuft euch üppger Segen, Gesegnet ist eur Kommen, euer Gehn. Erstehen Feinde wieder euch — geschlagen Giebt sie der ewge Gott in eure Hand. Auf einem Wege rücken sie heran. Und fliehn vor euch, zerstreut, auf sieben Wegen. In eure Vorratskammern schickt der Herr, Auf eurer Hände Werke alle, Segen; Er segnet euch im Land, das er euch schenkt. Bestätgend weiht euch Gott zu seinem Volk, Wie er verheißen, wenn ihr pflichtgetreu Auf seinen Wegen wandelt, ihm gehorsamt. Dann werden alle Erdenvölker sehn, Daß Gottes Name über euch genannt ist, Und scheu euch fürchten. Reichen wird der Herr Euch Ueberfluß zum Guten, Leibesfrucht, Der Herden Mehrung und der Ernte Fülle 'Im Lande, das den Vätern Gott verheißen. Es wird der Herr den Gnadonschatz euch öffnen: Daß euch der Himmel Regen giebt zur Zeit, Daß all eur Händewerk gesegnet sei, Daß ihr an viele Völker leihen werdet, Ihr selber aber Leihens nicht bedürft. Zum Haupt macht euch der Herr und nicht zum Schweif, Nur steigen werdet ihr, nicht rückwärts gehn. So lang ihr Gottes, eures Herrn, Gebote Beachtet, die ich eurer Hut befehle Am heutgen Tag, daß ihr sie treulich übt. Von allem, was ich heute euch geheißen, Sollt ihr nach rechts nicht weichen noch nach links. Und nie euch andern Göttern betend beugen! Doch wenn ihr eurem Gotte nicht gehorcht. Nicht treu erfüllt, was er am heutgen Tag Durch mich geordnet und befohlen hat, So werden schwere Flüche euch erreichen: Verflucht seid ihr vor ihm in Stadt und Feld, Auf Korb und Backtrog legt sich grimmer Fluch, Verflucht ist eures eignen Leibes Frucht Und eures Bodens, eure Rinderzucht