Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 12 (21.3.1902)
- Date
- 1902-03-21
- Page
- Seite 183 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 12. Israelitische Wochenschrift. Seite 183. Und wenn noch nach Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden Gesänge, denen der Stempel der Klassicität ausgedrückt ist und wozu wir auch unstreitig die Psalmen rechnen müssen, die Hallen und Säle der Kirchen und Bethäuser durchfluten werden, so wird man sicherlich derer in Dankbarkeit und Liebe gedenken, deren hohem Geist all diese wunderbaren Dichtungen entsprungen waren, wie nicht minder derer, die sie dem Empfinden der Andersgläubigen nahgebracht haben. G. Bieneck. Dir Minen. Uebersetzt von M. A. K. (Nachdruck verboten.) 136. Danket dem Herrn, denn er ist gütig — ewig währt seine Huld — Danket dem höchsten Gott — ewig währt seine Huld — Danket dem Herrn aller Herren — ewig währt seine Huld — Dem einzigen Wunderthäter — ewig währt seine Huld — Der den Himmel mit Weisheit gebildet — ewig währt seine Huld — Der das Festland über die Flut gespannt — ewig währt seine Huld — Der die großen Himmelslichter geschaffen — ewig währt seine Huld Die Sonne, am Tag zu herrschen — ewig währt seine Huld — Den Mond und die Sterne zur Herrschaft bei Nacht — ewig währt seine Huld — Der die Egypter an ihrer Erstgeburt geschlagen — ewig währt seine Huld — Der Israel aus ihrer Mitte geführt — ewig währt seine Huld — Mit starker Hand, mit gestreckten! Arm — ewig währt seine Huld — Der das Schilfmeer geteilt — ewig währt seine Huld — Der Israel hindurchgeleitet — ewig währt seine Huld — Der Pharo und sein Heer in das Schilfmeer gestoßen — ewig währt seine Huld — Der sein Volk durch die Wüste geführt — ewig währt seine Huld - Der große Könige geschlagen — ewig währt seine Huld — Mächtige Könige umgebracht — ewig währt seine Huld — Den Emoriterkönig Sichon — ewig währt seine Huld — Den König von Basan — ewig währt seine Huld — Der ihr Land uns als Erbteil gegeben — ewig währt seine Huld — Als Erbteil für seinen Knecht Israel » ewig währt seine Huld - Der in unserm Ungemach unser gedacht hat — ewig währt seine Huld — Der uns von unsern Feinden befreit hat — ewig währt seine Huld — Der Nahrung giebt allem Lebenden — ewig währt seine Huld — Danket dem Herrn des Himmels! — ewig währt seine Huld. 137. Wir saßen an Babels Flüssen Und dachten in Thränen dumpf An Zion, unsere Harfen Lehnten am Weidenstumps. Da sprachen die Kerkermeister: „Nun zeigt ein froh Gesicht, „Singt uns ein lustig Liedlein, „Von Zion ein Gedicht!" Uns ziemen nicht Feierklänge, Da wir von Zion verbannt, Uns ziemt nicht, Gottes Gesänge Anstimmen im fremden Land. Mich soll meine Rechte vergessen, Vergesse ich, Zion, dein! Am Gaumen klebe die Zunge, Bist du meine Lust nicht allein! Herr, denk es den Söhnen Edom, Daß sie am Trauertag In Schadenfreude gejubelt, Weil Zion am Boden lag! Weh dir, du Tochter Babel! Den heb ich auf den Schild, Der rächend dich zerstöret Und dir mein Leid vergilt!. Der Feind soll dich verderben, Zerschmettern deine Brut, Es komme über Edom Mein Jammer und mein Blut! # 138. Von David. Ich preise dich mit meinem ganzen Herzen Und Lobgesänge bring ich dar. Ich bücke mich vor deinem Heiligtume, Und singen will ich am Altar Von deinem Namen, deiner Treu und Gnade. Du hast, o Herr, dein Wort erfüllt Und tausendfach hast du es überboten. Als ich dich ries, warst du mein Schild. Du stärktest mich, gabst neue Kraft der Seele. Dir werden sich in Demut beugen Die Erdenkönge alle, wenn sie hören, Was du gethan, sich huldgend neigen; Sie werden rühmen deine Herrlichkeiten. So hoch du bist — du siehst, was eben. Erkennst den Hochmut schon aus weiter Ferne. Du wirst in Drangsal mich beleben. Du streckst die Rechte wider meine Feinde, Du hilfst mir gegen ihren Zorn. Du wirst zu gutem Ende alles führen. Und ewig fließt dein Gnadenborn.