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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1902-02-14 · Beilage der Israelitischen Wochenschrift Nr. 2 (1902) · p. Seite 13

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
Beilage der Israelitischen Wochenschrift Nr. 2 (1902)
Date
1902-02-14
Page
Seite 13 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2. Israelitische Wochenschrift. Seite 13. Was dein Gebot mich heißt, das will ich lieben. Ich harre dessen, was du mir bereiten Gewollt; das ist mein Lebenstrost geblieben. Mich richtet deine ewge Satzung aus. Es kann des Hochmuts Spott mich nicht betrüben. Doch Zornesglut ersaßt mich, wenn zu Hanf Die Frevler eilen, deinen Dienst verlassen. Gesang ist mir dein Wort, so lang der Lauf Des Lebens währt. Mit innigem Erfassen Gedenk ich deines Namens nachts; mein Teil Und Stolz bist du, mein Schatz bis zum Erblassen. Ich fleh zu dir: schenk mir der Gnade Heil Nach deinem Wort. Ich bin dir zugewandt, Aus deinem Wege in beftändger Eil. Ist auch des Frevlers Fallstrick ausgespannt — Ich werde deine Lehre nicht vergessen. Um Mitternacht erheb ich meine Hand, Dir Dank zu spenden, reich und ungemessen. Wer gottesfürchtig ist und deinem Worte Gehorsamt, ist mein Bruder. Ewger, dessen Erbarmen reicht bis an des Himmels Pforten, Belehre mich, thu Gutes deinem Knecht. Mit Einsicht und Erkenntnis hier und dorten Erfülle mich; bei dir wohnt alles Recht. Du hast zur Wahrheit mich durch Leid geführt. Wenn wider mich die Lüge sich erfrecht — Du warst die Güte selbst, und tief gerührt Hab ich nach deiner Satzung mich gerichtet, Gehorsam zollend, wie er dir gebührt. Du hast in harter Prüfung mich gesichtet Von denen, deren Herz gefühllos schlägt. Mehr gilt dein Wort mir, Herr, als aufgeschichtet Der Goldschatz, den der Erde Jnnres hegt. Du beugtest mich, es war zu meinem Heile, Du schufest mich, du hast in mich gelegt Der Einsicht Gabe; mit der Satzung Seile Hast du dich mir verknüpft. Die Frommen freuen Sich meines Gottvertrauns. Der Trübsal Pfeile Sie trafen mich, den Glauben zu erneuen. Nun tröste mich dein gnädiges Erbarmen; Die ohne Grund mich quälten, mach bereuen, Durch dein Gesetz, o Herr, laß mich erwärmen. Kommt zu mir alle, die ihr Gott verehret! Mein Herz ist Gottes, er erhört den Armen. Wenn meine Seele sich nach ihm verzehret, Mein Aug nach einem Trofteszeichen schmachtet, Mein Leib vor Sehnen schwindet, Rat begehret Und bangend fragt: Wie lang mein Schicksal nachtet? Wann wird des Frevlers Uebermut gesühnet. Der mich verfolgt und dein Gesetz verachtet? - Dann hilfst du gegen die, die sich erkühnet. Mir grundlos nachgeftellt. Fast lag ich nieder Und war dahin; doch dir Hab ich gedienet. Daß ich dir weiter folge treu und bieder, Belebe mich mit deiner Gnade Gaben. Was du gesprochen, klinget ewig wider, Dein Wort ist wie der Himmel selbst erhaben. Und wandellos, so wie dein Werk, die Erde. Herr, dein ist alles. Könnt ich mich nicht laben An dir, erdrückte Leid mick und Beschwerde. Ich forsch in deiner Lehre unabwendlich; Naht auch der Frevler mir mit L)rohgeberde, So Hab ich deiner Wunder Acht?-Unendlich Ist einzig dein Gebot, nichts sonst vollkommen. Wie bin für deine Lehre ich erkenntlich! Viel weiser bin ich, seit ich sie vernommen, Als meine Feinde. Uebertreffen kann ich An Einsicht Greise, Lehrer selbst, die Frommen, Betrachtend deine Zeichen. Böses bann ich Von meinem Fuß, um deines Rechtes willen. Dein Wort ist süßer mir denn Honig; sann ich Ihm nach, so blühte mir Erkenntnis. Stillen Will ich den Wissensdurst. Die Lüge meiden Lehrt dein Gebot; das will ich treu erfüllen. Dein Wort ist Leuchte meinem Pfad. Nach Leiden Belebe mich; und wenn ich vor dich trete, Bereit, alsbald aus dieser Welt Ausscheiden, So hör mit Wohlgefallen, was ich bete. Ob mir der Frevler Schlingen legt — ich preise Nur dein Gebot; das bildet meine stete Entzückung, der mein Herz gehört. Die Weise Der Unbeständgen ist mir tief verhaßt; Du bist mir Schirm und Schild, in dessen Kreise Ich still verharre. All ihr Frevler, laßt. Laßt ab von mir, daß ich des Herrn Befehle Erfülle! Herr, die feste Hoffnung hast Du eingepflanzt, nun hilf du meiner Seele, Nun unterstütze, mach mich nicht zu Schanden! Was Hilsts, daß einer dir sein Thun verhehle? Du kennst sein Herz, und nur Verachtung fanden, Die deinen Weg verließen. Wie die Schlacken Verwirfst die Frevler du in allen Landen. Drum lieb ich dich. Ob mich auch Aengste packen. Mit Schrecken mich erfüllet dein Gericht — Du bietest nicht dem Feinde meinen Nacken; Denn Recht und Redlichkeit verschmäht ich nicht. Sei du mein Bürge, laß nicht unterdrücken Die Frechen deinen Knecht. Soll mein Gesicht Umsonst nach deiner Hilfe sehnend blicken? Verfahre du mit mir nach deiner Milde Und lehr mich dein Gesetz. Mich soll beglücken Erkenntnis Gottes. Mehr als Goldgebilde Gilt Gottes Wort mir. Nach ihm will ich leben, Die Lüge meiden unter Gottes Schilde, In seinen Wegen unverbrüchlich streben. Dein Zeugnis wahre ich, das wunderbare. Der Einfalt selber wird es Einsicht geben. Verlangend lechzt mein Mund; o Herr, willfahre Nach deiner Gnade deiner Frommen Bitte: Vor Unrechts Herrschaft liebend mich bewahre, Aus deinem Pfad beseftge meine Schritte, Erlöse mich vom Druck, dein Antlitz leuchte Belehrend deinem Knecht zu frommer Sitte! Auf Frevler blickt mein Aug, das thränenseuchte,

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