Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- Beilage der Israelitischen Wochenschrift Nr. 2 (1902)
- Date
- 1902-02-14
- Page
- Seite 12 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/5369809-9607691-9605652-9732487--8485-9605714- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 12. Israelitische Wochenschrift. Nr. 2. Ich baue nicht auf Fürstengunst; Gott ist mit mir — zu leerem Dunst Wird aller Hasser Drohen. Und drängen sie mich noch so sehr. Wird ihre Zahl wie Sand am Meer, Ob sie gleich Feuer lohen, Wie Bienenschwärme mich umziehn — Gott ist mit mir — sie müssen fliehn! Und will Gewalt und Niedertracht Mich ganz zu Boden strecken — Gott ist mit mir und seine Macht, Ec wendet ab, was sie erdacht. Er läßt mich nicht erschrecken. Gott ist mit mir, er ist mein Teil, Mein Helfer, Schirm und Schutz und Heil, Ihn will ich ewig preisen. Wo Fromme wohnen, tönt der Sang Vom Siege, den das Recht errang. In hellen Jubelweisen. Die Rechte Gottes schirmt das Recht, Sie siegt in jeglichem Gefecht, Sie ist unüberwindlich. Der Herr bannt von mir frühen Tod, Er rettet mich aus jeder Not, Ihn preis' ich täglich, stündlich. Und wenn er straft, so folgt Verzeihn; Ich zieh in seine Thore ein, Geläutert, mit den Frommen Vor seinen Thron zu kommen. Du beugtest mich — zu meinem Glück, Dir dank ich gütiges Geschick. Zum Eckstein machtest du den Stein, Den die Bauherrn verschmähten; Dein Wunder ifts, deiu Werk allein, Drum will ich danken und beten. O schöner Tag, o Wundertag, Wrr wollen jubeln und singen: Wenn unser Gott uns Helsen mag, Wird unser Werk gelingen. Gegrüßt, wer kommt im Namen des Herrn! Vom Gotteshaus bringen wir Grüße dar! Uns leuchtet des ewigen Gottes Stern, Wir binden das Opfer an den Altar. Dem Herren dankt, der edelmütig — Dankt, dankt dem Herrn, denn er ist gütig. Ewig währt seine Huld! - 119. Heil denen, die in Gottes Lehre wandeln! Heil denen, die auf tadellosen Wegen Ihn mit dem Herzen suchen, redlich handeln. Sein Zeugnis stets in ihrem Busen hegen! Was du besohlen, soll man sorglich wahren; Gehorch ich deiner Satzung, quillt mir Segen. Ich will dich preisen, Herr, den Wunderbaren, Aus tiefster Seele; deine Heilgen Lehren, Sie schallen laut, sie sind des Rechts Fanfaren. Verlaß mich nicht zu sehr! Ich will sie ehren. Die Satzung, die du aufgestellt. — Wie mag Unlauterkeit ein Jüngling von sich wehren? Wenn deinem Wort er folget Tag für Tag. Von Herzen such ich dich; o lasse nimmer Mich weichen vom Gebot! Im Herzen lag Mir stets dein Wort, daß nicht der Sünde Schimmer Eindringe und zum Abfall mich verleite. Gepriesen seist du, Herr, und lehre immer Mich deine Satzung, daß ich sie verbreite Und nacherzähle, was dein Mund besohlen. Wenn ich an deiner Zeichen Spur hinschreite, So jauchzt mein Herz; und was dem Sinn verhohlen. Dem forsch ich nach mit heißem Freudebeben. Begnade mich, o Herr! Mein Atemholen Soll nur Gehorsam sein, mein 'ganzes Leben Betrachtung deiner Wunder. Laß mich schauen, Verbirg die Satzung nicht, die du gegeben! Ein Fremdling bin ich aus der Erde. Grauen Ersaßt die Seele mir und Glutverlangen, Ist mir dein Recht verborgen. Mein Vertrauen Zu dir ist grenzenlos. Zu ewgem Bangen Verurteilst du der Uebermütgen Scharen, Die dein Gebot verschmähn, an Götzen hangen. Mir wirst du dich in Gnaden offenbaren. Daß Hohn mich und Verachtung nicht berühren. Mich leiten deine Zeichen, deine wahren. Ob Fürsten Böses auch im Schilde führen. Bin ich dem Tode nah — du wirst mich heilen, Ich klage dir — du läßt Erlösung spüren. Du lehrst mich deinen Weg erkennend teilen, Und deinen Wundern denk ich nach. Ich weine — Du läßt mich nicht im Thal der Thränen weilen, Läßt über mich der Gnade Sonne scheinen, Entsernst die Lüge, läßt mich Wahrheit wählen Und deiner Satzung Vorbild mich vereinen. Du läßt von Not mich nicht und Drangsal quälen, Ich folge dir gehorsam; Einsicht schenkst du. Und läßt mich nicht den rechten Weg verfehlen Bis in den Tod. Das Herz, die Seele lenkst du. Mit Wohlgefallen füllt mich deine Bahn, In meine Brust der Lehre Liebe senkst du. Nach Eitlem schaue nie mein Auge, sahn Will nie ich nach Gewinn. Was du verheißen Den Gottesfürchtgen, mache nie zum Wahn! Den Hohn der Feinde wirst du, Herr, zerreißen. Du bist gerecht; nach deinem Worte banget Mein Herz, sich deiner Satzung zu befleißen. Sieh, Herr, wie nach dem Leben selbst, verlanget Gerechtigkeit aus deiner Hand die Seele. Wenn deine Gnade, ewger Gott, mir pranget, Aus die ich baue, bin ich ohne Fehle, Und Mut erfüllt die Brust mir; alle Zeiten Gehorch ich dir; vor Köngen nicht verhehle Ich deiner Wunderzeichen Herrlichkeiten.