Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- Beilage der Israelitischen Wochenschrift Nr. 2 (1902)
- Date
- 1902-02-14
- Page
- Seite 11 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Israelitische Wochenschrift. Seite 11. Nr. 2. Daß der Heiden schnöde Rotten Dich in uns nicht mehr verspotten Und nicht höhnend rufen sollen: „Seht, ihr Gott, er ist verschollen!" Herr, bei deinem Heilgen Namen Ruf ich dich — du bist gerecht, Gnädig unserem Geschlecht — Rette meine Seele! Amen. Unser Gott, den laut wir loben, Unser Gott, er thronet droben. Jedes Werk muß ihm gelingen, Denn sein Wollen ist Vollbringen. Herr, du bist der Einfalt Hüter, Halfst mir, wenn ich dir geklagt; Herz, mein Herz, sei unverzagt. Deiner warten Himmelsgüter! Heidengötzen, silbern, golden — Menschenhand hat sie geformt. Menschenhand gab ihnen Lippen, Doch die Lippen, sie sind stumm. Menschenhand gab ihnen Augen, Doch die Augen, sie find blind. Menschenhand gab ihnen Ohren, Doch die Ohren hören nicht. Menschenhand gab ihnen Füße, Doch die Füße schreiten nicht, Und der Odem fehlt dem Munde. Fühllos, blind und taub und stumm Sind die Götzen. Wer sich ihnen Anvertraut und wer sie formet, Wird zu ihrem Ebenbilde: Sinnlos, blind und stumm und taub. Israel, aus Gott vertraue! Arons Haus, auf Gott nur baue! Unser Gott in Huld und Milde Decket uns mit seinem Schilde. Segnend denket er der Seinen, Wie der Großen, so der Kleinen, Segen fließt aus seiner Wolke, Seinen Priestern, seinem Volke. Er vermehret unsre Reihen, Schenket unserm Thun Gedeihen, Thront allein in Himmelshöhen, Dort vernimmt er unser Flehen. Als die Welt erschuf sein „Werde!" Ueberließ er uns die Erde. Die gestorben, müssen schweigen. Doch wer lebt, soll Dank ihm zeigen. Preist den Hochgebenedeiten, Jetzt und alle Ewigkeiten! 116. Herr, du hörst mein Rusen, Beten, Drob frohlockt und jauchzt mein Herz; Drückt mich Kummer, quält mich Schmerz, Darf ich hoffend vor dich treten. Wollen Todesschatten schrecken. Greift die Grabesangst nach mir — Betend flüchte ich zu dir: Du wirst in der Not mich decken. Deine Hand verscheucht Verderben, Meine Thränen trocknest du, Lässest meinen Sturz nicht zu. Willst nicht meiner Seele Sterben. Vor dir in dem Land des Lebens Wandl ich; ob auch Qual und Not Mich von Menschenhand bedroht — Dir vertrau ich nicht vergebens. Herr, ich kann dir nicht vergelten! Kelch des Heils, dich fass' ich nur — Meiner ewgen Treue Schwur, Hört ihn, Völker! hört ihn, Welten! Bin in deinem Dienst geboren; Freudig folg ich dem Gebot Und gehorsam bis zum Tod; Herr, dir Hab ich mich geschworen! Wenn in deiner Gnade Strahlen Ich gelebt, in deiner Huld — Unermeßlich ist die Schuld, Und mein Leben soll sie zahlen! 117. Ihr Völker alle, lobet Gott, Den mächtigen Herrn Herrn Zebaoth! Er ist gewaltig, voller Treue, Und täglich übt er Huld aufs Neue. Lobet den Herrn! 118. Danket dem Herrn, denn er ist gütig — ewig währt seine Huld! Ganz Israel soll bezeugen, Haus Aron spricht unter Neigen, Der Gottesfürchtgen Reigen Ruft: Ewig währt seine Huld! In Drangsal schrie ich^'zu Gott,^meinem Hort, Er hat mich gehört in Gnaden: Gott ist mit mir — die Furcht^ist fort — Was können mir Menschen schaden! Mein Helfer ist der ewge Gott, Meine Feinde werden zu Nichte, Nichts ist mir Menschenhilse Nutz, Ich steh allein in Gottes Schutz, Vor seinem Angesichte.