Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- Beilage der Israelitischen Wochenschrift Nr. 2 (1902)
- Date
- 1902-02-14
- Page
- Seite 10 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10. Israelitische Wochenschrift. Nr. 2. „Ich selbst steh dir zur Seite; „Zu meinem Priester mach ich dich, „Tie Fürsten rings zerschmettre ich „Voll Zorn in deinem Streite. „Ich seh dein reines Leben: „Du gehest deinen Pflichten nach, „Du trinkst bescheiden aus dem Bach — „Drum will ich dich erheben." 111. Herr, ich preise dich von ganzem Herzen, Will dich rühmen mit den Frommen allen. Groß sind deine Werke; Wonne ist es. Sie betrachten. Was du angeordnet, Herrlich ist es, ewig unvergänglich Dein gerechtes Walten in der Schöpfung. Deiner Wundertbaten Denkmal schufst du, Bist voll Gnade. Herr, und voll Erbarmen. Speise giebst du denen, so dich fürchten, Denkst des Bundes alle Ewigkeiten. Deme Heldenwerke läßt du künden Durch dein Volk, giebst ihm der Heiden Erbe. All dein Thun ist Recht und Wahrheit, wahrhaft Ist die Satzung, die du uns gegeben. Treu und redlich, ihr Bestand ist ewig. Du bist deines Volkes Hort, hast deinem Bunde Unvergänglichkeit verliehen. Heilig bist du, Schauer weckt dein Name. Gottesfurcht ist aller Weisheit Anfang — Heil dem Manne, den sie ganz erfüllet! Gottes Ruhm besteht in allen Zetten. 112. Heil dem Manne, der den Ewgen fürchtet. Seine Satzung liebt von ganzem Herzen! Sein Geschlecht wird mächtig sein aus Erden, Seine Redlichkeit wird Segen ernten. Wohlstand, Reichtum wohnt in seinem Hause, Seine Gradheit ist von ewger Dauer. Trifft ihn Trübsal, kehrt das Glück doch wieder Gnadenvoll, gerecht und mit Erbarmen. Wohl dem Manne, der mildthätgen Herzens Gaben spendet und gerecht nur handelt! Ewig wankt er nicht, und das Gedächtnis Des Gerechten währet ohne Ende. Nicht Verleumdung fürchtet er; vertrauend Blickt auf Gott er, und sein Herz ist ruhig. Furchtlos ist sein Herz, getrost; er harret. Bis er seinen Drängern obgesiegt hat. An die Armen schenkt er reiche Gaben, Und Gerechtigkeit ist sein Gedanke. Gott erhöht sein Haupt zu stolzen Ehren — Zähneknirschend siehts voll Zorn der Frevler, Ihn verzehrt der Neid, er geht zu Grunde. 113. Lobet den Herrn! Ihr Diener Gottes, lobet Gottes Namen! Der Name Gottes sei allzeit gepriesen! Vom Sonnenaufgang bis zum Niedergang Erklingt des Gottesnamens Preis und Lob. Erhaben über alle Völker ist der Herr, Deß Herrlichkeit ob allen Himmeln ragt. Wer thront so hoch, wie unser Gott? durchdringt Mit seinem Blick den Himmel und die Erde? Er hebt den Armen aus dem Staub, den Dürftgen Empor vom Elend, setzt ihn neben Fürsten, Gesellt ihn zu den Fürsten seines Volkes; Die Unfruchtbare wird zur frohen Mutter — Lobet den Herrn! 114. Als im Egypterlande Der Herr zu ewgem Ruhm Brach unsre Sklavenbande, Ward Juda sein Heiligtum. Als von Barbarenheeren Haus Jakob ward befreit, Ward Israel in Ehren Zu seinem Reich geweiht. Bei diesem Anblick flohen Des Jarden Fluten thalauf. Es hüpften die Berge, die hohen, Wie Widder in dichtem Haus. Das Meer im Morgendämmer, Es wich vor Staunen zurück, Die Hügel sprangen wie Lämmer Vor Jugendlust und Glück. Sag, Jarden, warum flohen Die Fluten dir thalaus? Ihr Berge, sagt, ihr hohen, Was hüpft ihr wie Widder im Haus? Du Meer im Morgendämmer, Was weichst du staunend zurück? Ihr Hügel, was springt ihr wie Lämmer Vor Jugendlust und Glück? Erzittre, weite Erde, Erzittre vor Jakobs Gott! Daß Fels zu Fluten werde, Das wirkt Gott Zebaoth! 115. Nicht um uns — zu deiner Ehre, Daß dein Ruhm sich endlos mehre, ' Nicht um uns — um deinetwillen Schenke unserm Flehn Erfüllen!